| RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V. | |
|---|---|
| Gründung | 23. April 1925 |
| Sitz | Bonn |
| Zweck | Gütesicherung, Kennzeichnung, Vergabe von Umweltzeichen, Standardisierung, Lizenzmanagement, Marktüberwachung, Weiterbildung |
| Vorsitz | Boris Schubert (Präsident) |
| Geschäftsführung | Rüdiger Wollmann (Hauptgeschäftsführer), Thomas Roßbach, Christoph Eßer-Ayertey |
| Website | www.ral.de |
RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V. ist eine unabhängige und gemeinnützige Institution mit Sitz in Bonn. Das Fundament der am 23. April 1925 gegründeten Organisation bildet die RAL Gütesicherung. RAL erkennt Gütezeichen für Produkte und Dienstleistungen im Rahmen eines neutralen Anerkennungsverfahrens an; verliehen werden sie durch die rechtlich selbstständigen Gütegemeinschaften. Aktuell nutzen 112 Gütegemeinschaften mit rund 13.000 Mitgliedsunternehmen das System der RAL Gütesicherung, innerhalb dessen 149 verschiedene Gütezeichen verliehen werden (Stand: April 2026).
Strukturell ist RAL als Mitgliederverein konzipiert, der die strategische Führung über das System der Gütesicherung behält. Organisatorisch gliedert sich die Institution in den Verein sowie die 2008 gegründete, hundertprozentige Tochtergesellschaft RAL gGmbH. Dabei verantwortet der RAL e. V. den Geschäftsbereich „RAL Gütezeichen“, während die Bereiche „RAL Umwelt“, „RAL Logo Lizenz“, „RAL Akademie“ und „RAL Farben“ der gGmbH zugeordnet sind.
Die Geschichte von RAL begann mit dem Ziel, durch einheitliche Regeln und verlässliche Standards mehr Klarheit und Vertrauen in der deutschen Wirtschaft zu schaffen.
RAL wurde am 23. April 1925 als „Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen“ in Berlin gegründet. Die Initiative ging gleichermaßen von der Privatwirtschaft und der damaligen Reichsregierung aus. Vorrangiges Ziel war es, dem seinerzeit herrschenden „Wildwuchs“ an unkontrollierten Gütebezeichnungen durch die Schaffung einheitlicher Güte- und Lieferbedingungen entgegenzuwirken. Organisatorisch wurde RAL dem Rationalisierungs-Kuratorium der Deutschen Wirtschaft (RKW) angegliedert.
Bereits im Jahr 1927 legte RAL mit der ersten verbindlichen Festlegung von 40 Farbtönen und deren Benennung durch RAL-Nummern den Grundstein für das heute weltweit verbreitete Farbsystem.
In den 1930er Jahren wurden die Prinzipien der Gütesicherung präzisiert und eine unabhängige Überprüfung durch Gütegemeinschaften etabliert. Um diesen Fokus namentlich zu verankern, erfolgte die Umbenennung in „Ausschuss für Lieferbedingungen und Gütesicherung“.
Nach der Auflösung am Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte 1948 die Neugründung in Frankfurt am Main. Ein entscheidender Schritt für die institutionelle Entwicklung war das Jahr 1952: In diesem Jahr wurde RAL dem Deutschen Normenausschuss (DNA) angegliedert und erhielt die offizielle staatliche Anerkennung durch den Bundesminister für Wirtschaft. Unter der Bezeichnung „Ausschuss für Lieferbedingungen beim DNA“ wurde damit die Stellung von RAL als neutrale Instanz für die Anerkennung von Gütezeichen in Deutschland gefestigt.
Im Jahr 1978 wurde RAL vom Umweltbundesamt als offizielle Vergabestelle für den Blauen Engel bestimmt – das weltweit erste Umweltzeichen seiner Art.
Zum 1. Juli 1979 verlegte das Institut seinen Sitz von Frankfurt am Main nach Bonn. 1980 erhielt die Organisation ihren heutigen Namen „RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V.“. Die internationale Ausrichtung wurde 1992 erweitert, als RAL als zuständige Stelle („Competent Body“) für die Vergabe des EU-Umweltzeichens in Deutschland benannt wurde.
Im August 2008 gliederte der Verein die Geschäftsbereiche „RAL Farben“ und „RAL Umwelt“ in die neu gegründete RAL gemeinnützige GmbH (RAL gGmbH) aus. Seit 2013 gehört auch der Bereich „RAL Logo Lizenz“ zu dieser Tochtergesellschaft. Im Jahr 2017 bezog die Institution ihren heutigen Hauptsitz im Bonner Stadtteil Beuel.
Die Organisationsstruktur sichert die Objektivität der Gütesicherung.
RAL ist im Lobbyregister für die Interessenvertretung gegenüber dem Deutschen Bundestag und der Bundesregierung eingetragen.
Die Tätigkeiten von RAL verteilen sich auf die verschiedenen Geschäftsbereiche des e. V. und der Tochtergesellschaft gGmbH.

Das System der RAL-Gütesicherung bildet den Kern des Instituts. Es basiert auf der Eigenverantwortung der Wirtschaft und der Neutralität des Anerkennungsverfahrens.
RAL übernimmt als offizielle Vergabestelle operative Aufgaben für Umweltkennzeichen:
Dieser Bereich übernimmt die unabhängige Vermarktung, Vergabe und Überwachung von Kennzeichen und Marken. Zu den Aufgaben gehören Lizenzierungsprozesse sowie die Überwachung der Zeichenverwendung am Verkaufsort und in den Medien. Ein Schwerpunkt liegt auf der seit 2013 wahrgenommenen Lizenzvermarktung der Wort-Bild-Marke der Stiftung Warentest. Seit März 2023 agiert RAL zudem im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) als nationaler Regulator für die Nährwertkennzeichnung Nutri-Score in Deutschland.
Die „RAL Akademie“ bietet Seminare für Fachkräfte aus Industrie, Handwerk, Architektur und Design an. Die Schwerpunkte liegen auf der Vermittlung von Fachwissen zur RAL-Gütesicherung sowie zur professionellen Anwendung der RAL-Farben.
Der Geschäftsbereich „RAL Farben“ setzt Standards für eine weltweit eindeutige Farbkommunikation. Mit über 2.500 definierten Farbtönen ist das System in zahlreichen Lebensbereichen präsent:
Die Verbindlichkeit dieser Standards zeigt sich in ihrer Anwendung durch Behörden und Unternehmen. Bekannte Beispiele sind: