Raymond Moody

Raymond Moody, 2017

Raymond A. Moody (* 30. Juni 1944 in Porterdale, Georgia) ist ein US-amerikanischer Psychiater und Philosoph, der sich eingehend mit Forschungen um den Grenzbereich zwischen Leben und Tod auseinandersetzt.

Leben

Bereits während seines Studiums wurde er durch den Arzt George Ritchie mit Nahtod-Erfahrungen konfrontiert und begann, sich für deren Hintergründe zu interessieren. Seine ersten Untersuchungsergebnisse über 150 derartiger Fälle veröffentlichte er 1975 unter dem Titel Life After Life.

Das Vorwort zur Erstausgabe steuerte die durch Interviews mit Sterbenden (1969) bereits international bekannte Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross bei. Das Buch wurde ein internationaler Bestseller, und Moody prägte darin den Begriff der Nahtoderfahrung (englisch near-death experience).

Moody erwarb seinen medizinischen Doktorgrad 1976 am Medical College of Georgia in Augusta und war anschließend bis 1985 als forensischer Psychiater tätig. Nach Eröffnung der eigenen Praxis lehrt er auch Philosophie an der East Carolina University, Greenville.

Nahtod-Erfahrungen

In Life After Life (1975) beschreibt Moody eine Vielzahl von Erfahrungen, die Betroffene regelmäßig haben, wobei die Reihenfolge unter Umständen unterschiedlich sein kann:

  1. Wahrnehmung eines unangenehmen Geräusches (Läuten, Brummen)
  2. Bewegung durch einen langen, engen, dunklen Tunnel
  3. Der Betroffene befindet sich plötzlich außerhalb seines Körpers und nimmt seine Umgebung wahr
  4. Langsame Gewöhnung an den neuen Zustand
  5. Erkennen, dass man weiterhin eine Art „Körper“ hat, der sich jedoch vom menschlichen Körper unterscheidet
  6. Andere Wesen, oft bekannte Verstorbene, nähern sich, begrüßen einen
  7. Erscheinung eines Lichtwesens, das gelegentlich mit Christus oder anderen religiösen Figuren gleichgesetzt wird
  8. Das Lichtwesen richtet ohne Worte eine Frage an den Sterbenden, die ihn zu einer Bewertung des eigenen Lebens führen soll
  9. Zeitlose Rückschau über das eigene Leben
  10. Annäherung an eine „Schranke“, die die Scheidelinie zwischen Leben und Tod symbolisiert
  11. Widerstand gegen die Erkenntnis, dass man wieder ins Leben zurückkehren muss
  12. Gefühl umfassender Freude, Liebe und Friedens
  13. Mitteilungsversuche in der 3. Phase an die Ärzte und die umstehenden Personen
  14. Folgen im Leben (betroffene Personen nehmen das Leben tiefer und erweitert wahr, setzen sich mehr mit großen philosophischen Grundfragen auseinander)
  15. Neue Sicht des Todes (Personen, die immer Angst vor dem Tod hatten, sind nun entspannt und furchtlos)
  16. Bestätigung der Patientenangaben
  17. Ein Licht kam zum Vorschein

Werke

Commons: Raymond Moody – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Raymond A. Moody: Life After Life. Mockingbird Books, Atlanta 1975, Vorwort von Elisabeth Kübler-Ross.
  2. ↑ Allan Kellehear: Near-Death Experiences. In: Macmillan Encyclopedia of Death and Dying. Macmillan Reference USA, New York 2003 (auch über Encyclopedia.com).
Personendaten
NAME Moody, Raymond
ALTERNATIVNAMEN Moody, Raymond A.
KURZBESCHREIBUNG amerikanischer Psychiater und Philosoph
GEBURTSDATUM 30. Juni 1944
GEBURTSORT Porterdale, Georgia