Die Rassler waren die täglich bis zu sechs Stunden aus dem Pforzheimer Umland in die Stadt pendelnden Goldschmiede. Ihr blechernes Essgeschirr mit Besteck („die Gulasch“), das an ihren Gürteln hing, erzeugte bei jedem Schritt ein rasselndes Geräusch, das ihnen den Namen „Rassler“ eingetragen haben soll. Eine andere Erklärung leitet den Begriff vom hohen Gehtempo der Pendler („rasen“) her.

Durch die im Pforzheimer Umland stark verbreitete Realteilung – verbunden mit allgemeinem Bevölkerungswachstum – wurde die Landwirtschaft auf den Dörfern im 19. Jh. immer unrentabler. Dies hatte um 1850 großflächige Verarmung und eine Auswanderungswelle zur Folge. Zugleich florierte die Schmuckindustrie in Pforzheim infolge des Beitritts Badens zum Deutschen Zollverein.
So zog es zunächst vereinzelt, bald massenhaft Dorfbewohner als Bijouterie-Arbeiter in die Stadt, während häufig Frau und Kinder weiter die heimische Landwirtschaft weiterführten. Um 1900 erlebte das Pendlerwesen seinen historischen Höhepunkt, begünstigt durch die Eröffnung von Pforzheimer Kleinbahn und Nagoldtalbahn.

Seit November 1982 erinnert ein Denkmal an die Rassler in Pforzheim. Die Figurengruppe gegenüber dem Redaktionsgebäude der Pforzheimer Zeitung wurde von Fritz Theilmann aus Kieselbronn geschaffen und von der Sparkasse Pforzheim zum Andenken an die Bijouterie-Fabrikation und die pendelnden Goldschmiedearbeiter gestiftet.