Nach der genetischen Grundlage werden zwei Formen unterschieden:
Typ I: Purtilo-Syndrom oder Duncan-Syndrom
Der Erkrankung liegen Mutationen im SH2D1A-Gen an der Location Xq25 zugrunde, welches für das SLAM-assoziierte Protein (SAP) kodiert.
Die Bezeichnung bezieht sich auf den Autor der Erstbeschreibung von 1974 D. T. Purtilo.
Duncan ist der Name der beschriebenen Familie.
Typ II: XIAP-Mangel
Der Erkrankung liegen Mutationen gleichfalls an der Location Xq25, jedoch im XIAP-Gen zugrunde.
Verbreitung
Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, die Vererbung erfolgt beim Typ I X-chromosomal-rezessiv.
Klinische Erscheinungen
Klinische Kriterien sind:
chronischer Verlauf bei Überstehen der akuten Infektion mit Hypogammaglobulinämie, lymphatische Organinfiltration oder aplastische Anämie.
Hinzu können gelegentlich angeborene Fehlbildungen an Herz oder ZNS kommen.
Beim Typ II gilt die Splenomegalie als differenzierendes und klinisches Frühzeichen der Erkrankung.
Diagnose
Die Diagnose kann bei Vorliegen nachstehender Auffälligkeiten gestellt werden:
Atypische Lymphozytose, fehlende Bildung von heterophilen Antikörpern sowie gegen Epstein-Barr-Virus-Capsid-Antigen, fehlende Bildung von Anti-EBNA.
A. Loganathan, D. Munirathnam, B. Sundaram: X-linked Lymphoproliferative Disease (XLP1) Presenting as Non-Epstein Barr Virus (EBV) - Related Hemophagocytic Lymphohistiocytosis (HLH). In: Indian pediatrics. Band 57, Nummer 11, November 2020, S.1077–1078, PMID 33231181.
Y. Jiang, M. Firan, S. L. Nandiwada, A. Reyes, R. A. Marsh, T. P. Vogel, J. Hajjar: The Natural History of X-Linked Lymphoproliferative Disease (XLP1): Lessons from a Long-Term Survivor. In: Case reports in immunology. Band 2020, 2020, S.8841571, doi:10.1155/2020/8841571, PMID 32908732, PMC7474360(freier Volltext).
Z. Nademi, N. Radwan, K. Rao, K. Gilmour, A. Worth, C. Booth: Different Phenotypic Presentations of X-Linked Lymphoproliferative Disease in Siblings with Identical Mutations. In: Journal of clinical immunology. Band 39, Nummer 5, 07 2019, S.523–526, doi:10.1007/s10875-019-00649-w, PMID 31144249, PMC7086673(freier Volltext).
12Bernfried Leiber (Begründer):Die klinischen Syndrome. Syndrome, Sequenzen und Symptomenkomplexe. Hrsg.: G. Burg, J. Kunze, D. Pongratz, P. G. Scheurlen, A. Schinzel, J. Spranger. 7., völlig neu bearb. Auflage. Band2: Symptome. Urban & Schwarzenberg, München u. a. 1990, ISBN 3-541-01727-9.
↑D. T. Purtilo, C. Cassel, J. P. Yang:Letter: Fatal infectious mononucleosis in familial lymphohistiocytosis. In: The New England Journal of Medicine. Band291, Nr.14, 3.Oktober 1974, S.736, PMID 4852784.
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