| Regelbau 9 (Typ B1) | |
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Grundriss des Regelbau 9 vom Typ B1 | |
| Daten | |
| Baustil | Bunker |
| Baujahr | ab 1936 |
| Grundfläche | 35,80 m² |
| Besonderheiten | |
| M. G.-Schartenstand mit Scharten- und Deckenbplatte Musterzeichnungsnummer: 179B9 | |
Der Regelbau 9 (Typ B1) ist ein standardisierter Bautyp von Bunkern innerhalb des Regelbau-Programms, beziehungsweise des Pionierprogramm, der Wehrmacht und wurde ab 1936 gebaut.
Der Regelbau 9 (Typ B1) war ein M. G.-Schartenstand für ein Maschinengewehr mit einer speziellen Scharten- und Deckenplatte. Dieser Regelbau war von der Baustärke ein Typ B1 und hatte überall eine Wandstärke von 1,00 m nach Außen, sowie bei den Zwischenwänden im Inneren. Der Bunker war an der längsten Seite 8,70 m lang und 4,90 m breit. Er verfügte über drei Innenräume, welche über einen Zugang seitlich hinten links am Bunker erreicht werden konnten. Um diesen Zugang zu sichern, war der Bunker an der linken Seite leicht verbreitert worden. Dadurch entstand zum einen ein Schutz des Eingangs vor direktem Beschuss aus der Hauptkampfrichtung und zum anderen, durch einen Winkel von 90 Winkelgrad hinter dem Eingang, eine Flankierungsanlage. Mit dieser konnten der Zugang mittels einem Gewehrschartenverschluss 48P8 gesichert und verteidigt werden. Über der Flankierungsanlage und dem Eingang war die Decke des Bunkers schräg vorgezogen, um beide bei Beschuss oder teilweise vor der Witterung zu schützen.
Der Zugang befanden sich, von der Hauptkampfrichtung aus gesehen, seitlich hinten links am Bunker. Er war 1,30 m hoch, 1,14 m breit und durch eine Stahltür 14P7 mit abgerundeten Ecken verriegelt. Die Tür hatten eine Stärke von 30 mm und ein Gewicht von 500 kg. Nachdem man den Zugang durchschritten hatte, gelangte man nach ein paar Stufen in eine 1,10 m breite und 2,00 m lange Gasschleuse. In dieser Gasschleuse gab es einen Notausgang, welcher direkt hinter den Bunker führte. Dieser Notausgang war mit einer Gasschutztür 410P9 verschlossen, welche mit Rahmen 0,93 m hoch und 0,78 m breit war. Teilweise wurde auch die Stahltür 51P8 verbaut.
Von der Gasschleuse aus gelangte man durch eine Gasschutztür 19P7 in den kleinen Bereitschaftsraum. Dieser diente sowohl als Schlafbereich, als auch als Aufenthaltsraum für die fünfköpfige Bedienmannschaft des Maschinengewehrs. So gab es an den Wänden sechs Klappbetten, welche bei Bedarf an die Wand hochgeklappt werden konnten. Hierbei gab es zwei mal drei Betten übereinander. Weiterhin gab es im Aufenthaltsraum eine Belüftung und einen gasdichten Ofen. Der Bereitschaftsraum selber war 2,90 m breit und 2,10 m lang.
Vom Bereitschaftraum gelangte man durch eine weitere Gasschutztür 19P7 in den Kampfraum. Die Hauptkampfrichtung war mit einer 100 mm starken Stahlscharten- und Deckenplatte 76P9 verschlossen und gab der Bedienmannschaft Panzerschutz vor Handfeuerwaffen und Waffen mit kleinem Kaliber. In dieser Stahlscharten- und Deckenplatte befand sich eine Schartenöffnung, wodurch das Maschinengewehr den Feuerkampf aufnehmen konnte. Die Hauptbewaffnung war anfangs ein Maschinengewehr 08, welches auf einem Untersetzkasten und der M. G.-Schartenlafette 08 lag. Zum Feuern wurde das Maschinengewehr über eine Schiene ein Stück geschoben, sodass der Lauf nach draußen ragte. Links neben der Schießscharte befand sich ein Sehschlitz für die Schussfeld Beobachtung. Auch dieser Sehschlitz konnte mit einem Schieber verschlossen werden. Später wurde das Maschinengewehr 08 durch eine Maschinengewehr 34 ausgetauscht. Der Kampfraum war 2,20 m lang und breit.
Der Regelbau 9 (Typ B1) hatte eine Grundfläche von 35,80 m². Für den Bau wurden 102 m³ Beton verwendet. Bei den genutzten Panzerteilen fielen einheitliche Kosten in Höhe von 8.560 Reichsmark an. Zusammen mit der Inneneinrichtung, Verkabelung und Belüftung wurden für den Regelbau 9 (Typ B1) maximale Kosten von 35.000 Reichsmark angesetzt.
Der Regelbau 9 (Typ B1) hatte die Hauptaufgabe mit dem Maschinengewehre den Schutz von wichtigen Positionen und Wegen sicher zu stellen.
Der Regelbau 9 (Typ B1) wurde vor dem Zweiten Weltkrieg, ab 1936, in einigen Stellungen an und nahe der deutschen Grenzen gebaut. Auch heute kann man an einigen Stellungen und versteckten Positionen noch Bunker dieses Typs finden, größtenteils jedoch als Ruinen.