Psychedelika sind psychotrope Substanzen, die bestimmte Serotonin-Rezeptoren im Gehirn aktivieren und dadurch (dosis-abhängig) einen psychedelischen Bewusstseinszustand auslösen (umgangssprachlich auch als „Trip“ bezeichnet). Dieser Zustand ist gekennzeichnet durch tiefgreifende Veränderungen von Wahrnehmung, Denken, Affekt und Selbstwahrnehmung, wobei das Wachbewusstsein erhalten bleibt.
Die bekanntesten und am verbreitetsten genutzten Psychedelika sind LSD, psilocybinhaltige Pilze („Magic Mushrooms“), DMT (bspw. als Ayahuasca) und Mescalin (bspw. vom Kaktus Peyote). Klassischerweise zählen nur solche serotonerge Halluzinogene zu den Psychedelika. Dennoch wird manchmal auch Ketamin, obwohl primär ein Dissoziativum bei „nichtklassischer“ Rezeptorwirkung, aufgrund der subjektiven Effekte bei kompletter Dissoziation („K-Hole“) als Psychedelikum bezeichnet.
Psychedelika „führen nicht zu Abhängigkeit oder Sucht“.
Die psychologischen Wirkungen klassischer Psychedelika werden primär durch die Aktivierung serotonerger 5-HT2A Rezeptoren in kortiko subkortikalen neuronalen Schaltkreisen vermittelt. Eine zusätzliche Stimulation der 5-HT1A Rezeptoren sowie nachgeschaltete Effekte auf glutamaterge, GABAerge und dopaminerge Systeme dürften dabei eine modulierende Rolle spielen. Darüber hinaus wird ein möglicher Beitrag durch die Stimulation von 5HT2C-Rezeptoren, sowie σ1-Rezeptoren diskutiert (siehe auch: funktionelle Selektivität bei Rezeptor-Oligomeren).
Unter dem Einfluss psychedelischer Substanzen können sich Wahrnehmung und gedankliche Assoziation in allen Aspekten stark verändern, wobei das Bewusstsein, dass man sich in einem Rauschzustand befindet, normalerweise nicht verloren geht. Die nichtreale Natur von Illusionen und Pseudohalluzinationen wird immer erkannt. Die veränderte Assoziation kann in überraschenden Wendungen des Wahrgenommenen und des Rausches an sich resultieren und als einsichtsreich empfundene innere Erlebnisse hervorrufen, bis hin zu lebensverändernden spirituellen Erfahrungen. Daher werden Psychedelika für gewöhnlich den Entheogenen zugeordnet.
Eine phänomenologische Beschreibung des Rausches an sich ist kaum möglich; letztlich ist ein psychedelischer Rausch stets eine höchst subjektive, sprachlich nur oberflächlich vermittelbare Erfahrung und auch die neurochemischen Grundlagen sind nur teilweise erforscht.
Grundlegender Aspekt eines Rausches ist die (euphorische oder angstvolle) Ich-Auflösung beziehungsweise ozeanische Selbstentgrenzung, die Aufhebung der Grenzen zwischen Ich und Außenwelt. Eine typische solche Erfahrung bei intensiveren Rauschzuständen ist das Wahrnehmen nicht tatsächlich vorhandener Objekte, welche jedoch als Illusionen erkannt werden. Diese sind häufig symbolischer Ausdruck des Unbewussten (Gedanken sowie Gefühle).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der psychedelische Drogenrausch einen veränderten Bewusstseinszustand darstellt, bei dem das Wachbewusstsein vollständig erhalten bleibt.
Zu den Psychedelika gehören:


In einer retrospektiven Querschnittsstudie (2013) von Patientenangaben in Fragebögen aus den Jahren 2001 bis 2004 wurde ein möglicher statistischer Zusammenhang zwischen ärztlicher Behandlung innerhalb des vergangenen Jahres wegen psychischer oder psychiatrischer Probleme und mindestens einmaliger Einnahme von einer der „klassischen“ psychedelischen Substanzen (LSD, Psilocybin, Mescalin/Peyote) während des gesamten Lebens untersucht. Die Unterlagen des National Survey of Drug Use and Health (NSDUH), durchgeführt vom Gesundheitsministerium der USA, lieferten die Daten von 130.152 solcher Patienten für diesen Zeitraum. Von diesen gaben 21.967 an, mindestens einmal in ihrem Leben eine der genannten Substanzen konsumiert zu haben. Ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen den untersuchten Variablen wurde nicht gefunden. Die Autoren folgerten daraus, dass eine mindestens einmalige Einnahme von einer „klassischen“ psychedelischen Substanz während des gesamten Lebens kein unabhängiger Risikofaktor für psychische Probleme des vergangenen Jahres sei. Sie wiesen jedoch darauf hin, dass eine Studie dieser Art keine Hinweise auf mögliche ursächliche Zusammenhänge gebe.
In einer ähnlichen Analyse (2015) von Fragebögen aus der Normalbevölkerung der Jahre 2008 bis 2012 (ebenfalls von der NSDUH) wurde ein möglicher statistischer Zusammenhang zwischen dem Vorkommen eines psychischen Belastungszustands innerhalb des vergangenen Monats sowie dem Vorkommen von Suizidneigung innerhalb des vergangenen Jahres und einer mindestens einmaligen Einnahme einer „klassischen“ psychedelischen Substanz (LSD, Mescalin und Psilocybin) während des gesamten Lebens untersucht. Von den 191,382 Antwortbögen enthielten 27,235 die Angabe einer mindestens einmaligen Einnahme einer der Substanzen innerhalb des vergangenen Jahres. Dieser Personenkreis zeigte ein statistisch signifikant vermindertes Risiko für die genannte psychische Belastung und Suizidneigung. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale sowohl ein erhöhtes Interesse an den genannten Substanzen als auch eine verminderte Stress-Gefährdung bewirken könnten. Dass etwa die Einnahme der Substanzen einen allgemeinen gesundheitlichen Schutz bewirkt hätten, könne keinesfalls aus den Daten geschlossen werden. Weitere Untersuchungen, gerade auch bezüglich möglicher medizinischer Anwendungen, seien jedoch wünschenswert, so die Autoren:
“Growing evidence including the present research suggests that classic psychedelics may have the potential to alleviate human suffering associated with mental illness.”
„Eine zunehmende Anzahl von Belegen einschließlich der gegenwärtigen Forschung deutet darauf hin, dass klassische Psychedelika das Potenzial haben könnten, mit psychischer Erkrankung verbundenes menschliches Leid zu lindern.“
Beispiele für mögliche medizinische Anwendungen ist die Behandlung posttraumatischer Belastungsstörung und Angststörungen von Patienten im Endstadium tödlicher Erkrankungen. Weiterhin werden in neueren Studien die Wirksamkeit von psychedelischen Substanzen bei Depression und Abhängigkeitserkrankungen durch psychotrope Substanzen (Alkohol, Tabak, Kokain) untersucht.
Psychedelische Substanzen können unter ungünstigen Voraussetzungen vorübergehende Angstepisoden (Horrortrip) oder eine Psychose (substanzinduzierte Psychose) auslösen. Weitere psychische Störungen wie die fortbestehende Wahrnehmungsstörung nach Halluzinogengebrauch (HPPD) sind als Diagnosekategorie im DSM-IV aufgenommen.
Das Niedrigdosieren von Psychedelika im Schwellenbereich unterhalb bzw. innerhalb der Effektivdosis wird Microdosing bzw. Minidosing genannt.