Reinhard Kirmse

Reinhard Kirmse (* 25. Februar 1947 in Altenburg; † 10. Dezember 2023 in Leipzig) war ein deutscher Chemiker und Hochschullehrer an der Universität Leipzig.

Werdegang

Nach dem Abitur 1963 begann Kirmse an der Karl-Marx-Universität Leipzig mit dem Studium der Chemie. Die Diplomarbeit (1970) zum Thema „ESR-Untersuchungen an Kupfer(II) - dialkyl - diselenocarbamaten“ sowie die Doktorarbeit (1972) zum Thema „ESR-Untersuchungen an einigen d1 - und d9 - Diselenocarbamaten“ wurden von Eberhard Hoyer in enger Zusammenarbeit mit Wolfgang Windsch, EPR-Gruppe der damaligen Sektion Physik, betreut. Anschließend folgte ein zweijähriger Postdoc-Aufenthalt an Physikalischen Fakultät der Universität Kasan (UdSSR). Dort wurde die EPR-Spektroskopie 1944 durch Jewgeni Konstantinowitsch Savoiski erstmals experimentell realisiert (Wiege der EPR). Durch Savojskis Mitarbeiter, Semjon Alexandrowitsch Altschuler, erfuhr Kirmse besondere Förderung. Es folgte eine vieljährige wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Igor N. Marow im Wernadski-Institut für Geochemie und Analytische Chemie der Akademie der Wissenschaften der UdSSR in Moskau. 1978 habilitierte sich Kirmse zum Thema „EPR- und Elektronen-Spin-Gitter-Relaxationsuntersuchungen an Übergangsmetallkomplexen mit ungesättigten Dichalkogenoliganden.“ Die Berufung zum Hochschuldozenten für Anorganische Chemie in Leipzig erfolgte 1983. Seit den 1980er Jahren weilte Kirmse mehrfach zu Forschungsaufenthalten bei Engbert de Boer und Cornelius P. Keijzers in der Abteilung Molekülspektroskopie der Universität in Nijmegen (NL) sowie am Institut für Anorganische Chemie und Technologie der Universität Ljubljana (Slowenien) bei Lubo Golic. 1992 folgte er dem Ruf auf eine C3-Professor für Strukturchemie an der Fakultät für Chemie und Mineralogie an der Universität Leipzig.

Besonderes Verdienst von Reinhard Kirmse ist die Einführung der EPR-Spektroskopie in die anorganische Chemie und die Komplexchemie in Deutschland.

Auszeichnungen

Reinhard Kirmse wurde 1982 mit dem Friedrich-Wöhler-Preis der Chemischen Gesellschaft der DDR speziell „für die fundamentale Erschließung und Anwendung der Elektronen-Spin-Resonanz-Spektroskopie in der Chemie, besonders der anorganischen Chemie und die dabei erzielten fundamentalen Ergebnisse bei Elektronen-Kern-Doppelresonanz-Experimenten, ausgezeichnet.“

Publikationen (Auswahl aus 280 wissenschaftlichen Veröffentlichungen)

Einzelnachweise

  1. ↑ Traueranzeigen für Reinhard Kirmse
  2. 1 2 Lothar Beyer: Autografe von Chemikern in der Chemiehistorischen Sammlung der Fakultät für Chemie und Mineralogie der Universität Leipzig, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig, 2025, S. 50–51, ISBN 978-3-96023-644-3.
  3. ↑ Ulrich Abram und Klaus Köhler: Nachruf Reinhard Kirmse (1947–2023), Nachrichten aus der Chemie 72 (2024) Nr. 4, April 2024, S. 84; doi:10.1002/nadc.20244142706
  4. ↑ Renate Kießling: Die Chemische Gesellschaft der DDR. Teil 2. In: Mitteilungen. Fachgruppe Geschichte der Chemie, 2020, abgerufen am 9. Juli 2025.