
Ein Psalmodikon (auch Psalmodicon, Salmodikon) ist eine einsaitige Griffbrettzither, die ihren Ursprung in den skandinavischen Ländern Norwegen, Schweden und Finnland hat. Das Psalmodikon wurde vorrangig für geistliche Musik verwendet und profanen Instrumenten wie Geige und Blasinstrumenten vorgezogen. Es war einfach und billig herstellbar und leicht erlernbar.
Die Erfindung wird meist dem Pastor Johan Dillner (1785–1862) zugeschrieben, was aber von vielen Seiten angezweifelt wird. Unstrittig ist, dass Dillner sehr zur Verbreitung des Instruments beitrug und sehr viel Literatur dazu verfasste.
Auf einem kastenförmigen, unten offenen Resonanzkörper (meist einfache Bretter) wurde über einen Steg und einen Sattel mit einer einfachen Mechanik eine Saite aus Schnur, Darm oder Stahl gespannt.
Unterhalb der Saite befand sich eine Art „Griffbrett“ mit Markierungen oder Bünden, die das Greifen von Halbtönen (chromatische Tonstufung) ermöglichten. Üblich waren 20–25 Stufen.
Die Saite wurde in der Regel mit einem Bogen zum Klingen gebracht, konnte aber auch gezupft werden.
Für den praktischen Gebrauch waren die Positionen auf dem „Griffbrett“ mit Zahlen oder Buchstaben (oft durch aufgeklebtes Papier) bezeichnet. Dazu gab es Choralbücher in „Ziffernnotenschrift“, in denen den Worten eines Kirchenlieds die entsprechenden Ziffern zugeordnet waren. So konnten Spieler auch ohne Notenkenntnis die Melodie zum Text spielen oder begleiten.
Neben der ursprünglichen einsaitigen Form waren auch zwei- und dreisaitige Instrumente im Einsatz, die über zusätzliche Resonanzsaiten verfügten.