| QuarkXPress | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entwickler | Quark Inc. |
| Erscheinungsjahr | 31. März 1987 |
| Aktuelle Version | 2026 22.0.1 (Dezember 2025) |
| Betriebssystem | macOS, Microsoft Windows |
| Kategorie | Desktop-Publishing |
| Lizenz | proprietär, Kauflizenz |
| deutschsprachig | ja |
| www.quark.com | |
QuarkXPress ist ein rahmenorientiertes Layoutprogramm des US-amerikanischen Herstellers Quark Inc. Die erste Version wurde 1987 für den Apple Macintosh veröffentlicht.
Der ursprüngliche Entwickler von QuarkXPress ist Tim Gill, der Quark Inc. 1981 in Denver gründete und zunächst Textverarbeitungs-Software für Apple II und III schrieb.
Neben dem 1985 erschienenen Aldus PageMaker gilt QuarkXPress als ein Vorreiter des Desktop-Publishing (DTP) und zählt heute mit Adobe InDesign zu den marktführenden DTP-Layoutprogrammen. Es verfügt über zahlreiche im Bereich der Printmedien benötigte Funktionen aus dem Bereich der Druckvorstufe, wie z. B. typografische Kontrolle, die Möglichkeit der Farbseparation, Überfüllungsalgorithmen, PostScript- und PDF-Ausgabe. Weiterhin bietet es für die fortschreitenden Crossmedia-Publishing-Anforderungen auch Funktionen für HTML5-, E-Book- und App-Export.

QuarkXPress wird in Werbeagenturen und von freien Grafikern, bei Prepress-Dienstleistern sowie in Druckereien und Verlagen eingesetzt. Zusammen mit Redaktionssystemen wie Quark Publishing System (QPS) ist es häufig in der professionellen Zeitungs- und Zeitschriftenproduktion anzutreffen. Weitere Einsatzbereiche sind Prospekte, Broschüren, Kataloge, Faltblätter, Plakate, Geschäftsdrucksachen und auch Database-Publishing-Anwendungen. Dank Unterstützung von Inhaltsverzeichnissen und Stichwortverzeichnissen eignet es sich auch für gestaltungsintensive Buchproduktionen.
Seit QuarkXPress 5 können mit dem Programm auch direkt Webseiten (HTML) erstellt werden, ohne auf einen externen HTML-Editor zuzugreifen. Seit Oktober 2006 kann man mit dem Plug-in Quark Interactive Designer auch Flash-Inhalte direkt aus QuarkXPress erstellen. Dieses Plug-In wird seit QuarkXPress 8 mitgeliefert.
Ab Version 9 können Inhalte zudem in das ePUB-Format und in das von Ray Kurzweil entwickelte Blio-Format exportiert werden. Seit QuarkXPress 9.5 können auch HTML5-basierte Apps für Android, Apple iOS und Kindle Fire sowie Web-Apps exportiert werden.
Im deutschsprachigen Raum wurde früher die Variante QuarkXPress Passport verkauft, die im Unterschied zu der in England und den USA erhältlichen Variante multilinguale Sprachunterstützung bot. Die Passport-Varianten wurden mit Version 8 abgeschafft. Der einzige Unterschied zwischen den heutigen „Editionen“ sind die Benutzeroberflächen-Sprachen und die Möglichkeit, japanische Typografie zu erstellen.
Jede Edition von QuarkXPress 8 und 9 unterstützt 38 Sprachen und Sprachvarianten – jeweils für Worttrennung und Rechtschreibprüfung. Die Benutzeroberfläche lässt sich dynamisch in andere Sprachen umstellen. Es werden folgende Editionen vertrieben: Amerikas (Nord und Süd), Amerikas Plus, Ostasien, Osteuropa, United Kingdom, United Kingdom Plus, Westeuropa und Westeuropa Plus. Die Plus-Varianten fügen jeweils die Möglichkeit hinzu, japanische Typographie zu erstellen.
Durch die Unterstützung von Plug-ins (die bei Quark „XTensions“ heißen) seit 1989 kann die Funktionalität des Programms erweitert werden.
Ab Version 3.1 ist QuarkXPress auch für Windows-Systeme verfügbar.
Ab Version 4.1 unterstützt QuarkXPress den Import und Export von Inhalten via XML und PDF-Import sowie PDF-Export (nur via Distiller).
Ab Version 5 stellt die Software neben Ebenen auch Features zum Erstellen von Webseiten (HTML) bereit. Aufgrund vielfältiger Proteste zu den zwingend notwendigen Hardwareschlüsseln (Dongles) ab Version 4 wurden diese mit der Version 5 wieder abgeschafft.
QuarkXPress 6 ist die erste unter Mac OS X nativ lauffähige Version, Version 7.01 war die erste Universal Binary Variante.
