Reinhard Wegerth

Reinhard Wegerth (2009)

Reinhard Wegerth (* 25. Juni 1950 in Neudorf bei Staatz) ist ein österreichischer Schriftsteller. Er veröffentlichte auch unter dem Pseudonym Leidergott.

Leben

Reinhard Wegerth wurde als Sohn der Lehrerin Erna Wegerth, geb. Prinz, und des Beamten der Gendarmerie Ernst Wegerth im niederösterreichischen Weinviertel geboren. Nach ersten Kindheitsjahren in Laa an der Thaya übersiedelt die Familie mit inzwischen vier Kindern nach Mödling bei Wien. Episoden seiner dort während der 1960er Jahre verlebten Schul- und Jugendjahre finden sich in seinem Buch "Früher und hier".

Nach der Matura am Realgymnasium Keimgasse begann er 1968 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Wien, das er 1975 als Dr. jur. abschloss.

Bereits 1971 hatte er gemeinsam mit Gregor Adamcik, Nils Jensen und Reinhard P. Gruber das Literaturmagazin Frischfleisch gegründet. Dieser Publikation, zuletzt mit dem Untertitel Das Kulturmagazin mit literarischer Kraftnahrung, blieb er bis zur Einstellung nach 15 Heften im Jahr 1978 als Herausgeber, Redakteur und Autor verbunden, wobei die meisten Hefte im Selbstverlag erschienen. Seinen Lebensunterhalt verdiente er zunächst als Rechtspraktikant am Landesgericht für Strafsachen Wien und am Bezirksgericht von Rudolfsheim-Fünfhaus sowie als Probelehrer für Staatsbürgerkunde an der Handelsakademie Wien; ab 1977 war er als Freier Mitarbeiter fürs Feuilleton der Arbeiter-Zeitung tätig.

Ab den achtziger Jahren war Wegerth Verlagslektor beim Österreichischen Bundesverlag. Er gab dort die Anthologie Zeit-Geschichten heraus, war Mitbetreuer der Sammelbände Junge Literatur (u. a. mit später erfolgreichen Autoren wie Daniel Glattauer und Daniel Wisser) und lektorierte u. a. Bücher von Thomas Pluch und Alexander Tollmann. Anschließend war er bis 2004 Redakteur der verlagseigenen Schülerzeitschriften JÖ (vormals Jungösterreich) und Kleines Volk, bei denen sich eine enge Zusammenarbeit mit dem Illustrator Franz Hoffmann ergab. An eigenen Büchern entstanden in diesen Jahren der Zukunftsroman Der große grüne Atemstreik, die Comic-Sage Graf Schleckerl (illustriert von Herbert Pasteiner) und das Textbuch Wienerlied – frisch begrünt (illustriert von Karl Berger). Letzteres wurde unter dem Titel Des wär ja nimmer Wien! in Zusammenarbeit mit Reinhard Liebe auch vertont.

Von 2006 bis 2014 war Reinhard Wegerth freiberuflich als Redakteur und Moderator im Alte Schmiede Kunstverein Wien tätig.

Auszeichnungen

Rezeption

Von der Buchkritik besonders beachtet wurden Wegerths Stimmenromane. Bereits bei Damals und dort (2010) hoben die Besprechungen sowohl die Thematik als auch die Erzählweise hervor:

Werke (Auswahl)

Bücher

Hörspiele

Compact Disc

Herausgeberschaft

Commons: Reinhard Wegerth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Wegerth, Reinhard: Pseudonym Leidergott. In: Clarissa: Clarissas Krambude: Autoren erzählen von ihren Pseudonymen. novum pro Verlag, Neckenmarkt 2011, ISBN 978-3-99003-914-4, S. 461 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. ↑ Frischfleisch 1971–1978. In: Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, abgerufen am 25. Oktober.
  3. ↑ Kulturpreise des Landes NÖ verliehen. In: noe.ORF.at, 8. November 2014, abgerufen am 25. Oktober 2024.
  4. ↑ David Axmann: Lebenskaleidoskop. In: Wiener Zeitung. Print-Ausgabe 14./15. August 2010 (Beilage extra).
  5. ↑ Peter Henisch: Kreisky, Hainburg, Waldheim. In: Die Presse. 23. Dezember 2010, abgerufen am 25. Oktober 2024.
  6. ↑ Lutz Holzinger: Die Dinge reden lassen. In: Augustin. 12.–25. Jänner 2011, Rubrik Bibliotick, S. 21 (Online (PDF; 3,5 MB) auf der Website des Augustin, abgerufen am 25. Oktober 2024).
Personendaten
NAME Wegerth, Reinhard
ALTERNATIVNAMEN Leidergott (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Schriftsteller
GEBURTSDATUM 25. Juni 1950
GEBURTSORT Neudorf bei Staatz