

Quo vadis? ist eine lateinische Phrase mit der Bedeutung „Wohin gehst du?“
Diese Phrase findet sich in der lateinischen Vulgata-Übersetzung des Johannesevangeliums (13,36):
Nach der Einheitsübersetzung:
Auf diese Stelle bezieht sich die Erzählung in den apokryphen Petrusakten. Nach dieser Legende begegnete der Apostel Petrus auf seiner Flucht aus Rom Christus und fragte ihn: „Domine, quo vadis?“ („Wohin gehst du, Herr?“) Er erhielt zur Antwort: „Romam venio iterum crucifigi“ („Nach Rom, um mich erneut kreuzigen zu lassen“). Daraufhin kehrte Petrus um, wurde in Rom gefangen genommen und gekreuzigt.
Ambrosius von Mailand zufolge und gemäß einer Handschrift aus Ohrid (Nordmazedonien), die einen sehr alten Überlieferungsstrang wiedergibt, lautete die Frage des Petrus: „Quo venis?“ („Weshalb kommst Du?“)
Um diese Legende rankt sich der Roman Quo Vadis des polnischen Schriftstellers Henryk Sienkiewicz. Auf dem Roman beruht die US-amerikanische Verfilmung aus dem Jahr 1951, ebenfalls mit dem Titel Quo vadis? 2001 entstand eine polnische Filmversion von Filmregisseur Jerzy Kawalerowicz.
1907 vertonte Feliks Nowowiejski den Roman als Szenisches Oratorium unter dem Titel Quo Vadis nach einem Libretto von Antonie Jüngst. Im Jahre 2005 wurde für die Antikenfestspiele Trier ein gleichnamiges Musical komponiert, das am 16. Juni uraufgeführt wurde.
Die Phrase „Quo vadis“ fand im Laufe der Zeit auch den Weg in die deutsche Umgangssprache und wird dort meist im Sinne von „Wohin soll das noch führen?“ oder „Wie soll das weitergehen?“ verwendet, mithin um Besorgnis oder Skepsis auszudrücken.
An der Via Appia in Rom, außerhalb der Porta San Sebastiano, wo die legendäre Begebenheit stattgefunden haben soll, steht heute die Kirche Domine, Quo Vadis. Hier wird neben der Kopie der angeblichen Fußabdrücke Jesu auch eine Büste von Sienkiewicz gezeigt.