Rennstieg

Rennstieg-Wegweiser bei Eigenrieden

Der Rennstieg ist ein alter, erstmals 1448 erwähnter, Lauf- und Botenweg, der zwischen Eigenrieden und Behringen von Norden nach Süden über den Kamm des Hainich verläuft. Er dient heute traditionellen, als Hainichrunst bekannten Wanderungen und ist als geschotterte Forststraße ausgebaut. Der Rennstieg kann wegen Namensähnlichkeit mit dem Rennsteig im Thüringer Wald verwechselt werden.

Geschichte

Der Weg ist 31,3 km lang und seit 1924 mit einem weißen R auf weißem Strich gekennzeichnet. Seine ehemalige Funktion als Botenweg hat er verloren. Die Traditionen werden seit 1883 von den verschiedenen Wandervereinen im Umfeld des Hainich, z. B. dem Mühlhäuser Waldverein, gepflegt. Von 1964 bis 1990 war der Rennstieg durch die Truppenübungsplätze Weberstedt und Kindel unterbrochen und nicht in voller Länge begehbar. Seit der Gründung des Nationalparks Hainich am 31. Dezember 1997 liegen 9 Kilometer des Rennstiegs auf dessen Gebiet.

Besonderheiten

Wegmarkierung des Rennstiegs: Ein großes R mit weißem Unterstrich

Der Rennstieg ist ein Kamm- und Höhenweg, der fast auf der gesamten Länge durch naturnahe Buchen-Plenterwälder verläuft. In Folge streift er dabei die aus Altersklassenwäldern hervorgegangenen strukturreichen Buchenwälder des Mühlhäuser Stadtwaldes, die Plenterwälder der Laubgenossenschaften Oberdorla, Niederdorla, Langula, Großengottern und Kammerforst sowie den seit 1997 bestehenden Nationalpark Hainich, dessen Grenze er kurz hinter der Antoniusherberge überschreitet. Dessen in weiten Teilen urwaldartige Wälder sind ebenfalls überwiegend aus ehemaligen Buchen-Plenterwäldern hervorgegangen. Hinter der südöstlichen Nationalparkgrenze am Craulaer Kreuz durchläuft der Rennstieg erneut Buchen-Plenterwälder, und zwar von Craula, Österbehringen und Behringen. Nur wenige Teilstrecken am Craulaer Kreuz und hinter dem Behringer Holz verlaufen im Offenland. Von dort ergeben sich Fernblickbeziehungen zu den Fahner Höhen einerseits und zum Thüringer Wald mit der Wartburg im Vordergrund andererseits.

Sehenswürdigkeiten

Der Rennstieg am Ihlefeld mit der Betteleiche
„Mareilebank“ am Rennstieg, Jutta Kleinschmidt zu Ehren
Steinerner Tisch am Rennstieg
Der Rennstieg am Eingang zum Nationalpark Hainich

Von Nord nach Süd:

Sonstiges

Im Südteil verläuft auf einer Teilstrecke parallel zum Rennstieg die als Pilgerweg zwischen Kloster Volkenroda und Kloster Waldsassen angelegte Via Porta.

Literatur

Filmberichte

Der Rennstieg wurde als Wanderstrecke im MDR, Reihe Rucksack vorgestellt.

Siehe auch

Commons: Rennstieg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Gerald Patzelt Der Hainich. Heiligenstadt 1998. S. 46–47. ISBN 3-929413-40-X
  2. ↑ Gerald Patzelt Der Hainich. S. 13.
  3. ↑ Dierk Röbke: Der Mühlhäuser Landgraben. Das kleine Wanderbuch. 26 S., Mühlhausen 2002 (Thüringen).
  4. ↑ Gerald Patzelt Der Hainich. S. 41.
  5. ↑ Angabe erfolgt der Vollständigkeit halber, heute ist dort nur noch ein Wanderparkplatz und Bushaltepunkt
  6. ↑ Harald Rockstuhl: Hainich-Geschichtsbuch. S. 52.
  7. ↑ Gerald Patzelt Der Hainich. S. 44.
  8. ↑ Heinz-Werner Schreiber: Wege und Wüstungen im Hainich. S. 6.
  9. ↑ Weise, R. et al. Naturdenkmale im Unstrut-Hainich-Kreis S 55.
  10. ↑ Harald Rockstuhl: Hainich-Geschichtsbuch. S. 131.
  11. ↑ Entfernung etwa 14 km Luftlinie