Eine Radarstation ist eine stationäre Anlage zum Betrieb eines oder mehrerer Radarsensoren, insbesondere als Flugsicherungsradar und für die Maritime Verkehrssicherung. Flugsicherungsanlagen werden meist auf Berggipfeln oder an exponierter Stelle in einem Geländezug angelegt, um die größtmögliche Reichweite der Radarortung zu erzielen.
Die Antennenanlagen eines Großraumradars können bis zu 20m breit sein und sind meist durch eine auffällige, kugelförmige Radarkuppel (Radom) vor Witterungseinflüssen geschützt. Forschungs- und Wetterradar-Stationen haben kleinere Antennen.
Die Verarbeitung der Messdaten kann in der Station selbst oder – wie bei der regionalen Flugsicherung – zentral für das ganze Staatsgebiet erfolgen, was entsprechende Datenanbindungen erfordert.
Funktionsweise
Radarstationen nutzen die Prinzipien der Radartechnologie zur Erkennung und Lokalisierung von Objekten, indem sie elektromagnetische Wellen aussenden und deren Reflexionen analysieren. Dabei wird eine Radarantenne verwendet, um kurze Impulse von Radiowellen auszusenden, die an Objekten reflektiert und von der Antenne wieder empfangen werden. Die Zeitdifferenz zwischen Senden und Empfangen ermöglicht die Berechnung der Entfernung und Geschwindigkeit eines Objekts. Diese Technologie findet breite Anwendung, etwa in der Luft- und Seefahrt, für die Verkehrsüberwachung und in der Meteorologie zur Wetterbeobachtung.
Infrastruktur
Ehemalige militärische Radarstation auf der Wasserkuppe, Hessen
Zu einer Radarstation gehören in der Regel:
Das Gebäude, in dem die Radaranlage eingebaut ist. Die Antenne kann einige Meter bis fast 20 Meter messen und als Primär- und Sekundärradar arbeiten.
Wetterschutz für die Antenne (das sogenannte Radom)
Mannschaftsunterkünfte für Bedien- und Wartungspersonal
Telekommunikationsanlagen. Erdgebunden, oft aber Satelliten- oder Richtfunk
gegebenenfalls ein Schutzzaun um das Areal der Station.
Größere Radarstationen in Deutschland
Regionale Flugsicherung: Die wichtigsten Radaranlagen werden von der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) betrieben. Es handelt sich um etwa 32Radarstationen, verteilt über das gesamte Bundesgebiet (s. SRE-M und Sekundärradar). Die Antennen befinden sich meist auf einem Radarturm und sind durch einen großen Radom geschützt. Die Reichweiten betragen jeweils einige 100km und überdecken sich gegenseitig, sodass vereinzelte Ausfälle die Flugsicherung nicht beeinträchtigen können.
Lokale Luftraumkontrolle: größere Flughäfen haben einen eigenen Airport Surveillance Radar mit Reichweiten von etwa 50–120km, das die An- und Abflüge (Steig- und Sinkflug) kontrolliert. Ferner verfügen größere Flughäfen über ein Rollfeldradar zur Überwachung von Flugzeugen und Fahrzeugen auf dem Flughafengelände.
Rein militärische Radarstationen für Luftverteidigung und Flugleitkontrolle
Einige Radaranlagen übermitteln die gewonnenen Daten (Koordinaten, Flughöhe der Luftfahrzeuge etc.) über Richtfunk zu Fernsehtürmen weiter. Von dort aus werden die Daten über Telekommunikationsnetze zu Flugverkehrskontrollzentralen der Flugsicherung weitergeleitet.
Zur Überwachung und Regelung des Schiffsverkehrs an den Küsten betreibt Deutschland betreibt 9 sogenannte Verkehrszentralen. Diese nutzen Verkehrssicherungssysteme (engl. Vessel Traffic Services, VTS), die aus Radaranlagen in unbemannt betriebene Außenstationen und Stationen des Automatic Identification Systems (AIS) bestehen. Dazu gehören ein Radarnetzwerk mit 46 Radarstationen und ein AIS-Netzwerk mit 37 Standorten.
Flugsicherung: zwei zivile Großraum-Radarstationen (Oberösterreich, Kärnten)
Nahbereichs-Radaranlagen auf Flughäfen, u.a. Wien, Linz, Salzburg. Einige dieser Anlagen wurden bzw. und werden noch durch Multilateration ersetzt
Militärische Luftraumkontrolle: drei Stationen des Bundesheeres mit sehr großer Reichweite (Niederösterreich, Salzburg, Kärnten), weitere lokale Radarstationen