Race across the Alps

Das Race across the Alps (RATA) ist ein dem Extremsport zugeschriebener, einmal jährlich im Sommer ausgetragener durch Österreich, die Schweiz und Italien führender Straßen-Radmarathon.

Geschichte

Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung von Franz Venier, Othmar Peer und Max Wassermann, dem ehemaligen Organisator des Dreiländergiro. Venier, ein bekannter Tiroler Extremsportler, wollte 2000 beweisen, dass es möglich ist, elf Anstiege der Hors Catégorie mit insgesamt 14.535 Höhenmetern innerhalb von 32 Stunden zu erklimmen. Seine Fahrt wurde vom ORF dokumentiert und er erreichte nach rund 27 Stunden das Ziel.

Im Folgejahr kam es daraufhin mit 40 Teilnehmern zur ersten Austragung des RATA. Es hat mittlerweile eine sehr hohe Popularität erlangt, die Teilnehmerzahl übersteigt – auch auf Grund der zahlreichen Höchstschwierigkeiten – in der Regel jedoch nicht 50 Teilnehmer.

RTL Television überträgt das Rennen in Österreich teilweise live. Gleich bei der ersten Austragung des Race across the Alps konnte man einen Überraschungssieger verzeichnen, als sich der Österreicher Gerrit Glomser den ersten Platz sicherte. Glomser war bis dato lediglich als „normaler“ Radrennfahrer in Erscheinung getreten – zudem hatte er erst wenige Tage zuvor die Tour de Suisse beendet. Ähnlich verhält es sich mit dem Italiener Maurizio Vandelli, der bislang vier Auflagen gewinnen konnte – drei zwischen 2008 und 2010 sogar in Serie – und damit bis zur „Ablösung“ durch den Deutschen Robert Petzold im Jahr 2023 Rekordsieger des Rennens war. Auch 2011 lag er in Führung, musste jedoch infolge einer Magenverstimmung aufgeben.

Der Sieger des RATA erhält ein Preisgeld von 3000 Euro, der Zweitplatzierte 2000 Euro und der Drittplatzierte 1000 Euro. Es folgen Abstufungen bis zu 200 Euro für den zehnten Rang.

Streckenverlauf

Start- und Zielort des Race across the Alps ist traditionell die Gemeinde Nauders im Westen Tirols. Die durch Österreich, die Schweiz und Italien führende Strecke misst in der Regel 540 Kilometer und ist damit etwa so lang wie die Maratona dles Dolomites (138 km), der Dreiländergiro (168 / 134 km) und der Ötztaler Radmarathon (238 km) zusammengerechnet. Es müssen zirka 13.700 Höhenmeter erklettert werden und angestrebtes Ziel eines jeden teilnehmenden Radfahrers ist es, das RATA binnen 24 Stunden zu beenden. Um als „Finisher“ gelistet zu werden, darf ein 32-Stunden-Limit nicht überschritten werden. Die Strecke ist während des RATA nicht gesperrt, da es sich um eine so genannte Radtouristik-Veranstaltung handelt. Die Fahrer müssen also auch auf den Straßenverkehr achten und die Straßenverkehrsordnungen strikt beachten.

Der Streckenverlauf beinhaltete folgende Passhöhen:

Reschenpass – Stilfser Joch – Gaviapass – Passo dell'Aprica – Mortirolopass – Passo dell'Aprica – Berninapass – Albulapass – Flüelapass – Ofenpass – Umbrailpass – Reschenpass

Rekorde

Den aktuellen Streckenrekord der Herren hält der Tiroler Philip Handl aus Pfaffenhofen in einer Zeit von 19:40:42 Stunden – aufgestellt im Jahr 2024. Er gewann das Rennen auch im Jahr 2025 in einer Zeit von 20:08:55 Stunden. Im Jahr 2021 gewann der Tiroler Dominik Schranz das Rennen in der neuen Rekordzeit von 20:03:05 Stunden vor dem Deutschen Thomas Hoffmeister mit 20:33:17 Stunden. Damit blieben beide unter der bisher schnellsten Zeit des bis dato vierfachen Siegers Robert Petzold.

Den Streckenrekord bei den Damen stellte im Jahr 2026 die Deutsche Tina Büttner mit 25:11:21,8 Stunden auf. Sie verbesserte damit ihre unter der 26-Stunden-Marke liegenden Zielzeiten der Vorjahre.

Im Jahr 2023 gewann Robert Petzold zum fünften Mal das RATA und ist somit der alleinige Rekordsieger.

