Renate Ohr

Renate Ohr, 2020

Renate Ohr (* 12. Juli 1953 in Ludwigshafen am Rhein) ist eine deutsche Volkswirtin. Sie ist Professorin der Georg-August-Universität Göttingen, seit 2017 im Ruhestand.

Leben

Renate Ohr wuchs in Neustadt an der Weinstraße auf. Nach dem Abitur am dortigen Leibniz-Gymnasium studierte sie ab 1971 an der Universität Mainz Volkswirtschaft und Jura (Abschluss als Diplom-Volkswirt 1976). Nach ihrer Promotion im Jahr 1979 an der Universität Essen und erfolgter Habilitation im Jahr 1986 an der Ruhr-Universität Bochum war sie zunächst ein Jahr als Professorin für Volkswirtschaftstheorie an der Universität Kiel tätig, um dann von 1988 bis 2000 den Lehrstuhl für Außenwirtschaft an der Universität Hohenheim (Stuttgart) zu übernehmen. In dieser Zeit war sie auch mehrmals als Gastdozentin an der Universität Innsbruck tätig. Von 2000 bis 2016 war Renate Ohr Inhaberin eines Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik an der Universität Göttingen. Von 2000 bis 2009 war sie außerdem Direktorin des dortigen Centrums für Europa-, Governance- und Entwicklungsforschung (cege). Seit 2012 ist sie gewähltes ordentliches Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Euro-Kritik

1992 war Renate Ohr, zusammen mit Wolf Schäfer, Initiatorin des eurokritischen Manifests Die währungspolitischen Beschlüsse von Maastricht: Eine Gefahr für Europa und 1998 Mitinitiatorin eines Manifests von mehr als 160 Professoren gegen eine zu frühe Einführung des Euro.

Heimtierstudien

Renate Ohr veröffentlichte 2014 eine Heimtierstudie, in der erstmals alle Ausgaben/Umsätze geschätzt wurden, die in direktem oder indirektem Zusammenhang mit der Heimtierhaltung in Deutschland anfallen. Damit sollten der gesamtwirtschaftliche Stellenwert der Heimtiere (Hunde, Katzen, Kleintiere) und ihre Bedeutung für Produktion, Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland quantifiziert werden. 2019 erfolgte eine Aktualisierung und Erweiterung zur „Heimtierstudie 2019: Ökonomische und soziale Bedeutung der Heimtierhaltung in Deutschland“, in die auch eine Online-Umfrage von 5.290 Hunde- und Katzenhaltern eingegangen ist. Mit der „Heimtierstudie 2025: Update und Trends zur wirtschaftlichen Bedeutung der Heimtierhaltung in Deutschland“ wurde eine erneute Aktualisierung vorgenommen.

Mitgliedschaften

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 uni-goettingen.de – Ehemalige Professur für Volkswirtschaftslehre, insbes. Wirtschaftspolitik: Zur Person, abgerufen am 7. November 2016.
  2. ↑ Mitglieder: Prof. Dr. Renate Ohr. Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, abgerufen am 15. August 2025.
  3. ↑ Online-Wiedergabe des Manifests im wirtschaftswissenschaftlichen Blog Wirtschaftliche Freiheit, Blogeintrag vom 11. Dezember 2016; abgerufen am 12. Juli 2020.
  4. ↑ FAZ.net / Philip Plickert: Wovor die Euro-Kritiker schon früh warnten
  5. ↑ Siehe auch FAZ vom 28. Oktober 2011 (S. 12): Braucht der Markt den Euro? (Gastbeitrag von Renate Ohr)
  6. ↑ Renate Ohr: Heimtierstudie „Wirtschaftsfaktor Heimtierhaltung“. Göttingen November 2014 (uni-goettingen.de [PDF; 1,3 MB]).
  7. ↑ Vorwort der Studie.
  8. ↑ Renate Ohr: Heimtierstudie 2019: Ökonomische und soziale Bedeutung der Heimtierhaltung in Deutschland. Göttingen September 2019,
  9. ↑ Renate Ohr: Heimtierstudie 2025: Update und Trends zur wirtschaftlichen Bedeutung der Heimtierhaltung in Deutschland, Göttingen, Dezember 2025,