Reiserschnittgarten

Ein Reiserschnittgarten ist eine landwirtschaftliche Anlage, in der Mutterpflanzen von Obstbäumen kultiviert werden, um Edelreiser für Baumschulen und Erwerbsobstbau sowie für Kleingärtner zur Verfügung zu stellen. In der Regel wurden diese Anlagen von staatlichen Stellen eingerichtet oder getragen, um die nationale Versorgung mit gesunden, d. h. virusfreien, sowie sortenreinen und idealerweise zertifizierten Edelreisern sicherzustellen. Ferner dienen Reisergärten dem Erhalt alter regionaler Obstsorten. Im Zuge der allgemeinen Privatisierung staatlicher Aufgaben zog sich der Staat jedoch aus dem Betrieb von Reiserschnittgärten zurück. Diese wurden in privatwirtschaftliche Formen überführt und werden nun von unterschiedlichen Träger betrieben, z. B. von Gartenbauverbänden, Interessengemeinschaften und Vereinen. In Deutschland gab es vor der Privatisierung elf Reisergärten in öffentlicher Trägerschaft, von denen heute drei in privatrechtlicher Form betrieben werden. 2010 wurden ca. 2,8 Millionen Reiser von über 800 Sorten abgegeben. Zum Vergleich: Die Reisergärten in den Niederlanden geben jährlich 14 Millionen Edelreiser von nur 300 Sorten ab.

Reiserschnittgärten in Deutschland

Reiserschnittgärten in Österreich

Reiserschnittgärten in Frankreich

Einzelnachweise

  1. ↑ Manufactum GmbH & Co. KG: Gartenbrief Nr. 19, Herbst 2016, S. 42–43.
  2. ↑ Obstmuttergarten Rheinland ORG GmbH
  3. ↑ Reiserschnittgarten Baden-Württemberg GmbH & CO.KG
  4. ↑ Streuobst-Landessortengarten Ellern
  5. 1 2 3 Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V.
  6. ↑ Vereinslehrgärten in Bayern
  7. ↑ Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB)
  8. ↑ Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  9. ↑ Pomologen-Verein e.V.
  10. ↑ Obstmuseum Pomarium Anglicum, Schleswig-Holstein
  11. ↑ Obst- und Weinbau-Zentrum Kärnten
  12. 1 2 Forschungsinformationssystem der Universität für Bodenkultur Wien
  13. ↑ Baumschule Hemmelmeyer
  14. ↑ Pépinière Dalival