Siegerliste

Damen

JahrStrecke in kmHöhen­meter Goldmedaille Siegerin Silbermedaille Zweiter Platz Bronzemedaille Dritter Platz
202652514.500Deutschland Tina Büttner -4-Österreich Alexandra PodpeskarDeutschland Hanna Lutz
202552514.500Deutschland Tina BüttnerÖsterreich Alexandra Podpeskar Birgit Bless
202452514.500Deutschland Tina Büttner Bianca FachÖsterreich Alexandra Podpeskar
202352514.500Deutschland Tina Büttner––
202252514.500Österreich Anna KoflerDeutschland Manja Seemann–
202152514.500Deutschland Annett Jalowi––
2019450 A10.700Österreich Nadja Prieling -2-––
201852514.500–––
201752514.500 Christine Staub––
201652514.500 Sabina Compassi––
201552514.500Deutschland Christina Rausch––
201452514.500Österreich Nadja Prieling––
201352514.500 Corinne Furrer Sabina CompassiDeutschland Christina Rausch
201252514.500 Tatjana Ruf––
201152514.500 Trix Zgraggen -2-––
201052514.500 Trix Zgraggen––
200952514.500–––
200852514.500 Anita Serafini––
200752514.500–––
200652514.500–––
200552514.500–––
200452514.500–––
200352514.500–––
200252514.500Australien Cassandra Lowe––
200152514.500–––

Herren

JahrStrecke in kmHöhen­meter Goldmedaille Sieger Silbermedaille Zweiter Platz Bronzemedaille Dritter Platz
202652514.500Österreich Patrick HagenaarsÖsterreich Frederic PasqualiniItalien Michael Oberrauch
202552514.500Österreich Philip Handl -2-Österreich Hannes FankhauserÖsterreich Frederic Pasqualini
202452514.500Österreich Philip HandlDeutschland Robert Müller Jack Burke
202352514.500Deutschland Robert Petzold -5-Österreich Frederic PasqualiniDeutschland Robert Müller
202252514.000Deutschland Robert MüllerÖsterreich Frederic PasqualiniDeutschland Tobias Heß
202153313.600Österreich Dominik SchranzDeutschland Thomas HoffmeisterDeutschland Robert Müller
2019450 A10.700Deutschland Thomas HoffmeisterÖsterreich Robert BergerÖsterreich Paul Lindner
201853313.600Deutschland Robert Petzold -4-
Österreich Daniel Rubisoier -4-
–Österreich Dominik Schranz
201753313.600Deutschland Robert Petzold -3-Österreich Patrick HagenaarsDeutschland Matthias Reinfried
201653313.600Deutschland Robert Petzold -2-Österreich Walter SagederÖsterreich Severin Zotter
201553313.600Deutschland Robert PetzoldÖsterreich Walter Sageder Ralph Diseviscourt
201453313.600Österreich Daniel Rubisoier -3-Österreich Venier FranzÖsterreich Severin Zotter
201353313.600Österreich Daniel Rubisoier -2-Deutschland Rainer Steinberger Thomas Strebel
201253313.600Österreich Daniel RubisoierÖsterreich Patrick GrünerÖsterreich Paul Lindner
Daniel Schnider
201153313.600 Reto Schoch Thomas StrebelItalien Cesare Richini Plinio
201053313.600Italien Maurizio Vandelli -4-Österreich Paul LindnerDeutschland Pierre Bischoff
200953313.600Italien Maurizio Vandelli -3-Österreich Eckkehard DörschlagÖsterreich Heinz Zörweg
200853313.600Italien Maurizio Vandelli -2-Österreich Heinz Zörweg Daniel Wyss
200753313.600Österreich Rene FischerÖsterreich Christoph Strasser Samuel Nagel
200654013.720Österreich Paul Lindner -2-Österreich Wolfgang FaschingÖsterreich Rene Fischer
200554013.720 Daniel Wyss Samuel NagelÖsterreich Gernot Turnosky
200454013.720Österreich Valentin Zeller Samuel NagelFrankreich Dominique Briand
200354013.720Italien Maurizio Vandelli Daniel Wyss Andrea Clavadetscher
200254013.720Österreich Paul Lindner Marko Baloh Jure Robic
200150912.150Österreich Gerrit Glomser Marko BalohÖsterreich Herbert Meneweger
A 
Ohne Gavia: Abkürzung der Strecke aufgrund mehrmaliger längerer Sperrungen der Gavia-Straße im Jahr 2019 aufgrund von Erdrutschen.

Einzelnachweise

  1. ↑ Petzold wird RATA-Sieger in Rekordzeit, abgerufen am 22. April 2019
  2. ↑ Ergebnisliste Race Across the Alps 2026 (PDF)
  3. ↑ Podiumsplätze Jahre 2001–2017
  4. ↑ Ergebnisse 2013 Damen
  5. ↑ Thomas Hoffmeister: RATA 2019 – Danke an meine Schweinecrew, an Petzracing und die vielen Unterstützer an der Strecke und im Social Media. In: strava.com. Strava, Inc., San Francisco, CA USA 94103, 28. Juni 2019, abgerufen am 4. November 2023.
  6. ↑ ex aequo; Race across the Alps 2018, abgerufen am 22. April 2019
  7. ↑ Bormio nach Santa Caterina Valfurva (Gavia Pass) Sperrung SP29. In: gs-forum.eu. MiJo Bikic, 12247 Berlin, 2019, abgerufen am 4. November 2023.
  8. ↑ Momentan gesperrt, Kommentare Passo di Gavia. In: quaeldich.de. quäldich.de GmbH, 10999 Berlin, 2019, abgerufen am 4. November 2023.