Rafael Biermann (* 1964 in Bielefeld) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Professor für Internationale Beziehungen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Von 1990 bis 1991 arbeitete er während der Zeit der deutschen Einigung im Referat Politische Analysen im Bundeskanzleramt. Nach der anschließenden Promotion über die sowjetische Politik zur deutschen Einigung an der Universität Bonn arbeitete er von 1995 bis 1999 als Redenschreiber des Ministers, zuletzt als Referatsleiter, im Zentralen Arbeitsbereich des Planungsstabs des Bundesministeriums der Verteidigung. Hier war er mit der NATO-Erweiterung, den NATO-Russland-Beziehungen und den Balkankriegen befasst. Die Habilitation zur Krisenprävention im Kosovo erfolgte 2004 an der Universität Bonn nach fünf Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Europäische Integrationsforschung mit Zuständigkeit für die Erweiterung der Europäischen Union nach Ost- und Südosteuropa. In dieser Zeit führte Biermann eine Vielzahl von Förderprogrammen, u. a. für angehende Diplomaten, in allen Ländern des westlichen und östlichen Balkan durch. 2006 ging Biermann für drei Jahre als Visiting Professor ans Department for National Security Affairs der U.S. Naval Postgraduate School in Monterey, Kalifornien. Es folgte ein Jahr als Stellvertretender Dekan vom College der deutsch-amerikanischen Kooperationseinrichtung George C. Marshall Center for Security Studies in Garmisch-Partenkirchen.
Seit 2010 ist Biermann Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Acht Jahre leitete er das Doppeldiplom mit der Nationalen Universität Kiew Mohyla-Akademie. Als Mitglied eines Evalutationspanels des Auswärtigen Amtes trug er zum Aufbau der Abteilung „Stabilisierung“, insbesondere von Evaluationsstrukturen zum Krisenmanagement und -prävention bei. Biermann gibt die Buchreihe „Innovative Konfliktforschung“ heraus. Er baute am Institut für Politikwissenschaft der Universität Jena den internationalen, englischsprachigen Master-Studiengang „International Organizations and Crisis Management“ (IOCM) auf, welchen er seit 2020 gemeinsam mit Christian Kreuder-Sonnen leitet.
Seine Forschungsschwerpunkte sind Kooperation und Konflikt zwischen internationalen Organisationen, internationale Konfliktbearbeitung, v. a. Prävention, innerstaatliche, v. a. ethnonationalistische Konflikte, Sezessionismus und De-Facto-Staatlichkeit und Patron-Klienten-Beziehungen sowie Security Governance in Europa mit dem regionalen Fokus auf Südosteuropa, den postsowjetischen Raum und den transatlantischen Beziehungen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Biermann, Rafael |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politikwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 1964 |
| GEBURTSORT | Bielefeld |