Rankgerüst

Rankgerüst (Spalier) zur Fassadenbegrünung
Video: So wächst eine Rankpflanze an einem Rankgerüst

Ein Rankgerüst (auch Rankgitter oder Rankhilfe) ist eine Konstruktion aus Stäben, Latten oder Seilen, die Rankpflanzen als Kletterhilfe dient und deren Wuchs in Breite und Höhe steuert. Neben der Gartengestaltung und Fassadenbegrünung werden Kletterhilfen auch im Obst- und Gemüsebau eingesetzt.

Latten- und Stabkonstruktionen zum Anbinden und Führen von Weinreben und Obstbäumen werden eher als Spalier bezeichnet.

Rankhilfen sind spezielle Kletterkonstruktionen für Kletterpflanzen, die Rankorgane ausbilden. Als Kletterhilfen bezeichnet man hingegen Stütz- und Kletterkonstruktion für alle Kletterpflanzen unabhängig von ihrer Kletterform. Filigrane Rankhilfen sind etwa für starkwüchsige Schlingpflanzen nicht unbedingt geeignet.

Material

Rankgerüste können aus Metall-, Holz- oder Kunststoffprofilen, Drähten und Seilen oder Kombinationen daraus bestehen. Zu berücksichtigen sind die Witterungsbeständigkeit des Materials und Tragfähigkeit der Konstruktion.

Metalle mit pflanzentoxischen Oxidationsprodukten sind u. U. weniger geeignet. Eine thermische Schädigung des Bewuchses kann auftreten, wenn sich dunkel beschichtete Metallprofile in der Sonne stark erwärmen.

Konstruktion

Rankhilfe im Kleingarten
Rankgerüst für rankende und spreizklimmende Kletterpflanzen (Rebe und Rosen)

Rankgerüste sind in der Regel selbsttragend und können als Ranksäulen oder Laubenkonstruktion gestaltet sein. Rankgitter und Ranknetze sind eher flächig ausgebildet.

Gitterweite

Häufig werden Gitterweiten zwischen 10 × 10 cm und 40 × 40 cm gewählt.

Materialstärke

Der Stab- bzw. Lattenumfang sollte kleiner sein als die aktive Länge der Ranken.

Windlast

Bei frei stehenden Rankgerüsten sollte die anzunehmende Windlast berücksichtigt werden. Rankgerüste an exponierten Standorten sollten auf etwa 50 kp/m² Horizontallast (bezogen auf die künftige vom Bewuchs gebildete Staufläche) ausgelegt werden.

Geschichte

Klassische, rein funktionale Rankgitter (Rechteckstruktur), die in der Regel aus Holz gefertigt wurden, zierten ab etwa Ende des 19. Jahrhunderts viele landwirtschaftlich genutzte Gebäude und Wohnhäuser. Konstruktiv unterschieden sich derartige Rankgitter wenig von Spalierkonstruktionen, wie sie heute vor allem noch im Alpenraum üblich sind. Neben den funktionalen Rechteckrastern aus Latten (teilweise zusätzlich mit Drahtbespannung) wurden Rankgitter auch als Elemente der Fassadengestaltung eingesetzt. Besonders an herrschaftlichen Guts- und Wohnhäusern wurden auch diagonal verstrebte Rankgitter aus dünneren Leisten verwendet, die ein Rautenmuster bildeten, das häufig die ganze Fassade bedeckte und dessen Umrahmung auch dekorativ und in runden Formen ausgebildet wurde.

Siehe auch

Literatur

Commons: Rankgerüste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien