Die Bezeichnung Regio-S-Bahn bzw. Regio S-Bahn wird im deutschsprachigen Raum für verschiedene Schienenpersonennahverkehrssysteme und SPNV-Konzepte verwendet. Eine einheitliche Definition des Begriffs existiert nicht.
Die Bezeichnung Regio-S-Bahn wird uneinheitlich verwendet. Sie dient sowohl als Name bestehender Nahverkehrsnetze auf der Schiene als auch als Bezeichnung für regionale Ausbau- und Betriebskonzepte im Schienenpersonennahverkehr. Neben der Schreibweise Regio-S-Bahn wird auch die Schreibweise Regio S-Bahn verwendet. Die Verwendung der jeweiligen Schreibweise unterscheidet sich je nach Betreiber, Projekt oder Markenauftritt. Seit den 2020er-Jahren wird Regio S-Bahn insbesondere von den Ländern Baden-Württemberg und Bayern als gemeinsame Markenbezeichnung für mehrere bestehende und geplante Netze verwendet.
Die Bezeichnung Regio-S-Bahn wurde bereits ab den 1990er Jahren für die heutige S-Bahn Basel verwendet. Mit der Einführung des grenzüberschreitenden S-Bahn-Systems in der Region Basel entstand 1997 die Marke Regio-S-Bahn Basel. Die Bezeichnung wurde später schrittweise durch die heute gebräuchliche Bezeichnung S-Bahn Basel ersetzt.
Gegenwärtig wird die Bezeichnung Regio-S-Bahn bzw. Regio S-Bahn von verschiedenen Verkehrsunternehmen, Aufgabenträgern und Infrastrukturprojekten im deutschsprachigen Raum verwendet. Die Verwendung umfasst sowohl bestehende Schienenpersonennahverkehrsnetze als auch Ausbau- und Vermarktungskonzepte.
Die Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 eingeführt. Die Bezeichnung wird als offizieller Name des von der NordWestBahn betriebenen Schienenpersonennahverkehrsnetzes im Raum Bremen und Niedersachsen verwendet.
Seit den 2020er-Jahren wird Regio S-Bahn von den Ländern Baden-Württemberg und Bayern als gemeinsame Markenbezeichnung für verschiedene bestehende und geplante Schienenpersonennahverkehrsnetze verwendet. Nach Angaben der beteiligten Länder soll die Marke für regionale Bahnangebote mit vertakteten Verbindungen und einer stärkeren Vernetzung des Umlands stehen. Die Verwendung umfasst sowohl bestehende Netze als auch geplante Ausbau- und Betriebskonzepte im Schienenpersonennahverkehr.
Die Regio-S-Bahn Donau-Iller wird seit Dezember 2020 als Bezeichnung für ein länderübergreifendes Schienenpersonennahverkehrsnetz im Raum Ulm und Neu-Ulm verwendet. Das Netz wird gemeinsam von den Ländern Baden-Württemberg und Bayern sowie den beteiligten Kommunen und Aufgabenträgern entwickelt und schrittweise ausgebaut. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2021 wurde die gemeinsame Marke Regio S-Bahn offiziell vorgestellt und auf weitere Linien ausgeweitet.
Die ehemalige Ortenau-S-Bahn verwendet seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 die Bezeichnung Regio S-Bahn Ortenau. Die Umbenennung erfolgte im Rahmen der gemeinsamen Markeninitiative der Länder Baden-Württemberg und Bayern. Betreiber des Netzes ist die SWEG.
Die Bezeichnung Regio-S-Bahn wird in Bayern für mehrere geplante Schienenpersonennahverkehrskonzepte verwendet. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) entwickelte entsprechende Konzepte unter anderem für die Räume Würzburg und Regensburg.
Für den Raum Würzburg wurde das Konzept als Regio S-Bahn Mainfranken konkretisiert. Eine erste Umsetzungsstufe wurde als zweites Los des Vergabeverfahrens „Regionalverkehr Mainfranken“ ausgeschrieben. Nach der Zuschlagserteilung im Juli 2026 soll der Betrieb mit vier Linien im Dezember 2030 aufgenommen werden. Im Raum Regensburg stellte die BEG 2024 einen Entwicklungsplan für eine Regio-S-Bahn Regensburg vor.
Perspektivisch könnte nach Angaben der BEG auch in weiteren großstädtischen Ballungsräumen ein ähnliches Angebot entstehen. Als Beispiel wird Augsburg genannt.
Unter der Bezeichnung Regio-S-Bahn Lübeck wird seit den 2020er Jahren ein Konzept zur Weiterentwicklung des Schienenpersonennahverkehrs im Raum Lübeck diskutiert. Die Bezeichnung wird unter anderem im Zusammenhang mit Planungen zur Elektrifizierung, zum Ausbau des Bahnknotens Lübeck sowie zur Verbesserung des regionalen Taktangebots verwendet.
Im Rahmen der Fortschreibung des SPNV-Nahverkehrsplans Thüringen wurde auch die Einführung eines Regio-S-Bahn- beziehungsweise S-Bahn-Konzepts entlang der Thüringer Städtekette diskutiert. Der Freistaat Thüringen sprach sich jedoch gegen die Einführung eines entsprechenden Systems aus. Im Nahverkehrsplan wurde unter anderem auf siedlungsstrukturelle, demographische und betriebliche Rahmenbedingungen verwiesen. Die Bezeichnung Regio-S-Bahn Thüringen wurde daneben auch in politischen Diskussionen und Verbandsforderungen verwendet.