Reiko Sudō
Link zum Bild (der Link führt zu einer Seite außerhalb der Wikipedia)
Reiko Sudō (japanisch 須藤 玲子 Sudō Reiko; geboren 1953 in Ishioka) ist eine japanische Textildesignerin, die für die Entwicklung und Herstellung ungewöhnlicher Stoffe bekannt ist. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in MoMa und im Victoria and Albert Museum ausgestellt.
Reiko Sudō wuchs in einer ländlichen Gegend der Präfektur Ibaraki auf. Sie studierte traditionelle japanische Malerei und anschließend Kunsthandwerk an der Kunsthochschule Musashino in Kodaira. Am Ende ihres Studiums befasste sie sich mit der Kunst des Teppichwebens. Mitte der 1980er Jahre wechselte sie zum Textildesign. Sie war Assistentin im Textillabor der Musashino Art University bei Arai Junichi (Textilkundler, 1932–2017) und gründete mit ihm 1984 den Betrieb Nuno, was soviel wie „Tuch“ bedeutet. 1987 übernahm Sudō das Unternehmen und erweiterte die Produktpalette. Seit dem Jahr 2008 berät sie die Firma MUJI in Themen des Designs, seit 2016 gehört sie zum Beirat des Unternehmens. Reiko Sudō ist emeritierte Professorin an der Tokyo Zokei University und Ehrendoktorin der University for the Creative Arts.
2007 wurde sie für ihre Arbeit zur Inneneinrichtung des Mandarin Oriental in Tokio mit dem Mainichi Design Award ausgezeichnet. Sie ist Trägerin des ROSCOE Design Prize und des JID Award der Japan Interior Design Association. Darüber hinaus ist sie Mitglied des Japan Design Committee. Ihre Werke befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Museum of Modern Art, des Metropolitan Museum of Art, des Museum of Fine Arts, Boston, des Victoria & Albert Museum und der Crafts Gallery im National Museum of Modern Art, Tokio.
Sudō und ihr Team experimentieren bei Nuno mit den Rohmaterialien, der Webart und der Zusammenstellung der Textilien. Sie stellen verschiedene Fasern zu neuen Garnen zusammen. Sie mischen natürliche und künstliche Fäden zu Hybridgeweben und fügen ungewöhnliche Materialien wie Federn oder Kupferdrähte hinzu. Sie experimentieren auch mit den Eigenschaften des Rohmaterials, verwenden schmelzendes Polyester oder sich bei Nässe zusammen ziehende Wolle. Einige Produkte verlassen den Webstuhl als fertiges Werk. Andere Stoffe werden danach noch aufwändig bearbeitet. Reiko Sudō ließ sich sowohl von traditionellem Kunsthandwerk als auch von High-Tech-Produkten inspirieren. Ihr Stoff Jellyfish beispielsweise ist ein Glasbatist aus thermoplastischem Polyester. Wird er wärme-geschrumpft, knittert er dauerhaft und bekommt so Volumen. In den 1990er-Jahren nutzte man Polyvinylchlorid für die Herstellung von Jellyfish. Dieser Stoff setzt bei der Verbrennung krebserregende Stoffe frei. Deshalb wird er jetzt mit biologisch abbaubarem Polyvinylalkohol produziert.
Fossile Rohstoffe wie Erdöl sind endlich. Deshalb ersetzt Sudō seit den 2000er Jahren schrittweise nicht recycelbare Materialien gegen recycelbare. Ein Beispiel für Nachhaltigkeit ist das Kibiso-Projekt. Es wurde 2008 initiiert. Projektpartner war ein Unternehmen in Tsuruoka, dem nördlichsten Seidenanbaugebiet in Japan. Kibiso nennt sich die erste Faser, die eine Seidenraupe bei der Seidenkokonherstellung ausspuckt. Die Faser ist ungleichmäßig dick und hat eine grobe Textur. Sie wird in der Regel für die Produktion von Hautpflegemitteln verwendet. Sudō entwickelte gemeinsam mit lokalen Seidenherstellern eine Faser mit hoher Feuchtebindung und antioxidativer Wirkung aus Kibiso.
Unter Sudōs Leitung nutzten im Jahr 2016 Kunsthandwerker eine hundert Jahre alte Technik zur Herstellung der Reclaimed Wool Collection von MUJI. In der Präfektur Aichi, die in der Wollproduktion in Japan führend ist, fertigte man mit der Methode aus Wollresten und gebrauchten Wollstoffen Garne, die für Textilien einsetzbar sind.
Ihre Textilien wurden weltweit in Museen und Ausstellungen präsentiert.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sudō, Reiko |
| ALTERNATIVNAMEN | 須藤 玲子 (japanisch); スドウ, レイコ (Kana) |
| KURZBESCHREIBUNG | japanische Textildesignerin |
| GEBURTSDATUM | 1953 |
| GEBURTSORT | Ishioka |