Ein Reanimationsbrett, auch Reanimationsplatte, umgangssprachlich „Herzbrett“, engl. Cardiopulmonary Resuscitation board, CPR Board oder Cardiac Board, ist eine brettförmige Unterlage, die während der Herz-Lungen-Wiederbelebung wegen eines Kreislaufstillstandes unter den Brustkorb des Patienten gelegt wird, um eine suffiziente Herzdruckmassage zu gewährleisten. Eine Erweiterung stellen mechanische Reanimationsgeräte dar.
Die aktuellen ERC- und ILCOR-Leitlinien empfehlen zur Durchführung der Herzdruckmassage – auch Thoraxkompressionen genannt – einen festen Untergrund. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Patient unter jeglichen Umständen, beispielsweise auf den Boden, gezerrt werden muss.
Es gibt keine Studien oder RCTs, die ein besseres Patienten-Outcome beschreiben. Es gibt jedoch eine Vielzahl an Studien und RCTs, die mithilfe von Reanimationspuppen diesen Sachverhalt untersucht haben. Dabei konnten keine wesentlichen Vorteile für den Einsatz eines Reanimationsbrettes bzw. für das Reanimieren auf dem Fußboden gefunden werden.
In den ERC-Leitlinien 2025 wird daher von der Verwendung von Reanimationsbrettern abgeraten. Sollte das Bett, die Matratze oder ggf. ein Wechseldrucksystem einen CPR-Modus haben, so soll dieser benutzt werden. Sollte der Untergrund sehr nachgiebig sein, muss lediglich die Drucktiefe angepasst werden, beispielsweise mithilfe eines Feedback-Sensors.
Die Wirkweise des Reanimationsbretts beruht auf einer Lastverteilung auf eine größere Fläche. Der Gedanke war, dass es beim Reanimieren auf Matratzen etc. zu keiner ausreichenden Kompression des Brustkorbes und damit des Herzens kommen könnte und der Oberkörper lediglich in die Matratze gedrückt werden würde. Es sollte ein einfaches Mittel zur Herstellung eines festen Untergrunds bieten.
Reanimationsbretter werden von verschiedenen Herstellern angeboten und können im Notfall einer Wandhalterung entnommen werden. Es handelt sich um ca. 60 × 80 cm große, aus Kunststoff hergestellte Konstruktionen, die bruchsicher, zur Durchführung von Defibrillationen nichtleitend, beständig gegen Flüssigkeiten, Blut und Wischdesinfektion mit handelsüblichen Desinfektionsmitteln sein müssen, leicht sein sollen und durch abgerundete Kanten die Verletzungsgefahr für Patienten und Personal minimieren. Sie werden in Warnfarben wie Orange oder Gelb angeboten, um schnell auffindbar zu sein, und sind häufig mit Handgriffen versehen.
Eigens, noch aus Holz gefertigte Reanimationsbretter werden seit den 1960er Jahren verwendet. Bei Nichtverfügbarkeit spezieller Reanimationsbretter werden häufig die Bretter aus Kopf- oder Fußteil des Bettes entnommen und unter den Patienten gelegt. Moderne Krankenhausbetten bieten häufig keine dafür geeigneten Bauteile mehr an, abgesehen von der Verletzungsgefahr, wenn für diesen Zweck nicht vorgesehene Gegenstände verwendet werden.