Rein Sander (* 3. Dezember 1945 in Võiste, Gemeinde Tahkuranna; † 19. Dezember 2025) war ein estnischer Dichter und Botaniker.
Rein Sander machte 1964 in Pärnu Abitur und studierte danach an der Universität Tartu Biologie. Nach seinem Abschluss als Botaniker 1972 arbeitete er bis 1977 im Labor des Zoologischen und botanischen Instituts der Akademie der Wissenschaften in Tartu (heute Bestandteil der Estnischen Universität für Umweltwissenschaften). Nach einer kurzzeitigen Anstellung im Nationalpark Lahemaa (1977) war er danach Direktor einer Baumschule (1977–1985) und Gartenbauspezialist in einer Kolchose (1985–1990). Nach 1990 war er Funktionär im Estnischen Bauernverband, ab 2000 als Unternehmer spezialisiert auf das Züchten von Heilpflanzen.
Rein Sander war ab 1983 Mitglied des Estnischen Schriftstellerverbands und lebte in Karinu, Kreis Järva.
Rein Sander publizierte seine ersten Gedichte 1964 und veröffentlichte 1976 seinen Debütband. Schon hier verwies die Kritik auf zahlreiche Verbindungen zur japanischen Zen-Dichtung, von der der Dichter stark beeinflusst war. Hierin steht er innerhalb der estnischen Literatur in der Tradition von Ernst Enno, der zahlreiche Bezüge zur nah- und fernöstlichen Dichtung aufweist und – wie auch Sander – sicherlich von Maurice Maeterlinck beeinflusst war. Gleichzeitig sah man Parallelen auch zu zeitgenössischen Autoren wie etwa Jaan Kaplinski und Viivi Luik, später auch zu Hando Runnel und Juhan Viiding oder Doris Kareva und Karl Ristikivi. Auch die weiteren Gedichtbände von Sander blieben ganz auf der „ökologischen Linie“ und wurden von einer Kritikerin als „grün, duftend, warm und weich wie eine Kamillenwiese“ gepriesen.
Außerdem verfasste Sander zahlreiche Handbücher zu Natur und Botanik von Estland.
| Personendaten | |
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| NAME | Sander, Rein |
| KURZBESCHREIBUNG | estnischer Dichter und Botaniker |
| GEBURTSDATUM | 3. Dezember 1945 |
| GEBURTSORT | Võiste, Gemeinde Tahkuranna |
| STERBEDATUM | 19. Dezember 2025 |