Q-Analogon

Ein q-Analogon (Pl. q-Analoga) ist ein mathematischer Begriff, welcher insbesondere in der Kombinatorik auftritt. Ein q-Analogon verallgemeinert dabei eine mathematische Aussage mit Hilfe eines zusätzlichen Parameters q, so dass man im Fall q→1 wieder die ursprüngliche Aussage erhält. Der Begriff spielt auch eine wichtige Rolle in der Theorie der speziellen Funktionen insbesondere in der Theorie der q-Polynome.

Elementare Beispiele

Eine natürliche Zahl n besitzt das q-Analogon

[n]q:=1−qn1−q=1+q+q2+⋯+qn−1,

da limq→1[n]q=n.

Kombinatorik

q-Fakultät

Die q-Fakultät ist für n>0

[n]q!:=[n]q[n−1]q⋯[1]q=∏k=1n1−qk1−q,

und [0]q!:=1.

Durch ausmultiplizieren erhält man

[n]q!=1⋅(1+q)⋯(1+q+⋯+qn−2)⋅(1+q+⋯+qn−1).

q-Pochhammer-Symbol

Das q-Pochhammer-Symbol, auch q-Shiftfakultät genannt, ist

(a;q)n:=∏k=1n(1−aqk−1)

oder allgemeiner

(a1,a2,…,am;q)n:=(a1;q)n(a2;q)n…(am;q)n.

q-Binomialkoeffizient

Der q-Binomialkoeffizient ist

(nk)q:=[n]q![k]q![n−k]q!=∏j=1k(1−qn−j+1)(1−qj).

Eigenschaften

Es gilt

[n]q!=(q;q)n(1−q)n

und

(nk)q=(q;q)n(q;q)k(q;q)n−k.

q-Spezielle Funktionen

q-hypergeometrische Funktion

Das q-Analogon der verallgemeinerten hypergeometrischen Funktion ist die q-hypergeometrische Funktion

rϕs[a1a2…arb1b2…bs;q,z]=∑n=0∞(a1,a2,…,ar;q)n(q,b1,b2,…,bs;q)nzn(−q(n−1)/2)n(s+1−r).

q-orthogonale Polynome

Die stetigen q-Hermitischen Polynome {Hn(x∣q)} sind durch folgende Rekursion gegeben

2xHn(x∣q)=Hn+1(x∣q)+(1−qn)Hn−1(x∣q)

mit Anfangswerten

H0(x∣q)=1,H1(x∣q)=2x.

Analysis

Das q-Analogon der Exponentialfunktion ist

eqx:=∑n=0∞xn[n]q!.

q-Kalkül

Das q-Analogon der Ableitung einer Funktion f ist die Q-Differenz

(Dqf)(x)=f(x)−f(qx)(1−q)x,

dadurch entsteht das sogenannte q-Kalkül.

q-Taylorreihe

Das q-Analogon von (x−a)n ist

(x−a)qn:=∏k=0n−1(x−qka),

zusammen mit der q-Differenz und der q-Fakultät lässt sich nun ein q-Analogon zur Taylorreihe für f herleiten

f(x)=∑n=0∞Dqnf(a)(x−a)qn[n]q!.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Mourad E.H. Ismail: Classical and Quantum Orthogonal Polynomials in One Variable. Hrsg.: Cambridge University Press. 2005, S. 299, doi:10.1017/CBO9781107325982.
  2. ↑ Mourad E.H. Ismail: Classical and Quantum Orthogonal Polynomials in One Variable. Hrsg.: Cambridge University Press. 2005, S. 319, doi:10.1017/CBO9781107325982.