Hundelshausen (Witzenhausen)

Hundelshausen
Koordinaten: 51° 18′ N, 9° 51′ OKoordinaten: 51° 17′ 34″ N, 9° 51′ 2″ O
Höhe: 206 m ü. NHN
Fläche: 19,35 km²
Einwohner: 1055 (Sep. 2022)
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1971
Postleitzahl: 37215
Vorwahl: 05542
Blick auf den nördlichen Teil Hundelshausens
Blick auf den nördlichen Teil Hundelshausens

Hundelshausen ist ein Ortsteil der Stadt Witzenhausen im hessischen Werra-Meißner-Kreis (Deutschland). Das Dorf hat knapp 1100 Einwohner.

Geographische Lage

Ehem. Bahnhof Hundelshausen

Hundelshausen liegt am Ostrand des Kaufunger Waldes im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land (Werratal.Meißner.Kaufunger Wald) 5,5 km südlich der Kernstadt von Witzenhausen und 3 km nordnordöstlich des zu Großalmerode gehörenden Trubenhausen. Es liegt nordöstlich des Langenbergs (565 m ü. NHN) auf etwa 200 m Höhe am Unterlauf der Gelster und an der Bundesstraße 451. Der Gutshof Rückerode, der sich 1,3 km nordöstlich des Dorfs befindet, gehört als Exklave zur Gemarkung Hundelshausen.

Geschichte

Ortsgeschichte

Im Jahre 1111 wurde Hundelshausen erstmals im Verzeichnis der Besitzungen der Reichsabtei Fulda unter dem Namen „Hunolteshusen“ erwähnt. 1297 wird Hundelshausen nun als Dorf in der Landgrafschaft Hessen unter seinem heutigen Namen „Hundelshausen“ durch das Kloster Cornberg, ein Tochterkloster der Reichsabtei Hersfeld, erwähnt. Der Ort gehörte bis 1821 zum hessischen Amt Ludwigstein/Witzenhausen und danach zum Landkreis Witzenhausen. Während der französischen Besetzung gehörte Hundelshausen zum Kanton Witzenhausen im Königreich Westphalen (1807–1813).

Im 19. Jahrhundert wurde am östlichen Rand des Dorfes Gips entdeckt. Seit 1921 wurde der Gips von den Kurhessischen Gipswerken Peter Orth abgebaut, die nach der Fusion mit den Vereinigten Gipswerken Stadtoldendorf im Jahre 2004 als größter Arbeitgeber vor Ort unter VG-Orth GmbH & Co. KG firmieren. Durch den Gipsabbau entstand der Grüne See, ein Naturbadesee.

Blick von der Spitze südostwärts auf Hundelshausen (Sommer 1957)

Zum 1. Oktober 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Hundelshausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Witzenhausen eingemeindet, da Hundelshausen, Kleinalmerode, Ellingerode, Dohrenbach und Roßbach sich nicht einig werden konnten, in welchem Dorf das Rathaus ihrer gemeinsam geplanten „Gemeinde Vierbach“ stehen sollte. Für die nach Witzenhausen eingegliederten, ehemals eigenständigen Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

2011 fand die 900-Jahr-Feier statt: Hierbei wurde zusätzlich zur Kirmes ein Festkommers am Donnerstagabend ausgetragen. Zum historischen Festzug am Sonntag kamen mehrere tausend Besucher nach Hundelshausen. Die 900-Jahr-Feier wurde von der „900 Jahre Hundelshausen GbR“ ausgetragen, deren Gesellschafter die fünf kirmesführenden Vereine und der Kulturverein Gelstertal sind. Die GbR organisierte im Jahr 2011 zahlreiche weitere Veranstaltungen anlässlich des Dorfjubiläums, wie z. B. ein Jubiläumsschießen, und sie beteiligte sich an zahlreichen Festumzügen in der Region. Hierfür wurde der GbR u. a. ein Ehrenpreis des Erntefestausschusses Witzenhausen verliehen.

Chronologie historischer Ereignisse

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Hundelshausen 1089 Einwohner. Darunter waren 15 (1,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 189 Einwohner unter 18 Jahren, 411 zwischen 18 und 49, 219 zwischen 50 und 64 und 273 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 456 Haushalten. Davon waren 123 Singlehaushalte, 138 Paare ohne Kinder und 156 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 120 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 264 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon
• 1466:32 Hausgesesse
• 1542:35 Hausgesesse
• 1575/85:61 Hausgesesse
• 1681:38 Hausgesesse
• 1747:75 Mannschaften mit 73 Feuerstellen
• 1748:384 Einwohner
Hundelshausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2022
Jahr  Einwohner
1834
  
735
1840
  
768
1846
  
814
1852
  
766
1858
  
726
1864
  
754
1871
  
751
1875
  
718
1885
  
714
1895
  
758
1905
  
839
1910
  
928
1925
  
1.006
1939
  
1.054
1946
  
1.359
1950
  
1.370
1956
  
1.336
1961
  
1.281
1967
  
1.371
1970
  
1.371
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
1.089
2015
  
1.065
2022
  
1.055
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS; Stadt Witzenhausen; Zensus 2011

Historische Religionszugehörigkeit

• 1925:968 evangelische (= 96,22 %), 35 zur Landeskirchlichen Gemeinschaft (= 3,48 %), 21 katholische (= 2,09 %), ein baptistischer (= 0,1 %) Einwohner
• 1961:1128 evangelische (= 88,08 %), 131 katholische (=10,23 %) Einwohner

Politik

Für Hundelshausen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Hundelshausen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 52,75 %. Alle Kandidaten gehörten der Liste „Gemeinsam für Hundelshausen“ an. Der Ortsbeirat wählte Karin Meissner-Erdt zur Ortsvorsteherin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Regelmäßige Veranstaltungen

Bauwerke

Neugotische Kirche von Hundelshausen

Freizeiteinrichtungen

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Hundelshausen, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 10. Dezember 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. 1 2 Stadtteil Hundelshausen In: Webauftritt der Stadt Witzenhausen. Abgerufen im März 2023.
  3. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 410 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  4. ↑ Hauptsatzung. (PDF; 1,6 MB) § 6. In: Webauftritt. Stadt Witzenhausen, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Juni 2022; abgerufen im März 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. 1 2 3 Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 58 und 114, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020.
  6. ↑ Ortsbeiratswahl Hundelshausen. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im März 2023.
  7. ↑ Ortsbeirat Hundelshausen. In: Webauftritt. Stadt Witzenhausen, abgerufen im März 2023.
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