Rageth Mathis (* 1752; † 28. Dezember 1797) war ein Schweizer Glockengiesser in Chur. Er führte die Churer Glockengiesser-Tradition des 17. und 18. Jahrhunderts fort und schuf zwischen 1774 und 1797 mindestens drei Dutzend Glocken, meist für Bündner Kirchen.


Der in Chur wohnhafte Rageth Mathis (auch Raget Mathis) stammte vielleicht aus Salouf und sein Familienname war Sonder, selber nannte er sich aber Rageth Mathis. Über sein Leben ist wenig bekannt. 1778 gibt es einen (dann abgewiesenen) Streit, weil Rageth Mathis in seinem Baumgarten eine Giesshütte erstellt, welche von der Klagepartei als gefährlich angesehen wird. 1782 und 1792 wird Rageth Mathis als Zunftmeister bezeichnet. 1791 verkauft Raget Mathis sein auf der Metzg stehendes Wohnhaus im dem Metzgergessli beifndlich an Urban Camenisch. 1789 war der Brodführer Josef David aus Sachsen Schlossergeselle bei Rageth Mathis. Immer wieder kam es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen in Bezug auf Wald und Holz. Als Churer Glockengiesser war er Nachfolger von Johannes Schmid von Grüneck. Rageth Mathis starb am 28. Dezember 1797 beim Einbau der Frauenglocke (Schlagton dis') der St. Nikolauskirche in Altstätten durch einen Arbeitsunfall. Er hinterliess die vier Kinder Rageth Mathis, Ciprian, Dorothé und (wahrscheinlich) Anna Catharina Elis. Mit Rageth Mathis endet die Churer Glockengiesser-Tradition des 17. und 18. Jahrhunderts der Glockengiesser Gaudentz Hempel, Matheus Albert und Johannes Schmid von Grüneck. - Im Jahre 1780 eröffnete ein Rageth Mathis im Churer Welschdörfli eine kleine Hausbrauerei, welche im 20. Jahrhundert in die Rhätische Aktienbrauerei, später Calanda Bräu (heute: Heineken) aufging. Es kann vermutet werden, dass es sich beim Glockengiesser und dem Bierbrauer Rageth Mathis um ein und dieselbe Person handelt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mathis, Rageth |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Glockengiesser in Chur |
| GEBURTSDATUM | um 1750 |
| STERBEDATUM | nach 1797 |