Reto Emch (* 2. Juli 1961 in Solothurn) ist ein Schweizer bildender Künstler. Sein Werk umfasst Installation, Skulptur, Malerei und Fotografie.
Aufgewachsen ist Reto Emch in Derendingen. Nach dem Besuch des Lehrerseminars in Solothurn lernte er Fotografie und arbeitete bei der Kantonsarchäologie Solothurn als Fotograf. Es folgte ein zweijähriger Aufenthalt in Paris von 1984 bis 1986. Längere Auslandaufenthalte sind durch seine Assistenz bei Jean Tinguely von 1987 bis 1990 bedingt, den er bei internationalen Ausstellungen begleitet. Ab 1987 betrieb Reto Emch (bekannt auch unter E.M.C.H.) sein Atelier in Turin, wo er auch bis 1993 wohnte.
Seit den späten 1980er Jahren war Emch mit seinen Werken an nationalen und internationalen Skulpturenausstellungen vertreten, in Môtiers (1989), Spoleto (1992), Gubbio (1994) oder Bex (2005) (2008) (2011) (2017).
Nach einer intensiven Phase als freischaffender Künstler, in der er unter anderem 1986 und 1992 im Park des Kunstmuseums Solothurn Installationen zeigte, kehrte er 1998 für sieben Jahre als Techniker ins Museum seiner Heimatstadt zurück. Auch während seiner Anstellung, die er bis 2005 versah, war er weiterhin künstlerisch tätig. Nach Einzelpräsentationen im Kunstverein Ludwigsburg (2003) und in der Galerie Giorgio Persano in Turin (2007), fand 2008 seine erste Übersichtsausstellung im Kunstmuseum Solothurn statt. Grosse installative Arbeiten folgten darauf in Turin (2008 Fondazione Merz) Genua (2008 Camera di Commercio), Demonte (2008), Hamburg (2009), Moskau (2018), Attisholz (2021), Bregenz (2022), Saga (2024).
Seit 2010 führt und kuratiert Reto Emch das Haus der Kunst St. Josef in Solothurn. In den Räumen der ehemaligen Klosterkirche St. Josef zeigen national und international bekannte Künstlerinnen und Künstler hauptsächlich installative Werke. Gleichzeitig entwickelt Reto Emch sein künstlerisches Schaffen weiter.
Schwerpunkt im Werk von Reto Emch sind installative Arbeiten, die ortsspezifisch entstehen. Er beschäftigt sich mit den Eigenheiten und Besonderheiten eines von ihm gewählten Ortes und betont oder konterkariert diese mit seinen Interventionen. Inspirationen und Anleihen zieht er aus unterschiedlichen Bereichen. So sind Aspekte der Minimal Art und der Arte Povera erkennbar. Auch können Sound, Tanz oder theatrale Momente Bestandteile seiner Arbeiten sein.
Ein wiederkehrendes Motiv in seinen Werken ist die Beschäftigung mit Wasser. Dabei setzt er sich in vielschichtiger Weise mit dem fliessenden Element auseinander. So kann der Variantenreichtum der im Wasser erscheinenden Farbnuancen auf seinen malerischen Arbeiten auftauchen oder es können unter Einsatz von Sound akustische Merkmale, wie auf den Boden fallende Wassertropfen, hervorgehoben werden. Das Spektrum der realisierten Arbeiten umfasst umfunktionierte Brunnen, neu errichtete Wasserbecken an ungewöhnlichen Orten oder ein in Sprühnebel getauchtes ehemaliges Transportschiff.
Eine weitere Konstante in seinem mannigfaltigen Werk ist der Einsatz von alltäglichen Materialien. Dies können nicht mehr gebrauchte Alltagsgegenstände sein, die dem ursprünglichen Kontext entzogen werden und innerhalb eines Werkes eine neue Funktion erhalten. Entsorgte und wieder aktivierte Kühlschränke, Waschmaschinen oder Gummireifen werden in Reto Emch Arbeiten in neue, überraschende Zusammenhänge gestellt. Mehrmals tauchen seine Rauminstallationen in adaptierter Form auch als Bühnenbild auf. Unter anderem in On_Line__(2009), Buzzing Landscape (2011), Kalaschnikowa (2016), No Tears (2020) und Nocturne (2023) für die Tanzcompagnie el Contrabando, mit der er auch international auf Tournee ist. Direktorin und Choreografin der Tanzcompagnie ist seine Partnerin Anet Fröhlicher.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Emch, Reto |
| ALTERNATIVNAMEN | E.M.C.H. |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer bildender Künstler |
| GEBURTSDATUM | 2. Juli 1961 |
| GEBURTSORT | Solothurn |