| Namen von Qaa | |||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Grabstele des Qaa aus Abydos; Museum of Archeology and Anthropology at the University of Pennsylvania, Philadelphia | |||||||||||||||||||||||||||
| Horusname |
Q3ˁ Der mit hohem Arm | ||||||||||||||||||||||||||
| Nebtiname |
Nbtj-sn Den die beiden Herrinnen küssen | ||||||||||||||||||||||||||
| Thronname |
Nsw.t-btj-nbtj-Q3ˁ König von Ober- und Unterägypten, der von den Beiden Herrinnen, Qa'a | ||||||||||||||||||||||||||
| Eigenname |
Nisut-biti Qa'a Nsw.t-btj Q3ˁ König von Ober- und Unterägypten, Qa'a | ||||||||||||||||||||||||||
| Königspapyrus Turin (Nr.II./19) |
(Qe)beh ...(er regierte)... für 63 Jahre... | ||||||||||||||||||||||||||
| Königsliste von Abydos (Sethos I.) (Nr.8) |
Qbḥ | ||||||||||||||||||||||||||
| Königsliste von Sakkara (Nr.2) |
Qbḥw (Der aus) dem Norden | ||||||||||||||||||||||||||
| Griechisch Manetho-Varianten: | Africanus: Bieneches Eusebius: Oubienthis Eusebius, AV: Vibenthis | ||||||||||||||||||||||||||
Qaa (eigentl. Hor-Qaa) ist der Horusname eines altägyptischen Königs (Pharaos) der 1. Dynastie (Frühdynastische Zeit), welcher gemäß Thomas Schneider um 2870/50 v. Chr. regierte. Er war der Nachfolger von König Semerchet.
Qaa war möglicherweise der letzte Herrscher der 1. Dynastie. Es scheint jedoch, dass das Ende seiner Herrschaft von Thronwirren begleitet wurde, was die Erfassung und Auswertung des Dynastiewechsels von 1. zu 2. Dynastie erschwert. Unter Qaa wurde die endgültige Form des sogenannten Thronnamens eingeführt. Mit seinem Tod endete überraschend der Gebrauch von sogenannten Jahrestäfelchen aus Elfenbein und Akazienholz, außerdem wurde die Praxis des Anlegens von kompakten Grabanlagen mit Nebenbegräbnissen aufgegeben. Der Königsfriedhof zu Abydos wurde geschlossen und eine neue Nekropole bei Sakkara angelegt. All dies verstärkt die These zu einem konfliktbelasteten Übergang zu einer neuen Dynastie.
Qaas Name ist von einigem Interesse für die Ägyptologie, weil er bedeutsame Entwicklungsschritte in der königlichen Heraldik und in der Grammatik offenbart. In diversen Gefäßinschriften und Elfenbeingravuren auf Warenetiketten erscheinen mehrere, abweichende Namensschreibweisen. Besonders der erstmals fest etablierte Thronname erscheint grob in zwei unterschiedlichen Versionen. Die erste lautet: Nesut-Bitj-Nebti Qaa, ist also dem Horusnamen nachgebildet. Die zweite Version lautet: Nesut-Bitj-Nebti Sen und erscheint auch als loser Nebtiname. Besonders dieser „zweite Nebtiname“ ist auffällig, weil er wiederum in vier verschiedenen Schreibweisen überliefert ist. Aber auch von Qaas Horusnamen liegt eine Variation vor: Auf zwei Elfenbeintäfelchen aus dem Grab seines Vorgängers Semerchet sind Statuen abgebildet, die für Qaa angefertigt und gesegnet wurden. Neben der Darstellung der Statue ist Qaas Horusname abgebildet. Dieser besteht dort nur aus dem Hieroglyphenzeichen N29 („Sandhügel“).
