| Public Services Association (PSA) | |
|---|---|
| Rechtsform | Gewerkschaft |
| Gründung | 1938 in Port of Spain |
| Sitz | Port of Spain (⊙) |
| Vorläufer | Civil Service Association (CSA) |
| Schwerpunkt | Öffentlicher Dienst |
| Vorsitz | Felisha Thomas |
| Website | PSATrinbagoTT.org |
Die Public Services Association (PSA, bis 1971 Civil Service Association) ist die größte Gewerkschaft im karibischen Inselstaat Trinidad und Tobago. Sie vertritt die Angestellten des öffentlichen Dienstes.
In den 1930er-Jahren war Trinidad und Tobago eine britische Kolonie. Angesichts zunehmender Arbeiterproteste in Kolonien mit ausgebauter industrieller Produktion ermutigte die Regierung in London die lokalen Kolonialverwaltungen, Gewerkschaften zuzulassen und die Organisation der Arbeiterschaft so zu reglementieren. Die Kolonialverwaltung in Trinidad und Tobago kam dieser neuen Marschrichtung nur zögerlich nach. Die Angestellten des öffentlichen Dienstes hatten nach allgemeiner Einschätzung etwas bessere Arbeitsbedingungen als die Öl- und Landwirtschaftsarbeiter Trinidads, aber der Zugang war bestimmten ethnischen und religiösen Gruppen praktisch versperrt, und die Arbeitsbedingungen waren für die Beschäftigten nicht zufriedenstellend.
Vor diesem Hintergrund wurde 1938 die Civil Service Association (CSA) gegründet. In den Räumlichkeiten der Trinidad Cooperative Bank fanden informelle Treffen von Beschäftigten des öffentlichen Sektors (zu dem auch die Angestellten mehrerer staatlicher Banken zählten) statt. Teilnehmer dieser Treffen beantragten am 24. Oktober 1938 vom Kolonialministerium eine Erlaubnis zur Gründung einer Gewerkschaft, die am 4. November gewährt wurde. Auf der Gründungsversammlung am 19. November wurde John Lyon Smith zum ersten Präsidenten der CSA gewählt, und am 9. Dezember erfolgte die offizielle Eintragung. Vertreten wurden auch staatlich Beschäftigte wie Angestellte des Klerus, Fahrer und Kuriere.
Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit Trinidads 1962 galt die CSA unter ihrem damaligen Vorsitzenden Oswald Wilson als eine der drei großen trinidadischen Gewerkschaften und als eine von Zweien, die nicht von der regierenden PNM kontrolliert wurden, der Partei, die Trinidad in die Unabhängigkeit geführt hatte. Dies führte zu Kampagnen der Regierung gegen die CSA; unter anderem unterstellte Senator John Rojas der Gewerkschaft, von Kommunisten unterwandert zu sein.
1971 benannte sich die CSA in Public Services Association (PSA) um. Der PNM-Vorsitzende Eric Williams regierte das Land bis 1981, und bis zu diesem Zeitpunkt galt die PSA als oppositionell. Im selben Jahr wurde der langjährige PSA-Generalsekretär James Manswell durch einen Aufstand der Basis entmachtet und der Kurs der Gewerkschaft geändert.
Von 2001 bis 2015 war Watson Duke, tobagonischer Politiker, Kongressabgeordneter und Cousin des Schauspielers Winston Duke, Vorsitzender der PSA. 2002 spaltete sich mit der Medical Professionals Association of Trinidad and Tobago (MPATT) der medizinische Sektor von der PSA ab.
Die PSA ist die größte Gewerkschaft in Trinidad und Tobago. Sie vertritt Arbeiter und Angestellte in über 100 Institutionen des öffentlichen Dienstes sowie in einigen an den öffentlichen Dienst angegliederten privatwirtschaftlichen Firmen wie Swissport. Die Zentrale der Gewerkschaft befindet sich im Stadtteil Downtown von Trinidads Hauptstadt Port of Spain. Im multikulturellen Trinidad und Tobago haben Afro-Trinidadier und Indo-Trinidadier jeweils rund 40 % Anteil an der Bevölkerung, der öffentliche Sektor und damit auch die PSA sind aber afro-trinidadisch dominiert.
Die PSA verhandelt die Gehälter der Beschäftigten des trinidadischen öffentlichen Dienstes mit der trinidadischen Regierung. Verhandlungspartner ist dabei regierungsseitig der Chief Personnel Officer (CPO) der Administration. Gehälter werden oft rückwirkend verhandelt. 2026 stritten sich PSA und Regierung beispielsweise um eine rückwirkende Gehaltserhöhung für die Jahre 2014 bis 2019.
Nach eigenen Angaben setzt sich die PSA gegen Diskriminierung, Mobbing und Schikanierung im Arbeitsalltag und für Arbeitssicherheit ein und bietet hierzu Beratung und Unterstützung an. Ann Marie Bissessar, damals Dekanin der sozialwissenschaftlichen Fakultät am St.-Augustine-Campus der University of the West Indies, führte 2002 an, dass sich die PSA in der öffentlichen Wahrnehmung primär um die Gehälter ihrer Mitglieder und kaum um individuelle Schutzleistungen kümmere. Zwischen 1962 und 1995 habe die Gewerkschaft beispielsweise keinen einzigen Fall ethnischer Diskriminierung am Arbeitsplatz moniert.