| Rattus feileri | ||||||||||||
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Rattus feileri, Holotypus | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Rattus feileri | ||||||||||||
| Fabre, Miguez, Holden, Fitriana, Semiadi, Musser, & Helgen, 2023 |
Rattus feileri ist ein auf der indonesischen Insel Taliabu, einer Insel der Molukken, endemisches Nagetier in der Gattung der Ratten. Die Art wurde erst 2023 nach einem 1938 gesammelten Exemplar wissenschaftlich beschrieben.
Der Holotyp von Rattus feileri hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 176 mm und dabei einen mit 237 mm ungewöhnlich langen Schwanz. Es handelt sich demnach um eine mittelgroße Ratte, die gut an das Klettern und das Leben auf Bäumen angepasst ist. Die Schnauze ist kurz und breit.
Das Fell hat auf dem Rücken rötlich braune und auf der Bauchseite blassgelbe, cremefarbene bis weißliche Haare, die beiden Bereiche erscheinen wie von einer seitlichen Linie voneinander getrennt. Dazu befinden sich auf den Wangen, den Vorderbeinen und der Brust vereinzelte rostbraune Haare. Rings um die Augen fallen dunkle Ringe auf, die ihrerseits von dunkelbraunen Haaren umgeben sind und sich deutlich von dem helleren Fell des Gesichts abheben.
Der dunkelbraune Schwanz hat quadratische bis sechseckige braune Schwanzschuppen. Auf fast der gesamten Länge befinden sich feine rötlich-braune, kurze Haare, die zur Schwanzspitze hin weniger aber länger werden. Sie bilden ein ausgeprägtes Haarbüschel, einen „Pinsel“, der das Ende des Schwanzes um etwa 10 mm überragt.

Rattus feileri ist ein Endemit von Taliabu, einer der Sula-Inseln in den westlichen Molukken. Auf der Insel leben zwei weitere Arten von Ratten, die wahrscheinlich bodenbewohnende Sula-Archipel-Ratte (Rattus elaphinus) und die ebenfalls endemische Taliabu-Ratte (Rattus taliabuensis).
Über die Lebensweise ist nichts bekannt, es können aber aus der Morphologie Rückschlüsse gezogen werden. Der lange Schwanz deutet auf einen Baumbewohner hin. Unter den Altweltmäusen weisen vor allem häufig kletternde oder baumbewohnende Arten eine kurze, gedrungene Schnauze auf.
Die Gattung Rattus gehört mit einer Reihe weiterer Gattungen innerhalb der Unterfamilie Altweltmäuse (Murinae) der Rattus-Gruppe an. Allerdings ist die Rattus-Gruppe polyphyletisch und von vielen Arten liegt nur wenig Vergleichsmaterial vor. Zukünftige Untersuchungen werden auf den Status von Gattungen und Arten Einfluss haben.
Die genauen Verwandtschaftsverhältnisse und die Stellung von Rattus feileri innerhalb der Gattung Rattus sind noch nicht eindeutig bestimmt. Rattus feileri und die sympatrische Taliabu-Ratte (Rattus taliabuensis) scheinen divergierende Abstammungslinien zu vertreten. Das legt nahe, dass ihre Vorfahren unabhängig voneinander die Insel besiedelt haben.
Rattus feileri wurde 2023 von einer Gruppe Mammalogen um Pierre-Henri Fabre erstbeschrieben.
Der Holotyp ist ein junges, adultes männliches Exemplar, das sich in der Sammlung des Museum für Tierkunde Dresden befindet. Er wurde am 30. September 1938 von dem in Cirebon, Niederländisch-Indien ansässigen Tierhändler und Taxidermisten J. J. Menden gefangen.
Der Fundort ist von Menden nur ungenau mit „Insel Taliaboe, Molukken“ bezeichnet worden, die Terra typica ist also Taliabu im heutigen Indonesien.
Das Artepithet feileri ehrt den deutschen Zoologen Alfred Feiler, Kurator für Säugetiere am Museum für Tierkunde Dresden, der den Holotyp zur Verfügung stellte und den Forschern weitere Unterstützung gewährte.
Rattus feileri ist als Insel-Endemit in besonderem Maß durch die Zerstörung ihres Habitats gefährdet. Konkrete Bedrohungen waren und sind die Landwirtschaft, der Holzeinschlag, durch den nur noch wenig Primärwald erhalten geblieben ist, und Waldbrände. Vor diesem Hintergrund besteht die Sorge, dass die Art bedroht oder bereits ausgestorben ist.