Es ist unbekannt, mit wem Qaa liiert war. Nicht ein einziger Königinnenname ist überliefert. Es ist ebenso unklar, wer Qaas Vater ist. Man vermutet jedoch, dass Semerchet (sein Vorgänger) oder Anedjib sein Vater sein könnte. Manetho zufolge ist er der Sohn des Semerchet. Peter Kaplony identifiziert Qaa vor seinem Regierungsantritt als den Beamten Qaa-nebti, der den Funktionstitel eines Sem trug. Die Aufgaben des erst in der 5. Dynastie belegten Sem-Priesters führte zu dieser Zeit noch der älteste Königssohn und Nachfolger selbst aus. Kaplony vermutet aus diesen Gründen, dass Qaa als Kronprinz und ältester Sohn über den natürlichen Nachfolgeritus den Thron bestieg.
Über Qaas tatsächliche Regierungsdauer herrscht etwas Uneinigkeit, im Turiner Königspapyrus werden ihm 63 Jahre zugesprochen, Manetho hingegen schreibt ihm lediglich 26 Jahre zu. Nach neueren Erkenntnissen, die auf Gefäßinschriften sowie Auswertungen und Rekonstruktionen des Palermosteins gründen, dürfte Qaa etwa 33–34 Jahre regiert haben. Dies wird durch Elfenbeintäfelchen aus seiner Regierungszeit sowie durch Inschriften auf Steinschalen aus Sakkara unterstützt: dort ist ein zweites Sedfest (Heb-sed) belegt. Dieses wurde traditionell im 33. Regierungsjahr eines Herrschers abgehalten.

Die ersten zwei Regierungsjahre von Qaa sind auf dem Kairener Fragment 1 des Annalenstein der 5. Dynastie erhalten, doch verzeichnet das erste Ereignisfenster nur die üblichen Feierlichkeiten zu Beginn einer neuen Herrschaft: Das Erscheinen des Königs von Ober- und Unterägypten, das Vereinen der Beiden Länder und das Umschreiten der Weißen Mauern (von Memphis). Das zweite Ereignisfenster ist nur im Ansatz erhalten und obendrein durch Abrieb so beschädigt, dass der Kalendereintrag nicht mehr lesbar ist. Es sind insgesamt 54 Jahrestäfelchen des Herrschers bekannt, sie bestehen aus Elfenbein oder Akazienholz und sind größtenteils nur noch in Fragmenten erhalten. Fast sämtliche Inschriften haben die Bezeichnung und Mengenangaben von Grabbeigaben in Form von Fischöl, Tierfett, Wein, Bier oder Rosinen zum Inhalt. Andere nennen die „Inspektion lybischen Harzes und Holzes allerbester Qualität“. Auch werden ein erster und ein zweiter Apis-Lauf erwähnt. Weiters findet sich oft die Erwähnung einer Schreinweihe zu Ehren des Paviangottes Hedju-wer. Auch die Gründung eines Gebäudes namens Qau-netjeru („Erhebungen der Götter“) wird genannt. Diese Institution oder Festung wird auch auf insgesamt 22 Steingefäßen erwähnt.
In Sakkara datieren mehrere Mastabas (S-3500, S-3505, S-3120) in Qaas Regierungszeit. Eine davon, Mastaba S-3505, gehört dem Beamten Merka. Erstmals ist dieser Mastaba ein Totentempel vorgelagert, wobei noch Reste der Bemalung erkennbar sind. Weitere hohe Beamte unter Qaa sind ein gewisser Henuka, der auch schon unter Semerchet im Amt war, sowie Neferef und Sabef, die in Abydos begraben wurden. Von Sabef fand sich dort eine dekorierte Stele. Unter Qaa ist auf einem Siegelabdruck aus Saqqara (Mastaba S-3504) zum ersten Mal das wichtige Amt eines Wesirs (Tjati) bezeugt, dessen Name jedoch nicht überliefert ist.
