

Puyuhuapi ist ein Pionierort in der chilenischen Provinz Aysén. Er wurde 1935 von den sudetendeutschen Siedlern Karl Ludwig, Ernesto Ludwig, Otto Uebel und Walter Hopperdietzel gegründet. Ursprünglich isoliert, entwickelte sich das Dorf am Ende eines Fjords durch Landwirtschaft, eine Teppichweberei und Holzverarbeitung. Walter Hopperdietzel errichtete die Teppichfabrik, die 2018 geschlossen wurde. Der Ort ist geprägt durch die Verschmelzung deutscher und chilotischer Kultur. Die Siedlung war lange Zeit nur über den Seeweg erreichbar.
Die Siedler arbeiteten eng mit Menschen von der Insel Chiloé zusammen, was zu einer Mischung aus deutscher Tradition (z. B. Kuchen, Architektur) und chilotischer Kultur (z. B. Curanto) führte.
Seit dem Bau der Carretera Austral (Panamericana) in den 1980er Jahren ist der Ort auch auf dem Landweg erreichbar und an das chilenische Straßennetz angeschlossen. Puyuhuapi liegt 400 Kilometer von Puerto Montt und 222 Kilometer von Coyhaique entfernt. Heute ist Puyuhuapi ein Touristenziel am Nationalpark Queulat mit vielen Holzhäusern aus der Gründerzeit.
Puyuhuapi war 2014 in der Patagonien-Sonderfolge von Top Gear zu sehen.
Koordinaten: 44° 20′ S, 72° 34′ W