| Film | |
| Titel | Pulse |
|---|---|
| Originaltitel | 回路 |
| Transkription | Kairo |
| Produktionsland | Japan |
| Originalsprache | Japanisch |
| Erscheinungsjahr | 2001 |
| Länge | 119 Minuten |
| Altersfreigabe |
|
| Stab | |
| Regie | Kiyoshi Kurosawa |
| Drehbuch | Kiyoshi Kurosawa |
| Produktion | |
| Musik | Takefumi Haketa |
| Kamera | Junichirō Hayashi |
| Schnitt | Junichi Kikuchi |
| Besetzung | |
| |
Pulse (japanisch 回路 Kairo, deutsch ‚Schaltung‘) ist ein japanischer Horrorfilm des Regisseurs Kiyoshi Kurosawa, der auch das Drehbuch schrieb. Der Film hatte seine Welturaufführung am 10. Februar 2001 in Japan und erschien in Deutschland am 28. April 2006 Direct-to-DVD. 2006 inszenierte Jim Sonzero das US-Remake Pulse – Du bist tot, bevor Du stirbst.
Kudo Michi arbeitet in einem Gewächshaus in Tokio. Ihr engerer Freundeskreis besteht aus drei Kollegen: Sasano Junko, Toshio Yabe und Taguchi. Taguchi ist schon einige Tage verschwunden, weil er an einer Diskette arbeiten will. Michi sucht ihn in seinem Apartment auf, und er wirkt gesund. Als sie ihm den Rücken zudreht, erhängt er sich blitzschnell – oder sprach sie mit einem Toten?
Sie diskutiert mit ihren Arbeitskollegen und findet einige Dateien von Taguchi, einschließlich des Fotos seiner schwarzen Wohnung mit der Reflexion seines Gesichts in einer Bildröhre. Der Fernsehempfang scheint auf eine ungewöhnliche Art gestört zu sein. Yabe wird angerufen von Taguchis geisterhafter Stimme, die ein „hilf mir“ zischt. Yabe geht in die Wohnung des Verstorbenen, um festzustellen, dass sich in der Ecke, wo sein Körper hing, ein schwarzer Schatten an der Tapete abzeichnet. Auf dem Rückweg schaut er in ein benachbartes Haus, das mit rotem Band markiert ist. Er entfernt dieses, geht hinein, wird von einem weiblichen Geist angegriffen und verkriecht sich unter dem Sofa. Nach diesem Vorfall verstummt Yabe und reagiert kaum noch. Später erhält Michi einen vergleichbaren Anruf, nur scheint es diesmal Yabes Stimme zu sein. Sie geht in dessen Wohnung, wo sie wiederum nur einen dunklen Fleck an der Wand entdeckt. Verängstigt stürzt sie davon.
Am Arbeitsplatz von Michi und Junko ist es diesmal viel stiller, und auch der Chef ist nirgends zu sehen. Überall in der Stadt richten Einwohner Türen mit rotem Absperrband her. Junko betritt eine dieser Türen, wo ein Geist sie angreift. Michi rettet sie und hilft ihr. Danach bringt sie sie in ihre Wohnung. Sie ist vollends katatonisch. Als sich Michi abwendet, fragt Junko: „Muss ich nun so sterben?“, und sie entgegnet: „Natürlich nicht“. Als sie wieder hinschaut, hat ein Fleck den Platz ihrer Freundin eingenommen.
Kawashima Ryosuke ist ein Student der Wirtschaft. Als absoluter Computeranfänger will er sich das allererste Mal ins Internet einwählen. Sobald er den Albtraum von Windows-Installation und EULA hinter sich hat, wählt sich der PC selbst ein, und besucht stockfinstere Webcams, die versteinerte, schweigende Silhouetten erkennen lassen. Dann zeigt der Computer „Willst du einen Geist treffen?“ an. Ryosuke fragt am nächsten Tag in einem Computersaal um Hilfe, wo er Harue Karasawa begegnet. Sie folgert, der Computer muss gehackt worden sein, und er soll das nächste Mal die URL notieren oder einen Bildschirmabzug fertigen. Tatsächlich wiederholt sich der Ablauf, Ryosuke verliert aber die Nerven; als er einen Mann mit einer Mülltüte über dem Kopf erkennen kann und die Schriftzüge „Hilf mir“ an der Wand hinter ihm, reißt er den Netzstecker heraus. Harue, die er alleine antrifft, ist ratlos; ein Kommilitone namens Yoshizaki berichtet von ähnlichen Erfahrungen und von immer mehr Geistern auf dem Campus. Er legt seine These dar, das Jenseits sei voll und das Internet die Schnittstelle dazu. Mittels dieser Schnittstelle versuchen die Verstorbenen dem Jenseits zu entfliehen, da dort nur ewige Einsamkeit wartet. Dies erkläre auch die Unmenge von Selbstmorden. Ryosuke und Harue sprechen über den Tod. Sie fahren zu zweit mit der U-Bahn umher.
