In allen europäischen Monarchien des Mittelalters gab es solche regalia, deren Zusammensetzung im Einzelnen variieren konnte. Fast immer gehörten dazu Krone, Zepter, Reichsapfel und Schwert. In der Regel bildeten diese Gegenstände den Kern einer umfangreicheren Sammlung wertvollen Schmucks, den Kronjuwelen, die auch Gegenstände rein dekorativen Charakters umfassen und nicht ausschließlich aus Regalien bestehen mussten.
Verwendung
Im Mittelalter wurden die Regalien dem Herrscher bei der Krönung übergeben oder er wurde damit bekleidet, trug sie aber auch bei anderen festlichen und repräsentativen Anlässen, etwa bei Festkrönungen. In der frühen Neuzeit wurde ihr Gebrauch meist auf die Krönung beschränkt. Selbst die im 19. Jahrhundert neu entstandenen Königreiche, wie Bayern, Rumänien oder Württemberg, beschafften noch Regalien. In den meisten Monarchien Europas wurde im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts auf die Krönungen – und damit den Einsatz der Regalien – verzichtet. In vollem Umfang findet eine Krönung heute nur noch in Großbritannien statt, wobei die englischen Regalien eingesetzt werden.
↑Zwei mit Perlen besetzte Mitren sind „in München erhalten“ (Kloft, S. 14).
Einzelnachweise
↑Regal in Deutsches Rechtswörterbuch (Weblinks); Elisabeth Lalou: Regalien, -politik, -recht – Frankreich. In: Lexikon des Mittelalters Band 7 – Planudes bis Stadt (Rus'). LexMA, München und Zürich 1995. ISBN 978-3-7608-8907-8, Sp. 558f.
↑Matthias Friske: Der Schatz der Reichskleinodien im Mittelalter. Aachener Thron, Heilige Lanze, Reichskrone und Nürnberger Heiligtümer. Frank & Timme, Berlin 2024, ISBN 978-3-7329-1100-4
↑Sabine Heym: Prachtvolle Kroninsignien für Bayern – aber keine Krönung. In: Johannes Erichsen und Katharina Heinemann (Hrsg.): Bayerns Krone 1806. 200 Jahre Königreich Bayern. Hirmer, München 2006, ISBN 978-3-7774-3055-3, S. 37–49.
↑Dietmar Storch: Die hannoversche Königskrone: Ursprung, Geschichte und Geschicke eines unbekannten monarchischen Herrschaftszeichens des 19. Jahrhunderts. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Band 54, 1982, S. 217–250.
↑Susanne Evers, Michaela Völkel: Kronschatz und Silberkammer der Hohenzollern. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-422-07050-9.
↑Bernard Morel: Les joyaux de la Couronne de France. les objets du sacre des rois et reines suivis de l’histoire des joyaux de la Couronne de François Ier à nos jours. Fonds Mercator/A. Michel, Anvers 1988, ISBN 2-226-03506-0.
↑Magda von Bárány-Oberschall: Die Eiserne Krone der Lombardei und der lombardische Königsschatz. Wien, München 1966.