Redtenbacheria insignis

Redtenbacheria insignis

Redtenbacheria insignis

Systematik
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Familie: Raupenfliegen (Tachinidae)
Unterfamilie: Dexiinae
Tribus: Eutherini
Gattung: Redtenbacheria
Art: Redtenbacheria insignis
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Redtenbacheria
Schiner, 1861
Wissenschaftlicher Name der Art
Redtenbacheria insignis
Egger, 1861

Redtenbacheria insignis ist ein Zweiflügler aus der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Die Art wurde von dem österreichischen Entomologen Johann Egger 1861 erstbeschrieben. Das lateinische Art-Epitheton insignis bedeutet „ein Zeichen beinhaltend“ oder „außergewöhnlich im Vergleich zu anderen“.

Taxonomie

1861 beschrieb Ignaz Rudolph Schiner die Gattung Redtenbacheria mit der Typusart Redtenbacheria spectabilis. Namensgeber der Gattung war offenbar Ludwig Redtenbacher, ebenfalls ein österreichischer Insektenkundler. Redtenbacheria spectabilis wurde als Nomen oblitum durch Redtenbacheria insignis als Nomen protectum ersetzt. Die monotypische Gattung Redtenbacheria wird der Tribus Eutherini innerhalb der Unterfamilie Dexiinae zugeordnet.

Merkmale

Die Fliegen sind 8–10 mm lang. Im Folgenden eine Merkmalskombination für die Gattung Redtenbacheria nach Cerretti et al. (2012). Die Stirn der Männchen ist in Dorsalansicht etwa so breit wie ein Zehntel des Augendurchmessers. Der obere Kopfbereich weist mehrere Reihen schwarzer Börstchen (Setulae) hinter der postokularen Borstenreihe auf. Die Anepimeralborste ist haarartig. Die Beine sind vollständig gelb gefärbt. Die hinteren Tibien sind meist mit zwei dorsalen Präapikalborsten versehen. Der zweite Costalabschnitt ist ventral mit feinen Börstchen besetzt. Die Flügelzelle r4+5 ist offen. Die Abdominalsternite sind frei liegend.

Verbreitung

Redtenbacheria insignis besitzt eine transpaläartkische Verbreitung. Das Vorkommen reicht von Europa bis nach Japan. In Europa erstreckt es sich von Süd-Skandinavien (Schweden, Norwegen) und England bis in das südliche Mitteleuropa (Deutschland, Österreich, Schweiz). In Deutschland gilt die Art als selten mit nur wenigen Funden.

Lebensweise

Den typischen Lebensraum der Art bilden Waldränder. Die Fliegen werden gewöhnlich von Mitte Juni bis Mitte August beobachtet. Redtenbacheria insignis ist ein Endoparasitoid verschiedener Wanzen. Als Wirtsarten sind bekannt: Acanthosoma denticaudum aus der Familie der Stachelwanzen (Acanthosomatidae) sowie Lelia decempunctata und Menida disjecta aus der Familie der Baumwanzen (Pentatomidae). Das Weibchen legt inkubierte Eier mit schlüpfbereiten Larven am Wirtstier ab. Die Dipterenlarve bohrt sich in den Wirt, wo sie sich entwickelt.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 James E. O’Hara, Shannon J. Henderson, D. Monty Wood: Preliminary Checklist of the Tachinidae (Diptera) of the World – Version 2.1. (PDF; 10,4 MB) 2020, abgerufen am 23. Juli 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 Claudia Brückner: Ist Redtenbacheria insignis EGGER, 1861 (Diptera: Tachinidae) in der Region Berlin/Brandenburg erloschen? (PDF; 843 KB) In: Märkische Ent. Nachr. 23. 2021, S. 101–124, abgerufen am 23. Juli 2026.
  3. 1 2 Pierfilippo Cerretti, Hans-Peter Tschorsnig, Massimo Lopresti, Filippo Di Giovanni: MOSCHweb – a matrix-based interactive key to the genera of the Palaearctic Tachinidae (Insecta, Diptera). In: ZooKeys 205: 5–18. doi:10.3897/zookeys.205.3409 ( https://www.tachinidae.eu/homepage.htm ). 4. Juli 2012, abgerufen am 16. September 2026 (englisch).
  4. ↑ Checkliste der Raupenfliegen Deutschlands (Diptera: Tachinidae) – Version: 4. März 2026. (PDF; 4,33 MB) In: Catalogus dipterorum Germaniae Heft 55. Arbeitskreis Diptera, 2026, abgerufen am 23. Juli 2026.
  5. 1 2 3 Hans-Peter Tschorsnig, Benno Herting: Die Raupenfliegen (Diptera: Tachinidae) Mitteleuropas: Bestimmungstabellen und Angaben zur Verbreitung und Ökologie der einzelnen Arten. (PDF; 11,8 MB) In: Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serie A (Biologie). 4. September 1994, abgerufen am 22. Juli 2026.
  6. ↑ Hans-Peter Tschorsnig: Preliminary host catalogue of Palaearctic Tachinidae (Diptera). (PDF; 5,02 MB) 28. April 2017, abgerufen am 23. Juli 2026 (englisch).
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