Ransomware-as-a-Service, kurz RaaS, bietet wie andere as-a-Service-Modelle, etwa Software as a Service oder Platform as a Service, externe IT-Dienstleistungen an, welche an ihre Kunden vermietet werden. Diese müssen die entsprechende Schadsoftware somit nicht selbst entwickeln und bereitstellen.
Die Bedeutung von Cyberattacken hat in den letzten Jahren wesentlich zugenommen. Der Cyberthreat Defense Report von CyberEdge zeigt weiter auf, dass 66,9 % der Ransomware-Opfer von 2019 die Lösegeldforderungen bezahlten und ihre Daten wiederherstellen konnten, doch 33,1 % der Opfer verloren trotz Bezahlung ihre Daten. Laut dem Bericht von SonicWall zu Cyber-Bedrohungen gab es im Jahr 2021 weltweit 623,3 Millionen Ransomware-Attacken, was einen Anstieg von 105 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Diese Attacken sind somit ein großes Risiko für viele Unternehmen, sowohl im finanziellen als auch operativen Bereich, etwa durch Störung beziehungsweise Ausfall des Geschäfts. Weitere Folgen in diesem Zusammenhang waren etwa der Image-Verlust, Entlassungen von Führungskräften oder auch Unternehmensschließungen.
Ransomware, auch bekannt als Verschlüsselungstrojaner oder Erpressungssoftware, ist ein Schadprogramm, mit welchem Angreifer den Zugriff oder die Nutzung auf Daten oder des gesamten Computersystems des Opfers verhindern können. Dies geschieht etwa durch die Verschlüsselung der Daten auf dem Computer. Zur Entschlüsselung oder Freigabe wird ein entsprechendes Lösegeld gefordert.
Ransomware-as-a-Service zeichnet sich als zukünftiger Trend ab. Bei dem Geschäftsmodell vermieten Ransomware-Entwickler ihre Schadsoftware ähnlich wie Softwareentwickler von SaaS-Produkten, gegebenenfalls auch ohne diese selbst zu verwenden. Damit bekommen Personen Zugriff auf Services beziehungsweise Programme ohne jegliche Kenntnisse von Ransomware-Software oder Softwareentwicklung selbst. Sie können somit auf schnelle Art und Weise ein RaaS-Kit erwerben und dann auch direkt eine Attacke mit dieser starten. Gefunden werden können diese im Darknet.
RaaS-Modelle umfassen hierbei verschiedene Umsatzmodelle. Anbieter können beispielsweise eine monatliche Gebühr in Form eines Abos verlangen oder einen Prozentsatz der Gewinne ihrer Kunden einbehalten (Affiliate-Programme). Auch ist eine Mischung aus beiden Modellen oder eine einmalige Lizenzgebühr möglich. Kunden erstellen für den Kauf ein Konto bei dem RaaS-Anbieter und wählen ein entsprechendes Zahlungsmittel (üblicherweise Bitcoin) und können dann die gewünschte Schadsoftware auswählen. Der Leistungsumfang kann je nach Anbieter und gebuchter Dienstleistung unterschiedlich sein und etwa Zugang zu Dokumentationen, 24-Stunden-Support, Communities, Updates oder andere Vorteile umfassen.
Nachdem die Zahlung erfolgt ist, beginnen die Angreifer mit der Verbreitung der Malware und dem Angriff auf das Opfer. Meistens verwenden Ransomware-Angreifer Phishing- oder Social-Engineering-Kampagnen, um die Benutzer zur Ausführung der Malware zu verleiten. Sobald die Malware eingeschleust wurde, wird der Computer des Opfers verschlüsselt und unbrauchbar gemacht, anschließend wird dem Geschädigten eine Nachricht mit Anweisungen über die Lösegeldsendung angezeigt.
RaaS ist genauso wettbewerbsfähig wie jede andere Branche, und viele Anbieter vermarkten ihre Dienste aggressiv. RaaS-Anbieter haben Twitter-Konten, Websites, Videoinhalte und andere Marketingmittel. Oft werden Marketingkampagnen durchgeführt, um das Geschäft anzukurbeln. Die meisten RaaS-Tools verfügen auch über Nutzerbewertungen und Community-Foren.
RaaS-Angriffe, sind in den letzten Jahren häufig geworden. Folgend sind bekannte RaaS-Produkte und Anbieter aufgelistet:
RaaS senkt die Einstiegshürde für diese profitable Form der Internetkriminalität erheblich. Jeder mit einem Computer und einer Internetverbindung kann einen Ransomware-Angriff durchführen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Nutzung von RaaS in den kommenden Jahren zunimmt, ist groß.
Einige Sicherheitsmaßnahmen können Unternehmen helfen, sich sowohl gegen Ransomware-as-a-Service-Angriffe als auch gegen Malware-Angriffe im Allgemeinen zu schützen: