Rachel Harrison (* 1966 in New York) ist eine US-amerikanische Künstlerin, die mit Skulpturen, Installationen, Fotografie und Zeichnung arbeitet. Sie kombiniert handgefertigte Formen mit Fundstücken, Fotografien, Videos und Verweisen auf Kunstgeschichte, Politik und Populärkultur.
Harrison entstammt einer Familie russisch- und polnisch-jüdischer Herkunft; ihr Vater war Jurist, ihre Mutter arbeitete am Sarah Lawrence College und promovierte später in Psychologie. Ihr erstes Lebensjahr verbrachte sie in New Jersey, 1967 zog die Familie nach Hastings-on-Hudson. Als Vierzehnjährige übte Picassos Guernica im Museum of Modern Art einen Einfluss auf sie aus, sie begann sich jedoch erst mit etwa zwanzig Jahren intensiv mit Kunst zu beschäftigen. Im Jahr 1984 nahm sie an der Wesleyan University zunächst ein Studium der vergleichenden Religionswissenschaft auf, das sie für Aufenthalte in Kalifornien und an der School of the Art Institute of Chicago unterbrach. Nach ihrer Rückkehr wurde sie durch den Bildhauer Jeffrey Schiff und den Komponisten Alvin Lucier beeinflusst und schloss 1989 mit einem Bachelor in bildender Kunst ab. Im selben Jahr zog sie nach Williamsburg in Brooklyn, wo sie ihre Laufbahn begann. In den 1990er-Jahren unterrichtete sie Kunst an New Yorker Grundschulen und ab 1999 Fotografie an der Columbia University. Sie lebt und arbeitet in Brooklyn.
Für Dinner (1991) stellte Harrison eine Restaurantmahlzeit zunächst in Kunststoffbeuteln aus und konservierte sie später in verschlossenen Gläsern. Ihre erste Einzelausstellung (1996) war eine raumgreifende Installation mit künstlichen Wänden, Fotografien von Müllsäcken und Erbsendosen; der lange Titel stammte aus einem Zeitungsartikel über sturmsichere Gebäude. Für ihre charakteristischen Skulpturen überzieht sie oftmals Styroporformen mit Zement und Acrylfarbe und ergänzt sie durch Alltagsgegenstände, Fotografien oder Bildschirme. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Abstraktion und Figuration, besitzen keinen eindeutigen Vordergrund und erschließen sich beim Umschreiten aus wechselnden Ansichten. Ihre komischen und zugleich irritierenden Zusammenstellungen verweigern festgelegte Bedeutungen und regen zur Entwicklung eigener Erzählungen aus widersprüchlichen Gegenständen und Bildern an. In der Fotoserie Perth Amboy (2001) dokumentierte sie ein Haus, in dessen Fenster Gläubige eine Marienerscheinung sahen; ihre Bilder zeigen vor allem Handabdrücke und Lichtreflexe auf dem Glas. Huffy Howler (2004), eine Skulptur mit Fahrrad und einem Foto Mel Gibsons aus Braveheart, wurde 2007 in Unmonumental im New Museum gezeigt und trug zu Harrisons Einfluss auf jüngere Kunstschaffende bei. Mit Moore to the Point (2013), einem rund 7,6 Meter hohen rosafarbenen Pfeil auf eine Skulptur Henry Moores in Dallas, realisierte sie ihre erste öffentliche Arbeit. Das Whitney Museum zeigte 2019/2020 unter dem Titel Rachel Harrison Life Hack ihre erste umfassende Werkschau mit rund 100 Arbeiten aus 25 Jahren. In Sitting in a Room am Astrup Fearnley Museet thematisierte sie 2022 durch umfunktionierte Vitrinen und Absperrungen die museale Einordnung und Verehrung von Kunstwerken. Bei einer Berliner Ausstellung 2024 hob Monopol den Humor und die verspielten Formen ihrer Skulpturen hervor. Harrison erhielt 2010 den Herb Alpert Award in the Arts, 2011 den Calder Prize und 2015 den Anonymous Was A Woman Award. 2024 wurde sie zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt.
| Personendaten | |
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| NAME | Harrison, Rachel |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Künstlerin |
| GEBURTSDATUM | 1966 |
| GEBURTSORT | New York |