Der Rabin-Automat ist eine spezielle Form des ω-Automaten. Sie sind benannt nach ihrem Erfinder Michael O. Rabin, der damit 1969 erstmals endliche Automaten auf unendliche Wörter verallgemeinerte.
Rabin-Automaten zur Worterkennung
Nichtdeterministischer Rabin-Automat zur Worterkennung
Ein nichtdeterministischer Rabin-Automat (NRA) ist ein 5-Tupel wobei gilt:
ist eine endliche Menge von Zuständen, die Zustandsmenge,
ist eine endliche Menge von Symbolen, das Eingabealphabet,
ist die Übergangsrelation mit ,
ist eine endliche Menge von Zuständen mit , die Startzustandsmenge,
ist eine Familie von Paaren von Zustandsmengen.
Deterministischer Rabin-Automat zur Worterkennung
Ein deterministischer Rabin-Automat (DRA) ist ein 5-Tupel wobei gilt:
ist eine endliche Menge von Zuständen, die Zustandsmenge,
ist eine endliche Menge von Symbolen, das Eingabealphabet,
ist die Übergangsfunktion mit ,
ist der Startzustand mit ,
ist eine Familie von Paaren von Zustandsmengen.
Die Mächtigkeit von wird als Index des Automaten bezeichnet.
Akzeptanzverhalten
Ein unendliches Wort wird vom deterministischen Rabin-Automaten akzeptiert genau dann, wenn es für den zugehörigen unendlichen Pfad
ein Paar gibt mit
, d.h. alle Zustände aus werden nur endlich oft besucht, und
, d.h. mindestens ein Zustand aus wird unendlich oft besucht.
Eine Definition mit umgekehrter Bedeutung des Paars ist ebenso möglich.
Verhältnis zu Büchi-, Streett- und Muller-Automaten
Das Akzeptanzverhalten eines nichtdeterministischen Rabin-Automaten (NRA) ist allgemeiner als eines nichtdeterministischen Büchi-Automaten (NBA), daher gilt:
Für jeden NBA der Größe n gibt es einen äquivalenten NRA mit Index1 und gleicher Größen.
Zu jedem NBA gibt es einen DRA mit identischer Sprache.
Eine Rabinbedingung lässt sich jedoch auch in eine Büchi-Bedingung umwandeln, es gilt:
Für jeden NRA der Größe n und vom Index k gibt es einen äquivalenten NBA mit höchstens Zuständen.
Die Akzeptanzbedingung des Rabin-Automaten ist dual zur Akzeptanzbedingung des Streett-Automaten. Daher lassen sich Deterministische Rabin- und Streett-Automaten leicht ineinander komplementieren und es gilt:
Für jeden DRA der Größe n und vom Index k gibt es einen deterministischen Streett-Automaten der Größe n und vom Index k dessen Sprache komplementär zur Sprache von ist: .
Des Weiteren gilt:
Jeder DRA ist zu einem deterministischen Muller-Automaten (DMA) äquivalent und umgekehrt.
Quellen und Weblinks
Martin Hofmann, Martin Lange:Automatentheorie und Logik. In: eXamen.press. Springer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-642-18089-7.