Ray Barracks 1956 | |||
| Land | Deutschland | ||
| Gemeinde | Friedberg (Hessen) | ||
| Koordinaten: | 50° 19′ 20″ N, 8° 45′ 27″ O | ||
| Eröffnet | 1900 | ||
Lage der Ray Barracks 1956 in Hessen | |||
Ray Barracks war die letzte Bezeichnung einer ehemaligen Kasernenanlage in der südhessischen Kreisstadt Friedberg. Die ursprüngliche „Wartturm-Kaserne“' wurde im Jahr 1900 errichtet. Von 1945 bis August 2007 wurde sie von der US-Armee genutzt. Die Ray Barracks erlangten vor allem in den 1950er/1960er Jahren weltweite Bekanntheit, als die Rock-’n’-Roll-Legende Elvis Presley hier von 1958 bis 1960 seinen Militärdienst ableistete.
Das Areal der ehemaligen Ray Barracks liegt am südlichen Stadtrand der Mittelstadt Friedberg.
Die Geschichte Friedbergs als Garnisonsstadt reicht bis ins Jahr 1645 zurück, als dort eine Kompanie zur Bewachung der Burg aufgestellt wurde. Die ursprüngliche Kaserne – bekannt als „Wartturm-Kaserne“ – wurde im Jahr 1900 errichtet und sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg genutzt. Anfang 1913 begann der Bau der heutigen Kaserne; bereits im Oktober desselben Jahres wurde dort das III. Bataillon des 5. großherzoglich-hessischen Infanterie-Regiments 168 stationiert. Im Herbst 1914 war die gesamte Anlage fertiggestellt. Während des Ersten Weltkriegs diente die Kaserne als Internierungslager für russische, französische und britische Offiziere. Nach dem Krieg übernahm die Hessische Schutzpolizei bis 1931 die Kaserne, bis dort ab 1933 österreichische Anhänger des NS-Regimes untergebracht wurden. Auf Ersuchen der Stadtverwaltung wurden 1938 erneut Soldaten in der Kaserne stationiert, konkret das III. Bataillon des Infanterie-Regiments 36 der deutschen Wehrmacht. Um weiteren Soldaten Platz zu bieten, wurden zusätzliche Gebäude auf dem Kasernengelände errichtet. Ein Großteil dieser Soldaten wurde später an die Ostfront verlegt.

Nach 1945 waren verschiedene amerikanische Einheiten in der Kaserne stationiert, zuletzt Teile der 1. und der 3. US-Panzerdivision.
Die ersten amerikanischen Einheiten bezogen die Kaserne im Jahr 1945. Dort waren sowohl Infanterie- als auch Panzereinheiten untergebracht. 1948 wurde die Kaserne vom 16. Infanterieregiment der 1. US-Infanteriedivision und vom Stabsbataillon des 8. Infanterieregiments der 4. US-Infanteriedivision belegt. Auch diverse andere Kommandos nutzten die Kaserne, wie seit 1956 das „Combat Command C“ der 3. US-Panzerdivision.
Die Kaserne wurde nach First Lieutenant Bernard James Ray (Angehöriger der Kompanie F, 8. US-Infanterieregiment) benannt, dem für seinen Einsatz während der Schlacht im Hürtgenwald posthum die Medal of Honor verliehen worden war. Ray opferte sein Leben, um eine Drahtsperre zu beseitigen, das seiner Einheit den Weg versperrte.
Der US-amerikanische Sänger, Musiker und Schauspieler Elvis Presley diente vom 1. Oktober 1958 bis zum 2. März 1960 im Aufklärungszug des 1. Bataillons für mittlere Kampfpanzer im zur 3. US-Panzerdivision gehörenden 32. US-Panzerregiment und war in der Kaserne stationiert.
Die 3. US-Panzerdivision nutzte die Kaserne bis zu ihrer Auflösung 1996. Anschließend wurde das Aeral von der 1. US-Panzerdivision (Spitzname Old Ironsides) genutzt, bis die dort stationierten Truppen 2007 in die Vereinigten Staaten zurückverlegt wurden.
Zum Zeitpunkt der Schließung des amerikanischen Stützpunktes im Jahr 2007 (zusammen mit dem nahegelegenen US-Depot in Gießen) beherbergten beide Stützpunkte die 1. Brigade Combat Team „Ready First“ der 1. US-Panzerdivision, die im Rahmen der Operation Iraqi Freedom an zwei Einsätzen im Irakkrieg (2003–2004, 2006–2007) teilgenommen hatte. Die Schließungszeremonie der US-Garnison Gießen fand am 28. September 2007 statt, und die Ray Barracks wurden am 10. Januar 2008 offiziell geschlossen. Zuletzt beherbergte das Gebäude eine Telefonzentrale des 102. Fernmeldebataillons für die US-Garnisonen Friedberg und Gießen, die ursprünglich 1986 installiert worden war. Die Anlage wurde anschließend an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben.
Zurzeit verwaltet die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) das Grundstück.
Im Februar 2023 gab die Stadt Friedberg ihre Absicht bekannt, das 74 Hektar große Kasernengelände in ein städtisches Quartier mit Wohnungen und Gewerbeflächen umzuwandeln. Zu diesem Zweck sollte bis 2025 gemeinsam mit den zuständigen Bundesbehörden ein privater Investor gesucht werden.
Am 9. Juli 2026 gab das Bundesministerium der Verteidigung bekannt, die Liegenschaft, mit dem ehemaligen US-Übungsplatz Ockstadt als Standortübungsplatz, für eine mögliche Nutzung für den Neuen Wehrdienst näher zu untersuchen. Im August erklärte man, mit einem Letter of Intent (LoI) die Nutzung durch die Bundeswehr einzuleiten.