Das Relevance Feedback-Verfahren findet Anwendung im Information Retrieval, einer Teildisziplin der Informatik und der Informationswissenschaft. Es beschreibt ein Verfahren zur schrittweise verlaufenden Verbesserung von Suchergebnissen einer Suchanfrage (z. B. von Suchmaschinen).
Ein Problem für heutige Suchmaschinen sind die oft viel zu kurzen Suchanfragen. Im Mittel gehen diese kaum über 2 Wörter hinaus. Dies führt zu einer hohen Anzahl mehrdeutiger Anfragen. Ein weiteres Problem sind Ungenauigkeiten / Unschärfen bei der Inhaltserschließung der Dokumente. Besondere Motivation gewinnt das Relevance Feedback aus dem Multimedia Information Retrieval, da hier zwischen Suchanfrage und Dokument häufig ein Medienbruch zu überwinden ist, indem etwa eine textuell definierte Suchanfrage auf Bilddaten anzuwenden ist. Relevance Feedback trägt dazu bei, dass das System zunehmend bessere Hypothesen über die Anforderungen aufbauen kann, die der Nutzer an relevante Dokumente stellt.
Die Idee besteht darin, die Relevanz bereits gefundener Dokumente für die Suche ähnlicher Dokumente einzusetzen. Daher auch das Wort Relevance Feedback, denn es beschreibt eine Informationsrückkopplung über das Ergebnis vorangegangener Suchen. Das Relevance Feedback baut dabei auf vorhandene Suchverfahren auf (Probabilistisches Retrieval oder Vektorraummodell).
So wird das Suchergebnis Schritt für Schritt verbessert.
Ein Nachteil des Relevance Feedback liegt in dem Aufwand, den die wiederholten Relevanzeinschätzungen dem Nutzer abverlangen.
Das Blind Relevance Feedback (oder auch bekannt als Pseudo Relevance Feedback) beseitigt diese Nachteile des manuellen Relevance Feedback, bringt aber andere Nachteile mit sich. Die Relevanz der Suchanfrage wird nicht manuell vom Nutzer gekennzeichnet, sondern automatisch. Das Suchsystem assoziiert automatisch eine Relevanz für die jeweiligen Ergebnisdokumente, woraufhin dann die Suchanfrage per Query Expansion automatisch erweitert wird, und eine neue Ergebnisliste mit der erweiterten Suchanfrage generiert wird. Da bei diesem Verfahren kein manueller Eingriff mehr nötig ist, sind die Ergebnisse für den Nutzer meist zu ungenau.