Rashid Johnson

Rashid Johnson (2008)

Rashid Johnson (* 1977 in Chicago) ist ein Künstler mit Wohnsitz in New York. Er ist durch seine Arbeiten zu afroamerikanischer Identität und Geschichte bekannt, die er über seine persönliche Geschichte erkundet.

Leben und Arbeit

Rashid Johnson wurde 1977 in Chicago geboren. Seine Mutter Cheryl Johnson-Odim ist Professorin an der Dominican University in Illinois, spezialisiert auf afrikanische und afroamerikanische Geschichte. Sein Vater, Jimmy Johnson, betreibt ein Elektronikgeschäft, das Teile für CB-Funkgeräte verkaufte.

Im Jahr 2000 erhielt Johnson seinen Bachelor of Fine Arts in Fotografie am Columbia College Chicago.

Mit der von Thelma Golden kuratierten Ausstellung Freestyle im Studio Museum Harlem im Jahr 2001 erlangte Johnson internationale Aufmerksamkeit. Johnson beteiligte sich mit drei Fotografien aus seiner Serie Seeing in the Dark. In dieser Serie porträtierte er Obdachlose, die er in der Innenstadt von Chicago als junger Künstler kennenlernte. Die jeweiligen Portraits trugen die Namen der jeweiligen Personen als Titel.

2005 schloss er seinen Master of Fine Arts an der School of the Art Institute of Chicago ab.

Black Steel in the Hour of Chaos, 2008, ist eine vergrößerte Skulptur des Fadenkreuzes eines Zielfernrohrs. Der Titel des Werks stammt von dem Lied der Hip-Hop-Gruppe Public Enemy aus dem Jahr 1988, deren ikonisches Logo unter anderem ein Fadenkreuz. Durch Form, Umfang und Bezug adressiert die Arbeit Fragen des privatisierten Gefängnissystems und seiner Abhängigkeit von der Inhaftierung schwarzer Männer. In seinem Video The New Black Yoga, 2011, interpretierte Johnson seine Erfahrungen mit dem Versuch, in Berlin Yoga zu lernen, während er mit einer Sprachbarriere kämpfte. Die Arbeit beinhaltet Humor durch die planlosen, tänzerischen Bewegungen von fünf Männern an einem Strand und Symbolik im Fadenkreuzbild, das in seinem Œuvre häufig vorkommt.

Johnson ist vielleicht am besten für seine regalartigen Konstruktionen bekannt, die von der Beschreibung eines Tisches durch den Konzeptkünstler Lawrence Weiner als „etwas zum Aufstellen“ in seinem gleichnamigen Buch von 2007 inspiriert wurden. Johnson hat diese Idee in Wandarbeiten umgesetzt, die Gegenstände aus dem Leben des Künstlers unterstützen, darunter Bücher des Soziologen und Bürgerrechtlers W. E. B. Du Bois und des Astrophysikers Neil deGrasse Tyson, Plattencover von Parliament und Al Green, afrikanische Sheabutter, CB-Funk und Zimmerpflanzen. Diese Arbeiten – Beispiele sind Magic Hour und The 27th Man (beide 2012) – verwenden angeeignete Objekte, um die eingebetteten Erzählungen hervorzuheben, die ein physisches Objekt in ein visuelles Symbol verwandeln. Johnsons Arbeit artikuliert die Herausforderung, eine unabhängige persönliche Geschichte inmitten der Stärke einer kollektiven Sozialgeschichte wie der der Afroamerikaner zu unterscheiden.

Im Jahr 2012 erhielt Johnson den David C. Driskell Prize des High Museum of Art, der Beiträge auf dem Gebiet der afroamerikanischen Kunst würdigt. Im selben Jahr wurde er vom Solomon R. Guggenheim Museum für den Hugo Boss Prize nominiert.

Johnson war mit der iranischen Künstlerin Sheree Hovsepian verheiratet. Sie haben einen Sohn. Die Ehe wurde 2026 geschieden.

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

Gruppenausstellungen

Commons: Rashid Johnson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Carlos Suarez De Jesus: Rashid Johnson's MAM Exhibit Uses Everyday Objects to Explore Race and Identity. Abgerufen am 18. Februar 2025.
  2. ↑ Rashid Johnson. In: hauserwirth.com. Abgerufen am 18. Februar 2025.
  3. ↑ Frieze Master Rashid Johnson: Seeing In The Dark. In: richardgraygallery.com. Abgerufen am 18. Februar 2025.
  4. ↑ Rashid Johnson. In: guggenheim.org. Abgerufen am 18. Februar 2025.
  5. ↑ Felix von Boehm: Interview. Rashid Johnson & Sheree Hovsepian. In: Monopol - Magazin für Kunst und Leben. Res Publica Verlags GmbH, Berlin September 2026, S. 62 ff.
Personendaten
NAME Johnson, Rashid
KURZBESCHREIBUNG Künstler mit Wohnsitz in New York
GEBURTSDATUM 1977
GEBURTSORT Chicago