Version 6.5 fügte eine Unterstützung für das XML-Dokumentenbeschreibungsformat Document Object Model (DOM) hinzu, die allerdings nur gelesen werden kann. Ab Version 6.5 können auch native Photoshop-Dateien (PSD) und Excel-Dateien (XLS) eingelesen werden. Außerdem erlaubt sie, PDFs direkt ohne Zuhilfenahme von Distiller zu erstellen.
Version 7 fügte OpenType- und Unicode-Unterstützung sowie native Schatten und Transparenzen hinzu; letztere können auch granular auf Teilobjekte angewandt werden. Darüber hinaus bietet Version 7 Unterstützung für JDF und PDF/X sowie Flightcheck-Funktionen und solche zum Zusammenarbeiten (so können mehrere Layouter gleichzeitig an der gleichen Seite mit Hilfe sogenannter Composition Zones arbeiten).
Quark liefert ab Version 7 Mehrbetriebssystem-Versionen aus und erlaubt die duale Verwendung einer Lizenz. Somit kann man mit einer Lizenz QuarkXPress z. B. sowohl auf dem heimischen Windows-PC wie auch dem Mac im Büro installieren und nutzen.
Version 8 verbesserte die Oberfläche und erlaubt, Drag & Drop von anderen Anwendungen (wie Finder oder Adobe Bridge) und wieder zurück. Dies soll laut einer von Quark beauftragten Studie die Arbeitsgeschwindigkeit signifikant erhöhen. Außerdem stellt QuarkXPress 8 ostasiatische Typografie, mehrere Grundlinienraster (auch vertikal), einstellbaren optischen Randausgleich, Objektstile, Illustrator (AI) Import und eingebauten Flashexport zur Verfügung. Quark hat mit dieser Version den mit 2015 eingeschlagenen Weg weiter beschritten, sich damit viel Lob der Anwender erarbeitet und den Vorsprung von Indesign weiter verkürzt.
QuarkXPress 9 bietet Automatisierungsfunktionen und neue Designfunktionen, wie verschachtelte Stile, Legenden (Marginalelemente), Aufzählungen und Nummerierungen, einen Wizard für komplexe Bezierformen, Kontaktbögen (Multi-Bild-Import), Seiten klonen etc.
QuarkXPress 10 ist die erste Cocoa-native Version von QuarkXPress 10 und bietet eine neue Grafikengine, die nun EPS, PDF, AI und andere Vektorformate nativ und damit hochaufgelöst anzeigt. Für Nutzer einer 32-Bit Variante von Windows ist Version 10.5.2 die letzte Version, die installiert werden kann, ab Version 2015 braucht man ein 64-Bit Betriebssystem.
QuarkXPress 2015 (Version 11) kann Fußnoten und Endnoten aus MS Word importieren oder selbst anlegen, Tabellenstile halten Einzug in Quark und auch Variablen (für lebende Kolumnentitel oder Querverweise). Außerdem kann man Tastenkürzel selbst definieren und als PDF/X-4 exportieren. Von November 2017 bis Oktober 2018 bot die Zeitschrift c’t (Heise Verlag) eine uneingeschränkte Version von QuarkXPress 2015 für 9,90 € an und berichtete, dass der Heise Verlag QuarkXPress zur Erstellung seiner Zeitschriften nutzt.
QuarkXPress 2016 (Version 12): Umwandeln von PDF-, Illustrator- und EPS-Dateien in native QuarkXPress Objekte, Illustrator und Microsoft Office Objekte als native QuarkXPress Objekte einfügen, Umwandlung von Print Layout in ein HTML5-Layout, HTML5-Export mit direkter Vorschau, mehrstufige Verläufe mit beliebig vielen Farben, Unterstützung für OpenType Stylistic Sets, neue Windows-Benutzeroberfläche, Farbwähler Werkzeug (Farbpipette), Unterstützung des Touchpads für Gestensteuerung (nur Mac), dynamische Hilfslinien für Textrahmen-Spalten, die Inhaltsvariablen brechen automatisch am Zeilenende um, Unterstützung von ICCv4-Profilen.
QuarkXPress 2017 (Version 13): Nicht-destruktive Bildbearbeitung (Filter und Effekte sowie Farbkorrekturen), Text- und Absatzschattierungen, Text- und Absatzumrandungen, Textkontur (von „Live Text“), Transparenzmodi (wie weiches Licht, Multiplizieren etc.), Zeilenspanner und -trenner, Export von responsiven HTML5-Publikationen, Export von iOS Single Apps (ohne weitere Kosten). 2017 erlaubte Quark ein Upgrade auf QuarkXPress Version 13 von Konkurrenzprodukten wie Adobe InDesign, CorelDraw oder Microsoft Publisher.