Rahmenerzählung

Eine Rahmenerzählung oder Rahmenhandlung ist eine literarische Technik, in der ein Rahmen die Binnenerzählung umgibt. Eine Rahmenerzählung, Rahmengeschichte ist eine Erzählstruktur, bei der eine „primäre Geschichte oder Erzählung“ eingebettet ist in eine zweite, die als „erzählerischer Rahmen“ dient. Sie wird oft verwendet, um eine zusätzliche Dimension oder Perspektive zu schaffen und die eigentliche Handlung, die Innengeschichte, direkt oder indirekt zu kommentieren.

Definition

Andreas Jäggi definierte die Rahmenerzählung wie folgt:

„Die Rahmenerzählung ist eine Sonderform des mehrschichtigen Erzählens. In ihrer einfachen Form zeigt sie sich als ein epischer Text mit einer charakteristischen, die Struktur der Erzählung dominierenden Zweischichtigkeit. Diese ist derart, dass die erste Textebene (der Rahmen) die zweite (die Binnenerzählung) umgibt oder ihr auch nur vorangestellt ist und eine mündliche Erzählsituation konstituiert, in der ein oder mehrere nicht mit dem Rahmenerzähler identische Erzähler einem oder mehreren Zuhörern ein oder mehrere vergangene Geschehen frei erzählen.“

– Andreas Jäggi

Beispiele

Weltliteratur

Zu den bekanntesten Rahmenerzählungen gehören:

Beide Werke präsentieren den Akt des Erzählens als eine heilspendende Handlung.

Deutschsprachige Literatur

Die Rahmenerzählung (Rahmenhandlung) war in der deutschsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts sehr beliebt. Bekannt sind u. a.:

Film

Auch viele Filme verwenden eine Rahmenhandlung:

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Andreas Jäggi: Die Rahmenerzählung im 19. Jahrhundert. Untersuchungen zur Technik und Funktion einer Sonderform der fingierten Wirklichkeitsaussage. Bern 1994, ISBN 978-3906751894.
  2. ↑ Decameron di Giovanni Boccaccio. (PDF) Biblioteca Della Letteratura Italiana, abgerufen am 4. Dezember 2019 (italienisch).