Reinhard May (* 26. August 1947 in Bad Godesberg; † 10. Juni 2024) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Philosoph.
May studierte Rechtswissenschaft, Philosophie und Comparative Jurisprudence an den Universitäten Mainz und London. Die Promotion zum Doktor der Rechte (Dr. iur) mit einer von Theodor Viehweg betreuten Arbeit erfolgte 1978. Im Anschluss hieran war er im Michaelmas Term desselben Jahres visiting scholar an der University of Cambridge, Faculty of Oriental Studies, in Verbindung mit Professor Joseph Needham.
Seit 1980 hatte er eine Forschungsstelle für Rechts- und Sozialphilosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf inne. Im Jahr 1983 erhielt er den Doctor of Philosophy (Ph.D.) von der SOAS University of London, für seine Arbeit über Dharma, Li und Nomos, die von J. Duncan M. Derrett betreut wurde. Auf Einladung von Zentaro Kitagawa hielt May 1986 an der Rechtsfakultät der staatlichen Universität Kyoto und dem Kyoto Comparative Law Center einen Vortrag über die Studien zu nichteuropäischen Rechtstheorien. 1987 war er Gastdozent für Comparative Legal Philosophy an der J. Reuben Clark Law School der Brigham Young University in Provo, Utah.
Die Habilitation im Fach Philosophie erfolgte 1995 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dort war er von 2001 bis 2012 als außerplanmäßiger Professor tätig und forschte zur transkulturellen Philosophie (Moral-, Rechts- und Sozialphilosophie).
Er war Redaktor und Mitherausgeber der von Theodor Vieweg begründeten und geleiteten „Studien zu nichteuropäischen Rechtstheorien“.
Sein wissenschaftliches Interesse galt den außereuropäischen Moral- und Rechtsphilosophien. Ihm ging es in seiner Forschung nicht nur um das Verständnis und die Exegese der mittlerweile allgemein bekannten nicht-abendländischen Standardwerke der Philosophie. Vielmehr interessierten ihn die frühen und wirkmächtigen Einflüsse, die von den ersten Übersetzungen etwa der indischen Upanischaden und der chinesischen konfuzianischen, buddhistischen und daoistischen Schriften auf die (Weiter-)Entwicklung europäischen Gedankenguts ausgingen. An den Schriften von Martin Heidegger, Arthur Schopenhauer und David Hume konnte May exemplarisch darlegen, wie nicht-abendländische Einflüsse über drei Jahrhunderte in der europäischen Moralphilosophie und Ontologie einen bleibenden und wirkmächtigen Eindruck hinterlassen haben.
| Personendaten | |
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| NAME | May, Reinhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rechtswissenschaftler und Philosoph |
| GEBURTSDATUM | 26. August 1947 |
| GEBURTSORT | Bad Godesberg |
| STERBEDATUM | 10. Juni 2024 |