Rainer Luick (* 20. Juli 1956 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Biologe und Hochschullehrer. Von 1999 bis 2023 hatte Luick an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg die Professur für Natur- und Umweltschutz inne. Bekannt wurde er durch anwendungsbezogene Forschungsprojekte und Publikationen zur Agrar- und Naturschutzpolitik und zur Technikfolgenabschätzung der Energiewende.

Rainer Luick absolvierte im elterlichen Betrieb eine Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur. In den Folgejahren studierte er bis 1985 Biologie und Ethnologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau unterbrochen durch ein Masterstudium (Evolutionsbiologie) an der University of Michigan. Seine 1984 vorgelegte Diplomarbeit „Vegetationskundliche Untersuchungen der Halmfruchtäcker in der südlichen Oberrheinischen Tiefebene“ wurde von Otti Wilmanns betreut.
Nach einer Beschäftigung als Wissenschaftlicher Angestellter bei den Hamburger Wasserwerken promovierte Luick von 1991 bis 1994 an der Universität Hohenheim in einem Forschungsprojekt, das sich mit Fragen zur Renaturierung von Maisäckern auf grundwasserbeeinflussten Böden beschäftigte. Bis 1999 arbeitete Luick am Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz Singen.
Luick ist auch Ethikbeauftragter seiner Hochschule. Er ist Gutachter in einigen nationalen Forschungsprogrammen, z. B. ist er seit 2003 Mitglied im Beirat für Naturschutz am Umweltministerium Baden-Württemberg. Von 1994 bis 2010 war Luick Executive Member und Director des European Forum on Nature Conservation and Pastoralism. Luick ist seit 2015 Aufsichtsratsvorsitzender der Singener Solarcomplex AG und Mitglied des Kreistags Konstanz.
Luick ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Die wissenschaftliche Arbeit von Luick hat einen starken Anwendungsbezug. Langjährige Forschungsfelder sind die Gestaltung und Auswirkung der EU-Agrarpolitik und der Naturschutzpolitik auf die Biodiversität sowie die Wirkung von Weidetieren bzw. Beweidung auf Biozönosen insbesondere des Grünlands. Ein weiterer Fokus seiner Arbeitsgruppe an der Hochschule Rottenburg liegt bei der energetischen Nutzung von Biomasse und der Energiewende. Luick engagierte sich über Jahre auch in Forschungsprojekten in Rumänien, etwa zur Frage nach der Sicherung von Urwäldern und der ökonomischen Aufwertung von Heilkräutern des Grünlandes. Ein Forschungsprojekt zur Schafbeweidung von Weingärten während der Vegetationsperiode, das sein Team gemeinsam mit dem Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg konzeptionierte, leistete Pionierarbeit bei der Erforschung und Beschreibung dieser Doppelnutzungsform. Es wurde vielfach auch in nationalen Medien aufgegriffen und 2022 mit dem Ursula-Hudson-Preis von Slow Food ausgezeichnet. Aufgrund seiner als herausragend evaluierten Forschungsaktivität war Luick langjähriges Mitglied im Exzellenzcluster baden-württembergischer Hochschulen.
Das Abschiedssymposium am 6. Juli 2023, zwei Wochen vor seinem 67. Geburtstag, stand unter dem Titel Realitäten, Herausforderungen, Erfolge & Visionen im Naturschutz.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Luick, Rainer |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Biologe und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 20. Juli 1956 |
| GEBURTSORT | Freiburg im Breisgau |