Tokio ist wie leergefegt. Harue ist nirgendwo zu finden und Ryosuke trottet durch die entvölkerte Stadt, wo allmählich ein Sturm aufzieht. Ähnlich ergeht es Michi, die ziellos umherfährt, jetzt da alle ihre Bekannten Suizid begangen oder sich in Luft bzw. schwarze Flecken aufgelöst haben. Ihr Auto bleibt liegen, Ryosuke begegnet ihr und hilft bei der Reparatur. In einer stillgelegten Fabrik treffen sie eine wankende Person mit einem schwarzen Müllsack über dem Kopf. Als diese von sich aus die Plastiktüte ablegt, ist Harue darunter zu erkennen, die sofort eine Waffe zieht und sich in den Kopf schießt, ohne dass es noch hätte verhindert werden können. Ryosuke sucht Benzin und entdeckt stattdessen den vor kurzem noch mit rotem Band versiegelten „Verbotenen Raum“. Ein Gespenst nähert sich und enthüllt, dass der „Tod ewige Einsamkeit“ war, und bettelt: „Hilf mir!“.
Ryosuke verliert den Lebenswillen. Sie fahren weiter durch die bewölkte Stadt, die immer apokalyptischer wird: Ein Jumbo stürzt in eine Häuserzeile, die brennenden Häuser färben den Himmel braun und grau. Das US-Armee-C-130-Frachtflugzeug stürzt aus dem Himmel. Mit einem Motorboot flüchten sie aufs Meer. Sie schaffen es auf ein Fahrgastschiff, wo sie den Kapitän antreffen, der Funksignale von Überlebenden aus Lateinamerika empfangen hat. Ryosuke verschwindet vor Michis Augen.
| Quelle | Bewertung |
|---|---|
| Rotten Tomatoes (Tomatometer) | 75 % |
| Metacritic (Metascore) | 68/100 |
| AllMovie |
Pulse erhielt ein gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes überwiegend freundliche Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Grundsätzlich Wohlwollend“ aus.
„[Der Film geht] unter die Haut, weil er Einsamkeit und Todessehnsucht in der Gesellschaft zu zentralen Themen des Horrors macht. Die nahezu bewegungslose Kamera und der nervenaufreibende Soundtrack, der mitunter abrupt abbricht, um die Stille bedrohlich wirken zu lassen, verstärken die Wirkung.“
„konzentriert sich auf den Kern der Horror-Definition […] die Innenräume sind so dunkel, dass man beinahe die Augen zusammenkneifen muss, um erkennen zu können, was in den Schatten lauert“
„Die grauenhafteste Sache […] ist, wie sich diese Geister bewegen. […] es gibt nur sehr wenige Stellen, die nicht ein traumartiges Entsetzen vor dem wirklich Unbekannten evozieren […] Und du weisst nie, wovor du wegrennst.“
„Und wenn die Apokalypse schließlich eintritt, tut sie es nicht mit einer Atomexplosion, sondern mit riesiger Leere.“
„ein Update des Buchs der Offenbarung“
„Kurosawa […] versteht, dass Erklärungen oder Ergebnisse manchmal ein gelungenes Werk der Vorstellungskraft ruinieren können.“
„einer der unheimlichsten Filme aller Zeiten“
„Oft ist's zum Fürchten, nur macht all die Angst so wenig Sinn, dass, addiert man sie zusammen, die Summe des Entsetzens kleiner ist als jeder virtuose Schreckmoment.“
„Die Personen versuchen nicht herauszufinden, was sich abspielt […] niemand wendet sich an die Behörden, und, zu dem Zeitpunkt, als der Held merkt, dass die Welt stirbt, ist sie bereits tot. […] sie werden nicht charakterisiert […] Das sind einfach berufstätige Jugendliche […] und dann die finale Flucht in das… nun, ins Nichts.“
„Pulse thematisiert in diesem Umfeld die Einsamkeit; die Gefahr, dass die virtuelle Welt die Menschen buchstäblich nicht mehr loslässt und sie schließlich in einem Einsamkeitskristall einschließt“
Japanese Professional Movie Awards 2002
Sitges – Catalonian International Film Festival 2001
Internationale Filmfestspiele von Cannes 2001