Es gibt Anzeichen, dass das Ende der Regierungszeit von Qaa nicht ganz unproblematisch war. Bereits Wolfgang Helck verweist auf mindestens ein Elfenbeintäfelchen aus Qaas Grab, das von einem Nachfolger stammen muss und einen mysteriösen Nesut-Bitj-Namen nennt. Der Name wird im Zusammenhang mit der Schenkung von libyschem Harz und Akazienholz als Grabbeigaben unter der Aufsicht des Beamten Henuka genannt. Über dem Nesut-Bitj-Namen ist der untere Rest einer Haus-Darstellung zu erkennen. Der Nesut-Bitj-Name beginnt mit dem Gardiner-Zeichen V31A (ein Henkelkorb) und kann nicht Qaa meinen, denn dessen Nesut-Bitj-Name beginnt mit dem Gardiner-Zeichen N29 (ein Sandhügel). Zu allem Unglück wurde der untere Teil des geheimnisvollen Namens zerkratzt, sodass das letzte Zeichen nicht mehr lesbar ist. Daher bleibt es rätselhaft, wer dieser gewisse Nesut-Bitj K... gewesen sein könnte.
Im Grab des Beamten Merka fand sich der Horusname eines sonst wenig bezeugten Herrschers, Sneferka. Auf weiteren Gefäßfragmenten, die in etwa in diese Zeit datieren, fand sich der Name eines gewissen König „Vogel“. Beide Herrscher erscheinen nicht in späteren Königslisten. Toby Wilkinson vermutet, dass diese Herrscher nach dem Tod von Qaa vielleicht um den Thron stritten und Hetepsechemui, mutmaßlich erster Herrscher der 2. Dynastie, die Thronwirren irgendwie beendete (möglicherweise militärisch oder durch einen Putsch). Daraufhin begann eine neue Dynastie. Im Falle des Namens von Sneferka ist alternativ vermutet worden, dass es ein zweiter Horusname von Qaa gewesen sein könnte, den dieser nur sehr kurze Zeit trug. Allerdings ist diese These nicht unwidersprochen, weil ein solcher Brauch für die gesamte Frühzeit nicht belegt ist. Auch Wolfgang Helck argwöhnt Thronwirren und vermutet, dass hier möglicherweise gar eine komplette „Klein-Dynastie“ entweder einer sogenannten Damnatio memoriae zum Opfer fiel oder die Herrscher so kurz regierten, dass ihre Namen im Verlauf der Geschichte gewissermaßen untergingen. Er weist ergänzend auf die Eigentümlichkeit hin, dass bis König Qaa regelmäßig Gefäße und Tonsiegel mit kurzen Herrscherlisten in diversen Mastabas und Königsgräbern gefunden wurden, ein weiteres Mal im Galeriegrab des Ninetjer aus der 2. Dynastie, wo die Horusnamen von Hetepsechemui, Raneb und Ninetjer gemeinsam aufgereiht sind. Eine solche „Königsliste“ fehlt für die Übergangszeit von 1. zu 2. Dynastie.

Von Qaa, dem letzten König der 1. Dynastie, kennt man das Grab in Abydos (Grab Q), welches ca. 30 mal 23 Meter groß ist. Es bestand aus einer unterirdischen Grabkammer, zu der eine Treppe hinabführte. Neben der Treppe fanden sich vier Vorratskammern. Das Grab war beraubt. Ein bemerkenswerter Fund ist ein Elfenbeinstäbchen, wohl von einem Spiel, auf dem ein gefesselter Asiate dargestellt ist, wie die Beischrift besagt. Neben den üblichen Gefäßsiegeln mit seinem Namen fand man in seinem Abydos-Grab zwei Stelen. Sie befinden sich heute in den Museen von Kairo und Pennsylvania (siehe Bild). Bis zum Beginn der 2. Dynastie war es altägyptische Tradition, dass ein Teil der Angehörigen des Königshauses in Nebengräbern bestattet wurde, die architektonisch direkt in die königliche Grabanlage integriert waren. Diese Tradition wurde unter König Qaa mit dessen Regierungsende aus noch nicht näher geklärten Gründen aufgegeben.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Semerchet | König von Ägypten 1. Dynastie (Ende) | Sneferka? „Vogel“? Hetepsechemui? |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Qaa |
| ALTERNATIVNAMEN | Hor-qa-a |
| KURZBESCHREIBUNG | altägyptischer König der 1. Dynastie |
| GEBURTSDATUM | um 2853 v. Chr. |
| STERBEDATUM | um 2828 v. Chr. |