
Ralf Melzer (* 17. Februar 1967 in West-Berlin) ist ein deutscher Historiker, Publizist und Stiftungsmitarbeiter.
Melzer besuchte das Beethoven-Gymnasium in Berlin-Lankwitz. Nach dem Abitur ging er zum Studium der Geschichte, Germanistik und Publizistik an die Freie Universität Berlin und promovierte dort anschließend als Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Neuerer Geschichte bei Wolfgang Wippermann mit einer Arbeit über Freimaurerei in Weimarer Republik und Nationalsozialismus. In dieser Zeit war er zudem Mitglied der DRAmateure, einer freien Theatergruppe, für die er auch Bühnentexte schrieb.
Nach der Promotion absolvierte er mit einem Post-Doc-Fellowship als Scholar-in-Residence einen Forschungsaufenthalt am Center for Advanced Holocaust Studies des United States Holocaust Memorial Museum (USHMM) in Washington, D.C.
Bis 2003 arbeitete Melzer freiberuflich als Historiker, u. a. für die deutsche Niederlassung der Survivors of the Shoah Visual History Foundation, und als Journalist für verschiedene Medien u. a. für die taz, die Berliner Seiten der FAZ und die Jüdische Allgemeine.
Seit 2004 ist Melzer in wechselnden Funktionen inner- und außerhalb Deutschlands als Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung tätig, darunter von 2009 bis 2011 als FES-Büroleiter in Tunesien. Die Revolution in Tunesien im Januar 2011 und die Ereignisse des sich anschließenden Arabischen Frühlings kommentierte er in verschiedenen Medien. Von 2012 bis 2016 leitete er den Arbeitsbereich „Gegen Rechtsextremismus“ der FES und war in dieser Eigenschaft Herausgeber von drei Mitte-Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung. In dieser Zeit erschienen von ihm auch mehrere Beiträge als Gastautor auf SPIEGEL Online.
Von Juni 2020 bis September 2023 war Melzer Leiter des Regionalprojektes „Dialog Südosteuropa“ der FES mit Sitz in Sarajevo und Mitglied im Advisory Board des Regional Youth Cooperation Office (RYCO). In dem Online-Journal Internationale Politik und Gesellschaft (IPG) und in einem Interview für die Frankfurter Rundschau wies er im Zusammenhang mit politischen Spannungen in der Westbalkan-Region auf die Gefahren hin, die durch Ethno-Nationalismus und Diskussionen um mögliche neue Grenzziehungen drohten. Ebenfalls in der IPG warnte er vor den sicherheitspolitischen Risiken, die mit einer fortdauernden Nicht-Integration der Westbalkan-Staaten in die Europäische Union verbunden seien.
Seit September 2023 leitet Melzer das Büro der FES in Israel und analysiert in publizistischen Beiträgen die politischen Entwicklungen in der Nahostregion.
Bis zu ihrer Einstellung im Jahr 2025 war Melzer Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift für Internationale Freimaurerforschung (IF). Im November 2021 veröffentlichte er unter dem Titel Die Leere halten, die Schatten wirft eine Auswahl literarischer Texte.
| Personendaten | |
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| NAME | Melzer, Ralf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker, Publizist, Mitarbeiter Friedrich-Ebert-Stiftung |
| GEBURTSDATUM | 17. Februar 1967 |
| GEBURTSORT | West-Berlin |