Rainer Schepper

Rainer Schepper (2014)
Rainer Schepper 2014 bei einem Vortragsabend zum Westfälischen Frieden in Mettingen.

Rainer Wilhelm Maria Schepper (* 23. März 1927 in Münster; † 8. August 2021 ebd.; Pseudonym Jans Gliewenkieker) war ein deutscher Lehrer, Autor, Publizist, Rezitator standard- und niederdeutscher Sprache und Wehrmachtsdeserteur.

Leben

Rainer Schepper wuchs in Münster in Westfalen und in Warendorf als Sohn eines überzeugten Nationalsozialisten und einer streng katholischen Mutter auf. Die regimekritische Einstellung der Mutter prägte ihn früh. Nach der Scheidung der Eltern blieb er als Jugendlicher bei der Mutter. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges war er zunächst als Flakhelfer eingesetzt und wurde im Januar 1945 zum Kriegseinsatz an die Ostfront kommandiert. Diesem Einsatz entzog er sich drei Mal per Desertion und entkam trotz drohendem Standgericht und Strafkommando.

Nach dem Abitur 1947 in Burgsteinfurt studierte Schepper von 1949 bis 1951 und von 1960 bis 1969 Germanistik, Volkskunde, Soziologie und Pädagogik in Hamburg, Dortmund und Münster. 1951/1952 war er Redakteur der Tageszeitung Die Glocke in Oelde. Von 1952 bis 1954 studierte er an der Pädagogischen Akademie Dortmund. Von 1954 bis 1978 arbeitete er als Lehrer in Ostbevern-Schirl, Seppenrade-Emkum, Lüdinghausen und Münster und seit 1978 als freier Schriftsteller, Publizist und Rezitator in Münster.

Schepper verfasste Hörspiele, Kommentare und Gedichtrezitationen für diverse Hörfunksender. Seit 1997 war er Redakteur der Sendung Denn es steht geschrieben im Offener Kanal TV Münster. Er stand dem westfälischen Mundartdichter Augustin Wibbelt persönlich nahe, besaß einen großen Teil von dessen Nachlass und veröffentlichte Werke des Dichters in textkritischen Ausgaben.

Rainer Schepper starb am 8. August 2021 in Münster.

Schriften (Auswahl)

Prosa

Sachbuch

Anthologien

Herausgeberschaften

Sonstige Veröffentlichungen

Sonstige Medien

Commons: Rainer Schepper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bernd Drücke: Der letzte Wehrmachtsdeserteur? Nachruf auf Rainer Schepper (1927–2021). In: Graswurzelrevolution, April 2022/468, S. 23. (online bei linksnet.)
  2. ↑ Oliver Das Gupta: Deserteur bei Kriegsende 1945. Ein Junge wie Schweijk. Mit List, Glück und Chuzpe: Wie sich der damals 17 Jahre alte Rainer Schepper erfolgreich Hitlers Krieg verweigert – und immer wieder die Nazis narrt. In: Süddeutsche de vom 3. Mai 2010; Bernd Drücke: Der Nazikittel in der Jauchegrube. Nachruf auf den Wehrmachtsdeserteur Rainer Schepper. In: ZivilCourage. Magazin der DFG/VK. Heft 1/2022, S. 28 f.
  3. ↑ Sachwalter der niederdeutschen Sprache. In: Westfälische Nachrichten. Abgerufen am 19. August 2021.
Personendaten
NAME Schepper, Rainer
ALTERNATIVNAMEN Schepper, Rainer Wilhelm Maria (vollständiger Name); Gliewenkieker, Jans (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Lehrer, Schriftsteller, Publizist und Rezitator standard- und plattdeutscher Sprache
GEBURTSDATUM 23. März 1927
GEBURTSORT Münster
STERBEDATUM 8. August 2021
STERBEORT Münster