Renate Bertlmann

Hier ruht meine Zärtlichkeit (1976)

Renate Bertlmann (* 28. Februar 1943 in Wien) ist eine österreichische bildende Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Wien.

Leben und Werk

Renate Bertlmann studierte nach der Matura von 1964 bis 1970 an der Akademie der bildenden Künste in Wien, war dort von 1970 bis 1982 Lehrbeauftragte für Maltechniken und ist seit 1970 freischaffend tätig. Sie gehört zur feministischen Avantgarde der frühen 1970er Jahre.

Bertlmann arbeitet mit den verschiedensten Medien, wie Zeichnungen, Bilder, Objekte, Installationen, Fotografie, Foto-Filme, Videos und gilt als eine Pionierin der Performancekunst. In den 1970er Jahren entwickelte sie einen ironischen Stil, in dem sie weibliche Rollenbilder, Sexualität, Mutterschaft und Geschlechterbeziehungen erkundete. 1973 veröffentlichte sie ihr Pamphlet Warum malt sie keine Blumen? In den 1980er Jahren band sie Kitsch und Pornografie in ihre Arbeiten ein.

Sie erhielt 2007 den Preis der Stadt Wien für bildende Kunst und ist in der Sammlung der Stadt Wien vertreten. Sie ist Mitglied der Wiener Secession und der niederösterreichischen Fotoinitiative FLUSS. Bertlmann wurde 2017 der Große Österreichische Staatspreis verliehen – die höchste Auszeichnung für Künstlerinnen in Österreich. Bei der 58. Kunstbiennale in Venedig 2019 vertrat sie Österreich. Als erste Künstlerin bespielte sie den österreichischen Pavillon mit einer Einzelausstellung. 2023 wurde im Belvedere 21 (Wien) ihre erste Retrospektive zum Anlass ihres 80. Geburtstags eröffnet.

1977 trat Bertlmann der IntAkt – internationalen Aktionsgemeinschaft bildender Künstlerinnen bei. 2022 wurde ihr die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Sie ist seit 1969 mit dem Physiker Reinhold Bertlmann verheiratet.

Ausstellungen

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Elsa Coustou: Renate Bertlmann, in: Tate Modern, September 2015.
  2. ↑ Therese Dann: Renate Bertlmann. In: Gabriele Schor (Hrsg.): Feministische Avantgarde. Kunst der 1970er-Jahre. Prestel, München 2016, S. 492.
  3. ↑ Renate Bertlmann, Biografie in: Gabriele Schor (Hrsg.): Feministische Avantgarde. Kunst der 1970er-Jahre aus der Sammlung Verbund, Wien, Prestel Verlag, München 2015, ISBN 978-3-7913-5445-3, S. 452.
  4. 1 2 Preise der Stadt Wien für bildende Kunst 2007 überreicht. Stadt Wien Presse-Service, 26. November 2007, abgerufen am 21. Juli 2026.
  5. ↑ CameraAustria: Renate Bertlmann erhält Großen Österreichischen Staatspreis 2017. In: Camera Austria. 23. Mai 2017, abgerufen am 6. Juni 2024 (deutsch).
  6. ↑ Die Herrin des Phallus, Renate Bertlmann, erobert das Belvedere 21. Abgerufen am 6. Juni 2024 (österreichisches Deutsch).
  7. ↑ basis wien: basis wien - Internationale Aktionsgemeinschaft bildender Künstlerinnen, IntAkt. Abgerufen am 19. Oktober 2025.
  8. ↑ Künstlerinnen (Mitglieder) | Intakt Künstlerinnen. Abgerufen am 19. Oktober 2025.
  9. ↑ .
  10. ↑ Warum keine Blumen? in FAZ vom 18. März 2016, Seite 13.
  11. ↑ Ausstellungsinfo Kunstraum SUPER. Abgerufen am 30. September 2017.
  12. ↑
  13. ↑ Internetseite ZKM.
  14. ↑ Verbund Kunstsammlung.
  15. ↑ .
  16. ↑ 20 Jahre SAMMLUNG VERBUND. Abgerufen am 9. April 2025.
  17. ↑ Renate Bertlmann erhält Großen Österreichischen Staatspreis. Der Standard, 9. Mai 2017, abgerufen am selben Tage.
Personendaten
NAME Bertlmann, Renate
KURZBESCHREIBUNG österreichische bildende Künstlerin
GEBURTSDATUM 28. Februar 1943
GEBURTSORT Wien