
Ralf Bormann (* 6. September 1974 in Münster) ist ein deutscher Kunsthistoriker und Ausstellungskurator.
Bormann ist der Sohn des Ingenieurs Gerhard Bormann und der Werbegrafikerin Inge Bormann, geb. Dobelmann. Nach dem Abitur am Gymnasium Bersenbrück studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg i. Br. und der Universität Münster. Nach dem Ersten Juristischen Staatsexamen 2001 widmete er sich in Münster dem Studium der Kunstgeschichte sowie der Klassischen und Spätantiken/Frühchristlichen Archäologie, welches er 2007 als Magister artium mit einer Arbeit zu Problemen um den Nikolauschor von Alt-St.-Peter in Rom (1450–1455) bei Werner Jacobsen abschloss; 2011 wurde er summa cum laude mit einer von Jacobsen und Dieter Salzmann betreuten Dissertationsschrift zur Ideengeschichte der Kunstgeografie promoviert.
Nach Dozentur am Münsteraner Institut für Kunstgeschichte und freier Mitarbeit in der Landesgalerie des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover war Bormann ab 2012 zunächst als Wissenschaftlicher Volontär und von 2013 bis 2015 als Wissenschaftlicher Leiter der Erschließung des dortigen Kupferstichkabinetts am Landesmuseum Hannover tätig. 2014 kuratierte er die im Rahmen der zum 300-jährigen Jubiläum der Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover ausgerichteten Niedersächsischen Landesausstellung „Als die Royals aus Hannover kamen“ im Schloss Herrenhausen gezeigte Schau „Fürstliches Sammeln in Herrenhausen“, in der mit 40 Gemälden, 50 antiken Skulpturen und einem Dutzend Arbeiten auf Papier die 1818 versteigerte und unterdessen in die ganze Welt verstreute, 2014 von Bormann rekonstruierte, barocke Kunstsammlung des Johann Ludwig von Wallmoden präsentiert wurde. Zudem war Bormann 2015 Dozent am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Göttingen.
2015 wechselte Bormann an das Städel Museum in Frankfurt, wo er die wissenschaftliche und operative Leitung des DFG-Projektes zur Digitalisierung und Erschließung der Zeichnungen der dortigen Graphischen Sammlung übernahm. Von 2016 bis 2018 wirkte er zudem als Dozent am Kunstgeschichtlichen Institut der Universität Marburg.
Von 2019 bis 2026 leitete Bormann die Grafische Sammlung des zu den Tiroler Landesmuseen in Innsbruck gehörenden Ferdinandeum. Seine Forschungsinteressen galten den noch weitgehend unerschlossenen, vom 14. Jahrhundert bis zur unmittelbaren Gegenwart reichenden Beständen dieser Sammlung, ferner der Sammlung Wallmoden. Bormann stellte regelmäßig in den dazu neu geschaffenen Kabinetten der Grafischen Sammlung Trouvaillen aus den rund 50.000 Blatt bewahrenden Depots aus, so etwa Arbeiten aus dem mutmaßlich weltweit größten Bestand von Zeichnungen von Giovanni Battista Piazzetta. 2023 konzipierte und erstellte Bormann gemeinsam mit Michael Zechmann-Khreis den digitalen Auftritt der Bestände der Tiroler Landesmuseen in der gemeinsamen Online Sammlung. Im selben Jahr verantwortete er die biennale Durchführung des 1952 von Paul Flora initiierten Österreichischen Grafikwettbewerbes. Von 2020 bis 2026 war Bormann zudem Dozent am Institut für Kunstgeschichte der Universität Innsbruck.
Seit 2026 ist Bormann Konservator des Referates deutsche Kunst 15.–18. Jahrhundert der Staatlichen Graphischen Sammlung München.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bormann, Ralf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kunsthistoriker und Ausstellungskurator |
| GEBURTSDATUM | 6. September 1974 |
| GEBURTSORT | Münster |