| REPUBLIK21
Denkfabrik für neue bürgerliche Politik | |
|---|---|
| Rechtsform | Eingetragener Verein |
| Gründung | 2021 in München |
| Gründer | Andreas Rödder, Kristina Schröder, Anna von Bayern, Ahmad Mansour, Susanne Schröter, Hermann Otto Solms und weitere |
| Sitz | München (⊙) |
| Zweck | Denkfabrik |
| Vorsitz | Andreas Rödder (Leiter), Kristina Schröder (stv. Leiterin), Harald Mosler (Finanzvorstand) |
| Geschäftsführung | Steffen Dähne |
| Mitglieder | 15 (2025) |
| Website | denkfabrik-r21.de |
Republik21 (Eigenschreibweise: REPUBLIK21 e.V. – Denkfabrik für neue bürgerliche Politik, kurz: Denkfabrik R21) ist eine deutsche Denkfabrik, die 2021 von Andreas Rödder, Kristina Schröder und weiteren Initianten gegründet wurde; von 2024 bis 2026 war der FDP-Politiker Martin Hagen Geschäftsführer. Seit 2026 ist der vormalige FDP-Geschäftsführer Steffen Dähne Geschäftsführer der Denkfabrik.
Republik21 beschreibt sich selbst als „Thinktank für neue bürgerliche Politik in Deutschland und Europa“; von Medien wurde das Institut als liberal-konservativ, später als rechtskonservativ oder weit rechts eingestuft.
Als Ziele nennt die Organisation, Politikansätze zu stärken, die auf den Grundgedanken von Freiheit, Eigenverantwortung, Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit und sozialer Marktwirtschaft fußten – sie wolle Debatten anstoßen und ergebnisoffen führen, Strategien und Konzepte für zukünftige Herausforderungen entwickeln, Personen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Publizistik und Kultur vernetzen und junge Menschen für politisches Engagement gewinnen.
Unter den Initiatoren und Beiratsmitgliedern von Republik21 finden sich Mitglieder von CDU und FDP.
Der Vorsitzende des Vereins, Andreas Rödder, bezeichnet die so genannte „Brandmauer“ gegenüber der rechtsextremen AfD als „eisernen Käfig“. Er fordert stattdessen eine „konditionierte Gesprächsbereitschaft“, die ihre Grenzen in spezifischen Sachfragen findet. Er befürwortet CDU-geführte Minderheitsregierungen auf Landesebene, die in Sachfragen auch Mehrheiten mit der AfD bilden können.
Träger der Denkfabrik ist ein eingetragener Verein; die Finanzierung erfolge gemäß eigenen Angaben aus Eigenmitteln und Spenden. In dem im September 2025 beschlossenen Bundeshaushalt sind bis zu 250.000 Euro als institutionelle Förderung für Republik 21 veranschlagt; ab dem Haushaltsjahr 2026 ist eine Förderung von insgesamt zwei Millionen Euro (500.000 jährlich) als befristete vierjährige Projektförderung aus dem Bundeshaushalt vorgesehen.
Laut einem Gutachten einer Frankfurter Anwaltskanzlei im Auftrag der Kampagnen-Organisation Campact bestehen „erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken“ gegen diese staatliche Förderung: Republik21 agiere durch die Verbreitung eines spezifischen politischen Programms „in wesentlichen Teilen faktisch wie eine Partei“, ohne eine Partei zu sein. Das Gutachten stellt die Gemeinnützigkeit von Republik21 in Frage, „die Unterscheidung zwischen steuerlich geförderten gemeinnützigen Zwecken und der strenger regulierten Parteienarbeit“ werde durch die Förderung untergraben.
Der Volkswirt, Politikwissenschaftler und regelmäßige R21-Mitarbeiter Nils Hesse wurde zum 1. Mai 2026 als Leiter des Referats „Reden und strategische Kommunikation“ in das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter Katherina Reiche (CDU) berufen, zunächst „kommissarisch“; er war bei R21 wiederholt mit kritischen Einschätzungen zur bisherigen Energiewende aufgefallen.
Republik21 organisiert regelmäßig Diskussionsveranstaltungen zu politischen Themen. Titel vergangener Veranstaltungen waren beispielsweise „Wokes Deutschland - Identitätspolitik als Bedrohung unserer Freiheit?“, „Deutschland nach der Ära Merkel – Lehren für die Gegenwart, Perspektiven für die Zukunft“, „Deutschland zwischen Covid und Klima – Grundrechte unter Vorbehalt?“ oder „Wohlstand verspielt, Freiheit bedroht? Für einen marktwirtschaftlichen Neustart in der Klimapolitik“.
Die Denkfabrik betreibt einen Podcast mit dem Titel „Frei heraus - der R21-Podcast für neue bürgerliche Politik“.
Unter dem Titel „Initiative für einen besseren ÖRR“ analysiert Republik21 in einem Blog die politische Berichterstattung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks und dokumentiert nach Ansicht der Denkfabrik einseitige oder sachlich falsche Berichte. Darauf aufbauend soll sich eine längerfristig angelegte Studie dem Thema „Framing im ÖRR“ widmen. Republik21 bezeichnet den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk als „Errungenschaft, die wir wertschätzen und erhalten wollen“, kritisiert aber eine mangelnde politische Ausgewogenheit und die Verbreitung einseitiger Narrative.
Die Denkfabrik hat einen eigenen Expertenrat zur Klima- und Energiepolitik. Das Gremium kritisiert die bisherige deutsche Klimapolitik als teuer und ineffizient und plädiert für einen alle Sektoren umfassenden EU-Emissionshandel.
Ferdinand Otto bezeichnete Republik21 in der ZEIT als „eine Art Meinungs-Start-up“ und kommentierte: „Wenn die bürgerliche Mitte intellektuell und argumentativ nachrüstet, kann das womöglich auch für den Rest ganz gewinnbringend werden.“ Gregor Mayntz schrieb in der Rheinischen Post, die Denkfabrik trommle „für eine Neubelebung der Mitte.“ In der Süddeutschen Zeitung betitelte Boris Herrmann die Denkfabrik als „Selbsthilfegruppe für Konservative“. Gründer Andreas Rödder lasse sich vor allem von amerikanischen Vorbildern inspirieren, der Weg zu einer gewichtigen Institution erscheine aber noch weit. Oliver Maksan von der NZZ bezeichnete die Protagonisten von Republik21 als „Kulturkämpfer der bürgerlichen Mitte“.