Rada Biller (russisch Рада Биллер, als russisch Раиса Чахмахчева Raissa Tschachmachtschewa, englisch Raissa Tchakhmakhtcheva, wiss. Transliteration: Raisa Čachmachčeva, geboren 1930/1931 in Baku, Aserbaidschanische SSR, Sowjetunion; gestorben am 11. September 2019 in Hamburg) war eine russisch-deutsche Wirtschaftsgeographin und Schriftstellerin.

Raissa Tschachmachtschewa wurde 1930/1931 als Tochter einer jüdischen Mutter und eines armenischen Vaters in Baku geboren und zog 1937 mit der Familie nach Moskau um. Ihr Vater hatte seine Stelle in der Erdölindustrie gekündigt, um dem Großen Terror zu entgehen. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion lebte die Familie in Baschkirien und Stalingrad.
Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte Rada Biller Wirtschaftsgeographie an der Lomonossow-Universität Moskau und war anschließend als Geographin und Volkswirtschaftlerin tätig. Sie lernte Semjon Jewsejewitsch Biller (geboren 1931 in Kunzewo bei Moskau; gestorben im Juli 2017 in Hamburg) kennen, dessen Eltern aus Böhmen stammten. Im Dezember 1954 hat sie in Moskau die Tochter Elena geboren.
In den 1950er Jahren verließ die Familie die Sowjetunion und zog nach Prag. Dort lebte sie im Stadtteil Vinohrady. Im August 1960 kam Billers Sohn Maxim zur Welt. 1968 unterzeichnete Biller nach eigenen Angaben das Manifest der 2000 Worte.
Im April 1971, rund zwei Jahre nach der Niederschlagung des Prager Frühlings emigrierte die Familie Biller nach Hamburg, weil der Ehemann dort eine Tätigkeit als Übersetzer und Dolmetscher erhielt. In Hamburg forschte sie am Institut für Außenhandel und Überseewirtschaft der Universität Hamburg und verfasste als Raissa Tchakhmakhtcheva mehrere wissenschaftliche Monografien. Rada Biller lebte im Quartier Grindel und war ein langjähriges Mitglied der Jüdischen Gemeinde Hamburg.
Rada Biller verstarb im Alter von 88 Jahren in Hamburg, wo sie fünf Jahrzehnte gewohnt hatte. Die Beisetzung fand auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Prag statt, wo im Sommer 2017 der Ehemann Semjon-Jevsej Biller bestattet wurde.
Bereits in den 1960er Jahren begann sie Prosaskizzen, Kurzgeschichten und Erinnerungen in ihrer russischen Muttersprache zu schreiben. Sie debütierte als Schriftstellerin im Alter von rund 72 Jahren mit dem autobiografischen Roman Melonenschale, der 2003 im Berlin Verlag erschien. Die zweite Auflage kam 2005 vom Piper Verlag in den Buchhandel. Im Jahr 2007 folgte der Roman Lina und die anderen und 2011 der Erzählungsband Meine sieben Namen und ich. Sie ist Vorbild für die Hauptfigur des Romans Mama Odessa (2023) ihres Sohnes Maxim.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Biller, Rada |
| ALTERNATIVNAMEN | Tschachmachtschewa, Raissa; Tchakhmakhtcheva, Raissa; Биллер, Рада (russisch); Чахмахчева, Раиса (russisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | russisch-deutsche Wirtschaftsgeographin und Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 1930 oder 1931 |
| GEBURTSORT | Baku, Aserbaidschanische SSR, Sowjetunion |
| STERBEDATUM | 11. September 2019 |
| STERBEORT | Hamburg |