Renate Bergmann ist die Kunstfigur einer Berliner Eisenbahnpensionärin und eines der Pseudonyme des deutschen humoristischen Schriftstellers Torsten Rohde (* 1974 in Genthin).
Rohde studierte an der Technischen Hochschule Brandenburg Betriebswirtschaftslehre und arbeitete anschließend als Controller in Genthin. Seit 2016 wohnt er in Berlin.
Auf Familienfesten kam Rohde die Idee für seine Figuren. Am 16. Januar 2013 setzte seine Renate Bergmann ihren ersten Tweet ab. Nachdem ihre Fangemeinde schnell gewachsen war, veröffentlichte sie 2014 mit Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker. Eine Online-Omi sagt, wie’s ist ihr erstes Buch. Das schaffte es auf Anhieb in die Spiegel-Bestsellerliste und wurde auch ins Koreanische übersetzt. Seitdem hat sie im Rowohlt Verlag Hamburg mehrere, ebenfalls erfolgreiche Taschenbücher veröffentlicht. 2020 bis 2023 erschienen Renate Bergmann Veröffentlichungen im Ullstein Verlag.
Bei Lesungen wird Renate Bergmann teilweise von der Schauspielerin Anke Siefken verkörpert.
Renate Bergmann geb. Strelemann ist 82 Jahre alt. Ihr jüngerer Bruder ist Fritz, der in Schwaben lebt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie Trümmerfrau und dann 40 Jahre lang Reichsbahnerin. Sie lebt alleine, hat einen Kater namens Katerle und ist vierfach verwitwet. Ihre Ehemänner hießen: Otto Winkler, Wilhelm von Mohrskötter, Franz Hilbert und Walter Bergmann. Die liegen auf vier verschiedenen Friedhöfen in Berlin und die Grabpflege erfordert viel Zeit und logistische Anstrengungen. Mit Wilhelm von Mohrskötter hat sie eine 50-jährige Tochter: Kirsten, die im Sauerland wohnt, ist das genaue Gegenteil ihrer Mutter: esoterisch, „Weganerin“ und verdient ihr Geld als Heilpraktikerin für Kleintiere. Konventionen werden von Renate hochgehalten und im Haushalt macht ihr keiner was vor. Allerdings trinkt sie gerne mal einen Nordhäuser Korn, und dass sie neugierig ist, würde sie niemals zugeben. Nach der Wende zog sie in den Westteil der Stadt nach Berlin-Spandau. Mit ihrer besten Freundin Gertrud Potter schleicht sie sich oft beim Leichenschmaus ein oder unternimmt Busreisen. Auch mit dem befreundeten Rentnerehepaar Ilse und Kurt Gläser unternimmt sie viel. Ihre Hausnachbarinnen sind Frau Meiser und Frau Berber sowie in einer WG der hilfsbereite Jurastudent Alex. Im Fernsehen sieht sie gern „Aktendeckel XY“.
Nachdem sie von ihrem Großneffen Stefan Winkler ein „Händi“ bekommen hat, entdeckt sie als Online-Omi die Welt des „Interweb“: „Gockel“, „Fäßbock“, „Wotzäpp“, „Wickipeter“, „Jutjup“, „Äppsen“, „Finstergram“ & Co. Weil sie daran Gefallen gefunden hat, tippt sie ihre Geschichten in einen „Klappcomputer“, schreibt „I-Mehls“ und erobert nun die analoge Welt der Bücher.
Im Mai 2020 erreichte der Band Dann bleiben wir eben zuhause Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste.