Die gens Quinctia (lateinisch Quinctii, auch gens Quintia, deutsch Quinctier) war eine alte patrizischen Familie (gens) der Römischen Republik. Sie trugen den Gentilnamen Quinctius.
Laut Titus Livius wurden die Quinctier (bzw. Quintier) und andere nach der Eroberung von Alba Longa durch den römischen König Tullus Hostilius unter die römischen gentes aufgenommen, wurden deswegen aber als gentes minores betrachtet. Ihr Name leitet sich von dem Gentilnamen Quinctius oder Quintius ab, wobei Quinctius die ältere Schreibweise darstellt. Die prinzipiellen Familien der Quinctier tragen die Cognomen Capitolinus, Cincinnatus und Flamininus, untergeordnet auch Atta, Barbatus, Caesernius Statius, Claudus, Crispinus, Hirpinus, Pennus (oder Poenus), Scapula und Trogus. Hauptsächliche Vornamen der Quinctier waren Lucius und Titus, ferner Kaeso, Gaius, Gnaeus und Quintus. Bei den plebejischen Quinctiern waren auch noch andere Vornamen im Gebrauch.
Die Quinctier tauchen in der Überlieferung erstmals unter Tarquinius dem Älteren auf. Mit Titus Quinctius Capitolinus Barbatus, der zwischen 471 und 439 v. Chr. insgesamt sechsmal Konsul war, bekleideten sie erstmals ein wichtiges Amt. Im Verlauf der Geschichte der Römischen Republik stellten die Quinctier insgesamt 18 Konsuln, 16 Konsulartribunen, vier Diktatoren, vier Magistri equitum und einen Censor. Aufgrund der Leistungen des Cincinnatus und des Titus Quinctius Capitolinus Barbatus besaßen die Quinctier ein hohes Renommee.
Das Cognomen Capitolinus ist vom Mons Capitolinus abgeleitet, einem der berühmten sieben Hügel Roms. Cincinnatus und das Agnomen Crispinus der späteren Quinctii Capitolini beziehen sich auf jemanden mit feinem, lockigen Haar und treten gelegentlich zusammen in einer Person auf. Das Cognomen Pennus bedeutet laut Isidor von Sevilla scharf, spitz. Denkbar ist auch eine Ableitung von penna mit der Bedeutung Feder, Flügel. Flamininus stammt wahrscheinlich vom Substantiv flamen, das auch der gens Flaminia zugrunde liegt. Die Quinctii Flaminini tauchen während des Zweiten Punischen Krieges auf und bleiben für die nächsten hundert Jahre von großer Bedeutung.

